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Australier protestieren gegen Israels „kriegsverbrecherischen“ Präsidenten
Die gestrige Gedenkfeier für die massakrierten Juden am Bondi Beach wurde zu einem Anti-Israel-Forum, als Tausende von Demonstranten gegen die Anwesenheit des israelischen Präsidenten Isaac Herzog protestierten.
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Herzog legte einen Kranz und zwei Steine an dem Ort ab, an dem zwei islamistische Terroristen am 14. Dezember bei einer Chanukka-Feier 15 Männer, Frauen und Kinder ermordet hatten, und zwar an einem beliebten Strand in der Nähe von Sydney.
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Die israelische Präsidentschaft ist hauptsächlich eine zeremonielle Rolle. Im Gegensatz zu Premierminister Benjamin Netanjahu kommt Herzog aus der linken Mitte Israels, und seine Rolle ist unpolitisch. Für alle in der internationalen Gemeinschaft, die Netanjahu hassen, soll Herzog die „akzeptable Seite der israelischen Politik“ repräsentieren.
Kein Einfühlungsvermögen: Herzogs Besuch in Sydney hatte nichts mit der Regierungspolitik zu tun. Es ging darum, Unterstützung nach einer nationalen Tragödie zu zeigen. Dennoch protestierten Tausende von palästinensischen Anhängern in Sydney sowie in Melbourne und anderen Gemeinden.
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Sie trugen Schilder mit Botschaften wie „Kriegsverbrecher sind hier nicht willkommen“ und „Vom Fluss zum Meer, Herzog zum ICC“.
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Mehrere Demonstranten lieferten sich ein Handgemenge mit Polizeibeamten aus Sydney, die Pfefferspray gegen den Mob einsetzten. Hunderte weitere Menschen haben Berichten zufolge eine Polizeistation in Sydney umstellt.
Das Massaker von Bondi war schrecklich, aber unsere australische Führung hat dem palästinensischen Volk und den Menschen im Gazastreifen keine Anerkennung gezollt. Herzog ist allen Fragen über die Besatzung ausgewichen und sagt, es gehe bei diesem Besuch um die Beziehungen zwischen Australien und Israel, aber er ist mitschuldig.
– Jackson Elliot, Demonstrant in Sydney
Die Proteste Australiens zeigen, dass die Feindseligkeit der Welt gegenüber Israel nichts mit der Politik der israelischen Regierung zu tun hat. Der Pöbel will sogar den Kopf einer gemäßigten, zeremoniellen Figur wie Herzog. In den Augen dieser Leute geht es bei einem Kriegsverbrecher nicht um tödliche und illegale Aktionen wie das Abfeuern von Raketen auf Städte, das Massaker an Familien am 7. Oktober oder den Einsatz von menschlichen Schutzschilden in Gaza – und auch nicht um die tatsächliche Reaktion der israelischen Verteidigungskräfte in Gaza. Es geht darum, Israel zu sein – und jüdisch zu sein. Die Anti-Israel-Bewegung hasst Israel für seine Existenz – „vom Fluss bis zum Meer“.
