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Das Geheimnis der Kirche (Achtzehnter Teil)

Geheimnis der Zeitalter - Kapitel Sechs

Fortgesetzt von Das Geheimnis der Kirche (Siebzehnter Teil)

Irrlehre auf kaiserlichen Erlass

Was geschah in diesen Jahrhunderten, in denen das Evangelium unterdrückt war, mit der wahren Kirche?

Kaiser Konstantin starb 337, gut dreihundert Jahre nach Christi Kreuzigung. Er hatte seinen Segen einer Kirche gegeben, die behauptete, die von Christus gegründete zu sein.

Nun, da sie Unterdrückung nicht mehr zu fürchten brauchten, wurden die Verfolgten zu Verfolgern. Die Mitglieder der wahren Kirche, die sich nicht zu ihren Lehren bekannten, wurden als Ketzer, als strafwürdig gebrandmarkt.

Um 365 erließ das Konzil von Laodicea das berühmte Dekret: „Der Christ darf es nicht den Juden gleichtun und am Sabbat ruhen, sondern muss an diesem Tage arbeiten und den Tag des Herrn ehren. Wer es den Juden gleichtut, wird mit dem Kirchenbann belegt.“ Dies bedeutete praktisch eine Verurteilung zur Folter oder zum Tod. Die falsche Kirche tötete Rechtgläubige nicht selbst, sondern ließ sie töten (Offenbarung 13, 15). Das Dekret von 365 zeigt, dass es wahre Christen gegeben haben muss, die den Sabbat hielten.

Der kleine Rest Christen der Smyrna-Ära floh erneut – auf Suche nach religiöser Freiheit zur Ausübung ihres Glaubens.

Es gibt nur sehr wenige Quellen über sie. Gelegentlich tauchen sie als Fußnote der Geschichte auf, als Ketzer verteufelt, verlacht, von den Feinden gejagt. Ihr stärkstes Zeugnis stammt von Jesus selbst, der über die Gemeinde von Smyrna lobend sagt: „Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut … Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst … Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offenbarung 2, 9-10).

So ging dann der Stab von den Smyrna-Christen auf diejenigen der Pergamon-Ära über.

Diese waren berufen, die Wahrheit durch eine der schwierigsten Zeiten der Geschichte zu tragen – das nicht zu Unrecht sogenannte „finstere“ Mittelalter.

Macht und Einfluss der großen Universalkirche reichten da schon in fast jeden Winkel des Abendlandes und trieben diejenigen, die an der Wahrheit Gottes festhielten, noch weiter in die Wildnis.

Nie waren sie weit von Verfolgung und Martyrium entfernt.

Deshalb sind nur wenige der Pergamon-Christen getreu geblieben.

Tausend Jahre nach der Kirchengründung durch Christus gab der erschöpfte Rest der Pergamon-Ära den Stab weiter.

In der Thyatira-Ära erfuhr die Kirche eine durchgreifende Belebung, Reue wurde gepredigt in den Alpentälern Südfrankreichs und Norditaliens.

Die religiöse Obrigkeit reagierte auf diese Herausforderung rasch.

Führer der wahren Kirche wurden verhaftet, manche starben als Märtyrer.

Nach dem Tod der Oberhäupter ging es mit der Kirche zunächst bergab – dann wieder bergauf unter der dynamischen Führerschaft von Peter Waldo. Mehrere Jahre im 12. Jahrhundert hatten die Waldenser in den Alpentälern eine Zeit der Hochblüte und predigten die Wahrheit, die sie kannten. Broschüren und Artikel wurden geschrieben und handschriftlich vervielfältigt. Den Buchdruck kannte man natürlich damals noch nicht, d.h. in Europa noch nicht.

Die Thyatira-Christen hatten, wie von Jesus prophezeit, viel Glauben und Arbeitseifer. Ihre späteren Werke waren größer als die ersten.

Doch erneut setzte Verfolgung ein. Der grausame Arm der Inquisition drang in die friedlichen Täler vor, die einmal Gottes Werk eine sichere Zuflucht geboten hatten.

Viele Verbleibende begannen die Sitten und Traditionen ihrer Umwelt zu übernehmen.

Es gab nun in Europa viele verstreute Gruppen, die sich Christen nannten.

Inzwischen veränderte sich die Welt. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern wurde erfunden – Beginn einer ungeheuren Wissensverbreitung. Die Reformation brach das Monopol der römischen Kirche.

Bei Religionskriegen im Mittelalter waren viele Menschen vom Kontinent in die relative Sicherheit des toleranteren England geflohen. Unter ihnen waren Mitglieder der wahren Kirche. Sie brachten insbesondere ihre Kenntnis des Sabbats mit.

Die strikt dem Sonntag anhängenden Puritaner leisteten ihnen Widerstand, aber trotz wachsender Opposition gab es im frühen siebzehnten Jahrhundert in England mehrere Sabbat-haltende Gemeinden. Jesus leitete die fünfte Ära seiner Kirche ein – Sardes.

Das protestantische England wurde gegen Andersgläubige, auch gegen Sabbat-Halter, nun zunehmend intoleranter.

Eine Krise für die wahre Kirche in England. Doch jenseits des großen Wassers winkte jetzt eine neue Welt.

Stephen Mumford, Mitglied einer Sabbat-haltenden Gemeinde in London, wanderte 1664 nach Newport, Rhode Island, aus. Rhode Island war die kleinste der amerikanischen Kolonien und war von Roger Williams gegründet worden, einem Baptisten, der aus Massachusetts hierher gekommen war, um puritanischer Verfolgung zu entgehen.

Rhode Island bot damals als erster Ort der Welt eine verfassungs-mäßige Garantie auf freie Religionsausübung. In Ermangelung anderer Sabbatgläubiger schlossen sich Mumford und seine Frau der Baptistengemeinde in Newport an. Mumford entwickelte keinen Bekehrungseifer, sondern hielt nur still an seinem Glauben fest. Im Laufe der Zeit kamen noch einige andere aus der Sonntag-haltenden Gemeinde zu der Überzeugung, dass sie den Sabbat feiern mussten.

So entstand die erste Sabbat-haltende Gemeinde in Amerika.

Zunächst hielt sie ihre Versammlungen in Privathäusern ab. Im Historischen Museum von Newport findet sich ihre Gemeindechronik – mit Namen, Geldbeiträgen, sogar Aufzeichnungen über Ordinationsgottesdienste.

Ebenfalls erhalten ist das einfache, aber elegante Versamm-lungshaus, das sie sich Anfang des achtzehnten Jahrhunderts in Newport baute. Andere schlossen sich ihrem Glauben an – immer mehr Menschen berief Gott zu seinem Werk in der Neuen Welt.

Eine zweite Gemeinde wurde gegründet, in Hopkinton. Bald hatte sie mehrere hundert Mitglieder. Eine Brücke bezeichnet heute die Stelle, wo ihr Versammlungshaus gestanden hat. Mehrere tausend Menschen wurden hier am Ufer des Pawcatuck River getauft. Dann trat ein geistlicher Niedergang ein.

Neuer Aufbruch Mitte des achtzehnten Jahrhunderts: von der Miller-Bewegung (1831-1849) gegründete Sabbatgemeinden im amerikanischen Mittelwesten.

In Battle Creek, Michigan, wurden 1860 viele Tausende zu den Lehren von Ellen G. White und ihrer Bewegung bekehrt.

Sie ließen den wahren Namen fallen – Kirche Gottes. An die Stelle des wahren Evangeliums vom Reich Gottes setzten sie Lehren der Ellen G. White, die Lehre der „geschlossenen Tür“, das „überprüfende Gericht“, eine „2300-Tage“-Doktrin und den „Geist der Prophezeiung“. Sie war die eigentliche Instanz, welche das Lehrgebäude der Kirche festsetzte.

Sie nannten sich Siebenten-Tages-Adventisten, und so heißen sie heute noch. Diejenigen, die der wahren Kirche Gottes treu blieben, nahmen die adventistische Doktrin nicht an, sondern stellten gewisse Wahrheiten wieder her, die im vorangegangenen Jahrhundert vernachlässigt worden waren.

Ihr Hauptquartier verlegten sie nach Marion, Iowa, dann nach Stanberry, Missouri. Eine Zeitschrift – The Bible Advocate – wurde herausgegeben. Ihre Arbeit trug Frucht – kleine Gemeinden entstanden überall in Amerika.

So kam es, dass irgendwann im neunzehnten Jahrhundert auch im friedlichen Willamette Valley, Oregon, eine kleine Gemeinde der wahren Kirche Gottes gegründet wurde.

Die Mitglieder waren Farmer, keine hochgebildeten Leute. Es fehlte ihnen an ausgebildeten Predigern. Aber sie hatten den Namen – Church of God (Kirche Gottes) –, und sie hielten treu den Sabbat.

Seit jenem Pfingsttag vor Jahrhunderten hatte Gottes Kirche einen langen Weg zurückgelegt.

Sie war schwach und ohne großen Einfluss. Jahre der Verfolgung und der Kompromisse hatten ihre Spuren hinterlassen. Viel Wahrheit war verlorengegangen. Doch die Kirche hatte den Kurs gehalten.

Jetzt, im Willamette Valley, wartete sie. Es war fast wieder Zeit für eine Stabübergabe – an diejenigen, die Gott zu seinem Endzeitwerk berufen wollte.

Wiederherstellung der Wahrheit in Gottes Kirche

Von 1931 an – genau 1900 Jahre (hundert Zeitzyklen) nach Gründung der Kirche – kam in diesen kleinen Überrest der ursprünglichen wahren Kirche Gottes neues Leben, die Philadelphia-Ära begann. Die „Zeit des Endes“ war gekommen. Neue geistliche Kraft drang in die Kirche. Die Zeit war da, dass Jesu Prophezeiung aus
Matthäus 24, 14 sich erfüllte: „Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“ Wichtige Wahrheiten, die verlorengegangen waren, kamen allmählich wieder ans Licht und wurden verkündet.

Die Philadelphia-Ära ist in Offenbarung 3, 7-13 beschrieben. Die Sardes-Ära (3, 1-6) starb zu dieser Zeit geistlich ab und war zu kraftlos geworden, um das wahre Evangelium Christi zu verbreiten. Die Sardes-Christen hatten sogar den Inhalt des Evangeliums großenteils vergessen. Sie wussten, dass das zweite Kommen Christi heranrückte, wussten aber nicht, was im Millennium geschehen würde, außer, dass Christus regieren würde.

„Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe …“, heißt es in der Bibel. Engel ist übersetzt aus griechisch aggelos, das heißt Sendbote oder Sachwalter. Es muss nicht immer ein Engel gemeint sein, sondern es kann auch einen Menschen bezeichnen. Möglich, dass hier Gottes Prinzip der Zweiheit anwendbar ist. Gemeint sein kann tatsächlich ein geistbeschaffener Engel, der dieser Kirchen-Ära als Helfer und Beistand zugeordnet ist: aber auch ein menschlicher Sendbote oder Sachwalter, den Gott zur Führung dieser Kirchen-Ära berief.

Eine weitere Dualität ist vielleicht in Ver 7-13 gegeben. Gemeint sein kann neben der gesamten Kirche in dieser Ära auch der von Gott für diese Ära auserwählte Kirchenführer.

Vers 8: „Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“

Diese Ära der Kirche sollte Frucht tragen. Dieser Ära – bzw. ihrem menschlichen Führer – hat Gott eine offene Tür gegeben. 2. Korinther 2, 12 und Apostelgeschichte 14, 27 sprechen davon, wie Christus die Tür für die Heidenmission des Paulus öffnete. Die jetzige Kirche und/oder ihr Führer hatten nur eine „kleine Kraft“. Beide waren in der Welt Satans weder mächtig noch einflussreich, aber die Christen dieser Ära hatten am Wort Gottes festgehalten. Viel ursprüngliche Wahrheit, die den Aposteln von Jesus persönlich übermittelt wurde, war verlorengegangen, wurde aber nun für diejenigen in Gottes Kirche, die sich daran hielten, durch die Bibel wiederhergestellt.

In Maleachi 3, 1-5 und 23-24 ist offenbart, dass Gott kurz vor dem zweiten Kommen Christi die Kraft und den Geist des Elia senden will. Auch nach Abschluss der Mission Johannes des Täufers sagt Jesus (Matthäus 17, 11), der prophezeite Elia „soll freilich kommen und alles zurechtbringen“. Zwar ist offenbart, dass Johannes in der Kraft und im Geist des Elia gekommen ist, aber zurechtgebracht hat er nichts. Der kurz vor Christi Wiederkunft zu berufende menschliche Führer sollte Wegbereiter sein, die Kirche vorbereiten auf Christi Kommen und Wahrheit wiederherstellen, die in den früheren Kirchenzeitaltern verlorengegangen war. Und es sollte sich diesem Führer bzw. der Philadelphia-Ära der Kirche eine Tür auftun, damit sich Matthäus 24, 14 erfüllte: „Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“

Die Zeit sollte dadurch gekennzeichnet sein, dass erstmals in der Geschichte mit Massenvernichtungswaffen eine Ausrottung der Menschheit möglich sein würde (Matthäus 24, 21 bis 22). Auch dies sollte zeitlich kurz vor dem zweiten Kommen Christi liegen (Vers 29-30).

Diese Prophezeiungen haben sich nun definitiv erfüllt. Das wahre Evangelium ist wiederhergestellt und wird jeder Nation auf Erden machtvoll verkündet.

Die Kirche hat neues, geistgestärktes Leben gewonnen.

Alle modernen technologischen Errungenschaften werden genutzt.

Zuerst der Rundfunk, angefangen mit einem ganz kleinen Radiosender in Eugene, Oregon. Dann das gedruckte Wort. Dies begann mit einer alten Neostyle-Maschine, dem Vorläufer der heutigen Kopiermaschinen, später dann natürlich mit der Druckpresse. Das Fernsehen begann 1945 – unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkriegs. Die Kirche arbeitet mit Fernsehsendungen seit Sommer 1955. Endlich und zum erstenmal seit 1900 Jahren ist das wahre Evangelium sämtlichen Nationen in Wort und Schrift verkündet worden. Die Kirche ist gewachsen. In den ersten fünfündzwanzig Jahren wuchs sie jährlich um rund dreißig Prozent.

Die ersten Apostel wären verblüfft, sähen sie heute den Umfang und die Breitenwirkung des Werkes. Die Kommunikationstechnologie und die hochmodernen Mittel, die Gott seinem Endzeitwerk gegeben hat, wie fremdartig kämen sie denen vor, die vor fast zweitausend Jahren als erste den Auftrag erhielten, das Evangelium in die Welt zu tragen.

Einiges freilich wäre nicht fremdartig: der Sabbat und die heiligen Tage; der Name – Kirche Gottes; das Evangelium vom Reich. Das würden sie wiedererkennen, unverändert erhalten aus der Zeit Christi für die Zeit des Endes.

Wird fortgesetzt...

De Moa