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Das neue Rennen um den Gipfel der Welt

Das neue Rennen um den Gipfel der Welt

Ein 35 000-Tonnen-Containerschiff verließ den chinesischen Hafen Ningbo in Richtung Großbritannien – auf einer Route, die die globale Schifffahrtslandschaft neu definiert. Anstatt nach Süden zu fahren und den Suezkanal zu durchqueren, wird das Schiff nach Norden fahren, an der Nordspitze Russlands entlang und durch den Polarkreis.

Über Jahrhunderte hinweg war die Arktis weitgehend von den geopolitischen Rivalitäten abgeschirmt, die andere Teile der Welt geprägt haben. Doch mit dem Rückgang des Eises und dem technologischen Fortschritt wird die Region immer leichter zugänglich – und zunehmend umkämpft.

  • Der Arktische Ozean gewinnt für die acht Anrainerstaaten – Kanada, Dänemark (über Grönland), Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und die Vereinigten Staaten – zunehmend an strategischer Bedeutung.

  • Chinas Staatsgebiet endet etwa 1448 Kilometer vor dem Polarkreis, dennoch bezeichnet sich das Land selbst als „nahe der Arktis gelegener Staat“ und erhebt Ansprüche sowie Interessen in dieser Region.

Tatsächlich hat kein Land – abgesehen von Russland – seine Vorherrschaft in der Arktis aggressiver angestrebt als China.

Gemeinsame Navigation: Das Schiff, das morgen China verlässt, muss sich zwischen arktischen Eisschollen hindurchmanövrieren; zu diesem Zweck wird es jedoch von russischen atomgetriebenen Eisbrechern begleitet, die die Fahrrinne wieder freischlagen, sollte das Wasser zu gefrieren beginnen.

  • Das Schiff wird voraussichtlich in drei Wochen in Felixstowe, Großbritannien, eintreffen.

  • Das sind etwa 15 Tage weniger als bei der üblichen Route durch den Suezkanal.

  • Sollten Reedereien diese Route regelmäßig nutzen können, werden sie enorme Summen an Betriebskosten einsparen und mit demselben Ressourcenaufwand mehr Transporte abwickeln können.

  • Aufgrund der jüngsten Unruhen im Nahen Osten haben die meisten Reedereien den Suezkanal gemieden und stattdessen eine noch längere Route um das südliche Afrika herum gewählt. Dadurch verlängert sich die Reise um 15 Tage, sodass die arktische Route etwa 30 Tage zeitsparender ist.

Die Reise an sich ist kein Novum – sie ist eine Wiederholung eines Testlaufs, der bereits im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. Das Besondere an der Fahrt ist, dass damit der erste Linien-Containerdienst durch die Nordostpassage, eine wichtige globale Schifffahrtsabkürzung zwischen Asien und Europa, offiziell in Betrieb genommen werden soll.

Ungenutztes Potenzial: Abgesehen vom immensen Wert einer schnelleren Transportroute verfügt die Arktis über reichhaltige Bodenschätze.

  • Nach Angaben des amerikanischen Geologischen Dienstes lagern in der Region schätzungsweise 90 Milliarden Barrel noch nicht erschlossenes Erdöl, 30 Prozent der weltweit noch nicht erschlossenen konventionellen Erdgasvorkommen sowie riesige Mineralvorkommen.

Russland und insbesondere China, dessen riesige Wirtschaft immer mehr Ressourcen benötigt, sind bestrebt, sich den Zugang zu diesen Seewegen und zu diesem Reichtum zu sichern.

Prophetische Perspektive: Biblische Prophezeiungen warnen vor einem gewaltigen asiatischen Bündnis unter der Führung Russlands und Chinas, das sich bald mit europäischen Nationen verbünden und den weltweiten Handel dominieren wird – zum direkten und erheblichen Nachteil der Vereinigten Staaten.