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Julia Goddard/Die Posaune

Die Schlacht um die Arktis

Russlands Eisbrecher machen es zum König der Arktis und Amerika ist dort nur ein armer Mann.

St. Petersburg

Unsere Einfahrt im Hafen von St. Petersburg mit dem Schiff wäre schwierig und gefährlich gewesen, gäbe es nicht Russlands berühmte Eisbrecher, die im April 2019 durch das Eis brachen. Durch das Fenster unserer Kabine auf der M/S Princess Anastasia sahen wir kilometerlang aufgebrochenes Eis – die Gewässer um die frühere Hauptstadt des Landes herum waren für Handel und Tourismus freigeräumt worden.

Russlands Eisbrecher in der Ostsee sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Aber es gibt noch eine weitere Region, wo Russlands sich vergrößernde Flotte von Eisbrechern einen großen Unterschied macht, und zwar nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in militärischer: in der Arktis.

Traditionell ist die eisige Arktis verhältnismäßig frei von geopolitischen Kämpfen der Weltmächte gewesen, von denen die meisten anderen Regionen heimgesucht wurden. Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich das wegen des tauenden Eises und der fortschreitenden Technologie geändert. Diese Region ist für die arktischen Länder immer wichtiger geworden: die Vereinigten Staaten, Kanada, Dänemark (Grönland), Island, Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Und kein Land hat sich entschlossener gezeigt, sie zu beherrschen als Russland, das seine Ziele dort hauptsächlich mit Eisbrechern erreicht.

Energie und Mineralien

Ein geologisches Gutachten der Vereinigten Staaten schätzt, dass in der Arktis etwa 30 Prozent aller noch nicht entdeckten Gasvorkommen und 13 Prozent der Ölvorräte liegen. Es gibt dort auch umfangreiche Vorkommen von Mineralien wie zum Beispiel Gold, Zink und Platin. Alles in allem sind diese Ressourcen etwa 30 Billionen US-Dollar wert und Russland ist dabei, sie mit beispiellosem Tempo zu erschließen.

Ein bemerkenswertes Beispiel ist die Jamal-Anlage für flüssiges Erdgas. Sie liegt etwa 600 km nördlich des Polarkreises – Jamal bedeutet in der Landessprache wörtlich „das Ende der Welt“. Die Temperaturen fallen dort manchmal auf unter 58° Fahrenheit unter dem Gefrierpunkt und sieben bis neun Monate lang sind die Gewässer um dieses Ödland mit bis zu zwei Meter dickem Eis zugefroren. Solange kein Bergbau auf dem Mond betrieben wird, wird man kaum ein lebensfeindlicheres Industrieumfeld finden als die Gegend um die Jamal-Anlage.

Aber dank einer Flotte von 15 neuen Arc7 Eisbrecher, die Ladungen von Flüssiggas transportieren, können die Russen den Betreib das ganze Jahr über aufrechterhalten und die etwa fünf Billionen Kubikmeter Erdgasreserven von Jamal ausbeuten und auch abtransportieren. Die eisbrechenden Frachtschiffe der Jamal-Anlage... ermöglichen den Abtransport des flüssigen Erdgases nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über“, schrieb die Hellenic Shipping News (am 16. April).

Beeindruckender Weitblick, stärkerer Zugriff

Während eines Besuches der Jamal-Anlage 2017 stellte der russische Präsident Wladimir Putin klar, dass die Anlage und die Eisbrecher Teil eines umfassenderen Zukunftsbildes zur Beherrschung der Region sind. „Dies ist vielleicht der größte Schritt nach vorne in unserer Entwicklung der Arktisregion“, sagte er. „Nun können wir mit Gewissheit sagen, dass Russland sich in diesem und im nächsten Jahrhundert über die Arktis ausdehnen wird.“

Ein Großteil dieser Ausweitung ist die Entwicklung der nördlichen Seeroute, die entlang Russlands arktischer Küste von der Karasee bis zum Beringmeer und dem pazifischen Ozean verläuft. Auf dieser Route kann Russland das Gas von Jamal und anderen arktischen Fundorten um Wochen schneller zu den energiehungrigen Ländern Ostasiens verschiffen, als es über die westliche Route um Europa herum und durch den Suezkanal dauern würde. Zum Beispiel nach China, dem energiehungrigsten aller Länder, ist die nördliche Seeroute bis zu 15 Tage kürzer.

Und Russland greift nun schon auf beunruhigende Weise härter auf diese Region zu: Moskau kündigte im März an, dass ausländische Schiffe 45 Tage vor ihrer Passage einen Antrag stellen müssen, für die Durchfahrt einen russischen Lotsen an Bord kommen lassen und saftige Transitgebühren bezahlen müssen. Jedes Schiff, das diese Vorschriften nicht erfüllt, kann festgehalten oder sogar „zerstört“ werden, ließ man in Moskau verlauten. Auch wenn ein ausländisches Schiff alle Voraussetzungen erfüllte, sagen die Behörden, könnten sie jeden Antrag auf Durchfahrt ohne weitere Erklärung ablehnen.

Der beunruhigende – und illegale – Teil dieser neuen russischen Regeln betrifft die Beringstraße, die zwischen den Vereinigten Staaten und Russland liegt. Die Konvention der Vereinten Nationen über das Seerecht (unclos) besagt, dass die Zone 200 Seemeilen vor der Küste eines bestimmten Landes zur exklusiven Wirtschaftszone (eez) dieses Landes gehört, die dieses Land kontrolliert. Aber die internationalen Wasserstraßen wie die Beringstraße sind von den exklusiven Wirtschaftszonen ausgenommen. Die unclos garantiert die Schifffahrtsfreiheit durch sie.

Russland hingegen besteht darauf, dass die Nordostpassage, die Beringstraße eingeschlossen, seinen neuen Regeln unterworfen ist. Wegen dieser illegalen Politik warnte der Kommandant der US-Küstenwache Sean Fahey vor kurzem davor, dass das Recht und die Freiheit der Schifffahrt, das alle Länder genießen, die in diesem maritimen Bereich Schiffe und Flugzeuge betreiben, schon bald „zum wichtigsten strategischen Thema in der Arktis“ werden könnte.

Aber wegen der immer breiter werdenden „Eisbrecher-Lücke“ zwischen Russland und dem Rest der Welt, wird Russlands Zugriff auf die Arktis nur noch stärker.

König der Arktis

„Man kann die Tiefen der Arktis nicht erforschen oder sein Meer durchqueren, wenn man dort nicht hingelangen kann“, schrieb Terrell Starr für Foxtrot Alpha in „Russlands Eisbrecher machen es zum König der Arktis und Amerika ist dort nur ein armer Mann“ (26. Januar 2017).

Mit 54 Schiffen eingeschlossen sieben atombetriebenen Modellen hat Russland jetzt bereits bei weitem die weltgrößte Eisbrecher-Flotte. Weitab auf dem zweiten Platz liegt Finnland mit zehn Schiffen. Kanada hat sieben Eisbrecher, genau wie Schweden. Die Vereinigten Staaten haben fünf, aber keiner davon ist atombetrieben.

Aber die Anzahl der Eisbrecher ist noch nicht alles. Nur Russland und die Vereinigten Staaten betreiben „schwere“ Eisbrecher, die genug Kraft haben, um durch dickere Eisschichten brechen zu können. Auch hier ist Russland im Vorteil – mit zwei operativen Eisbrechern und weiteren vier, die gerade neu ausgerüstet werden. Die Vereinigten Staaten besitzen nur einen – die 42 Jahre alte uscgc Polar Star – und die operiert in der Antarktis genau auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten.

Russlands schwere Eisbrecher sind erheblich neuer und sie bleiben das ganze Jahr über in der Arktis. Putin sagt, dass Russland um das Jahr 2035 13 schwere Eisbrecher haben wird, darunter neun atombetriebene Riesenschiffe. Ende des Jahres werden Russlands 33 000 Tonnen schwere, atombetriebene Eisbrecher der Arktika-Klasse zu Probeläufen auf See auslaufen. Nicht viel später wird die 71 000 Tonnen schwere, ebenfalls nuklear angetriebenen Lider-Klasse dazu kommen, die längere Zeit die weltgrößten Eisbrecher bleiben werden. Im Vergleich dazu wiegt die Polar Star nur etwa 10 000 Tonnen.

„Die Eisbrecher sind die Straßen der Arktis“, sagte der US Senator Dan Sullivan kürzlich. „Russland hat fantastische Autobahnen und wir haben nur Feldwege mit Schlaglöchern.“ Da Russlands Flotte weiter wächst, wird es für die USA und andere Länder immer schwieriger, Putins Herrschaft über die Arktis in Frage zu stellen.

Das Militär ist entscheidend

In den letzten Jahren hat Russland in aller Eile viele verlassene Militärbasen wieder zu neuem Leben erweckt. Hauptsächlich dank ihrer Eisbrecher haben die Russen Landebahnen und Radarstationen auf zahlreichen Inseln modernisiert oder neu gebaut, vier neue arktische Brigadekommandoeinheiten eingerichtet, 16 Häfen eröffnet, neue Luftstützpunkte gebaut und Antischiffs- und Boden-Luftraketensysteme in der Region installiert.

„Die Modernisierung der Streitkräfte und die militärische Infrastruktur in der Arktis findet enorm schnell statt, schneller noch als selbst in der Sowjetära“, sagte Mikhail Barabanow, der Chefredakteur der Moscow Defense Brief der Agentur Reuters (30. Januar 2017).

Mit diesen Basen und Flugkörpern kann Russland seine Energievorkommen schützen und seine neuen Vorschriften für die Nordostroute durchsetzen, auch wenn andere arktische Länder deren Legalität bestreiten.

Eine gefährliche neue Ära

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 schleppte sich Russland wie ein erschöpftes und ausgebranntes Land durch das nächste Jahrzehnt. Es war von den hauptsächlichsten Ereignissen auf der Welt praktisch ausgeschlossen und viele Leute im Westen konnten es ganz einfach ignorieren.

Dann kam Putin an die Macht, brachte das Schiff wieder auf Vordermann und änderte seinen Kurs. Im August 2008 schockierte er große Teile der Welt durch die Invasion der früheren Sowjetrepublik Georgien, wodurch er ein Fünftel von dessen international anerkanntem Territorium wieder unter seine Kontrolle brachte.

Im Oktober desselben Jahres schrieb der Chefredakteur der Posaune Gerald Flurry darüber, was diese Invasion für die Zukunft ankündigte. „Russlands Attacke auf Georgien im August markiert den Anfang einer gefährlichen neuen Ära der Geschichte. Es war der erste Militärschlag einer aufsteigenden asiatischen Supermacht – und es werden noch mehr kommen! ... Wir haben gerade den Anfang einer neuen Ära erlebt!“

Herr Flurry spekulierte dann darüber, welche frühere Sowjetrepublik Russland als nächstes ins Auge fassen würde. „Wird es zu einer Krise in der Ukraine kommen? Diese Region ist der Brotkorb Russlands und es wird sicherlich gewillt sein, deshalb auch einen Krieg anzufangen.“ Es hat sich gezeigt, dass diese Voraussage korrekt war, denn 2014 startete Russland eine Invasion, annektierte die Krimhalbinsel der Ukraine und destabilisierte die ukrainischen Ostgebiete.

Seither hat Putin seine Macht benutzt, um zu verhindern, dass Georgien, die Ukraine und andere frühere Sowjetrepubliken engere Beziehungen mit Europa anknüpften. Er machte Russland zum größten Akteur im Nahen Osten, womit er den Einfluss der Vereinigten Staaten schwächte, das brutale Regime in Syrien unterstützte und dem Iran dabei half, weiter den Bau von Atomwaffen anzustreben. Putin hat auch Russlands Militär in eine moderne und todbringende Streitmacht des 21. Jahrhunderts verwandelt sowie die Arktis militarisiert und unter seine Kontrolle gebracht.

Es ist klar, dass Putin dabei ist, Russlands Macht wiederherzustellen und seine internationale Bedeutung auf das Niveau der Sowjetunion zurückzubringen. Und wie Herr Flurry schrieb, tritt die Welt jetzt gerade in eine „gefährliche neue Ära“ ein.

Die Prophetie der Bibel zeigt, dass Putin Russland in den nächsten Jahren in eine sogar noch aggressivere Richtung führen wird. In seiner Broschüre Der prophezeite „Fürst von Russland erklärt Herr Flurry, dass Putin selbst in den antiken Prophezeiungen in Hesekiel 38 und 39 beschrieben wird. „Wir müssen Wladimir Putin sorgfältig beobachten“, schreibt er. “Ich bin mir fast sicher, dass er der ,Fürst von Rosch‘ sein wird, über den der von Gott inspirierte Hesekiel vor 2500 Jahren geschrieben hat!”

Wladimir Putins Herrschaft weist darauf hin, dass wir dabei sind, „die schlimmste Krise der Menschheitsgeschichte zu erleben“, schreibt er, fügt aber hinzu, dass diese Entwicklungen „gleichzeitig auch sehr inspirierend“ sind.

Herr Flurry schreibt weiter: „Wladimir Putin ist ein Zeichen; er ist buchstäblich ein ZEICHEN dafür, dass Jesus Christus bald zurückkehren wird! Das ist eine der inspirierendsten Botschaften in der Bibel. Was wir in Russland sehen, wird letzten Endes dazu führen, dass der Mensch nicht mehr vom Menschen, sondern von Gott regiert wird! Und die Zeit ist schon fast gekommen! Es wird nur noch wenige Jahre dauern.”

Der Aufstieg von Putins Russland eingeschlossen seine Beherrschung der Arktis ist ein Anzeichen dafür, dass der dritte Weltkrieg, ein Atomkrieg, vor der Tür steht. Das ist eine Tatsache, der wir alle nüchtern ins Auge sehen müssen. Aber diese Entwicklung ist eng verbunden mit der bestmöglichen Nachricht, die wir uns vorstellen können: Jesus Christus wird bald zur Erde zurückkehren und ein Zeitalter beispiellosen Friedens und Wohlstands für die ganze Welt einläuten. 

De Putin Ad