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Trumpet

Willkommen bei unserer Ausstellung!

Eine Insiderführung durch die im Armstrong Auditorium veranstaltete berühmte Ausstellung: ‚Siegel von Jeremias Geiselnehmer entdeckt‘.

Sie nehmen die Abfahrt Bryant Avenue in Nord-Edmond, fahren durch einen angelegten Eingang und über den Parkplatz und halten neben einem Gebäude, das in dieser halbländlichen Kulisse hervorsticht. Sie steigen die Treppen hoch, gehen durch eine Kolonnade von 12 gigantischen Säulen in das Armstrong Auditorium. Dies ist die Stätte der archäologischen Ausstellung „Siegel von Jeremias Geiselnehmer entdeckt“.

Innen harmoniert die Ausstellung mit ihrer Umgebung bestehend aus einer Holztäfelung aus Kirsche, Emperador Marmor und Glas. Darüber hängen drei riesige Kronleuchter. Während einige Erstbesucher sich in der Eingangshalle umsehen und die Kristallleuchter und eindrucksvollen Marmorwände betrachten, vergessen sie kurz, dass sie gekommen waren um eine Ausstellung zu sehen.

„Hier fühle ich mich wie ein König“, sagte vor kurzem ein Gast.

Fremdenführer haben gelernt, dass sie oftmals zuerst das Gebäude vorstellen müssen, dabei einige Fakten aufzeigen und Fragen beantworten werden, aber sobald Sie bereit sind sich auf die Ausstellung zu konzentrieren, für deren Besichtigung Sie gekommen sind, dann wird es ein Vergnügen sein.

Einführung in die Geschichte des ersten Tempels

Alle Artefakte der Ausstellung „Siegel von Jeremias Geiselnehmer entdeckt“, sind von der ersten Tempelperiode, von ungefähr 1000 v. Chr. – etwa zu der Zeit als David seine Herrschaft antrat – bis 585 v. Chr., als die Babyloner Jerusalem zerstörten.

König Davids Jerusalem hatte eine Fläche von nur etwa 0,161 km² und lag oben auf einem Hügel, umgeben von Tälern nach Osten, Westen und Süden. David baute seinen Palast im Norden der Stadt und erweiterte die Stadtmauer ringsherum. Als seine 40-jährige Herrschaft endete, regierte sein Sohn Salomo weitere vier Jahrzehnte, in denen er die Stadt nach Norden erweiterte und den ersten Tempel errichtete. Der Tempel war in religiöser Hinsicht von unschätzbarem Wert und gewissermaßen auch in physischer Hinsicht. Die Bibel berichtet, dass 100.000 Talente Gold im Innenbereich des Gebäudes verarbeitet wurden. Heute würde das Gold – nur eines von vielen edlen Materialien im Tempel – 300 Milliarden Dollar wert sein.

Drei Jahre nach Salomos Herrschaft wurde das Königreich in ein größeres nördliches Königreich (Israel) und ein südliches Königreich (Juda) gespalten, bestehend aus den Stämmen Juda, Benjamin und Levi. Die 10 Stämme im nördlichen Königreich gründeten ihre eigene Hauptstadt, Samaria, und lehnten Jerusalem, das Haus Davids und die Verehrung des wahren Gottes ab.

Ungefähr 200 Jahre später erlaubte Gott dem assyrischen Reich in das paganisierte nördliche Königreich einzufallen und die Israeliten gefangen zu nehmen.

Im südlichen Königreich wusste König Hiskia, dass die assyrischen Truppen ihren feindlichen Einmarsch in Juda und Jerusalem fortsetzen würden. Er traf einige Vorkehrungen; unter anderem grub er einen Tunnel von innerhalb der Stadtmauer zur Gihonquelle – Jerusalems einzige zuverlässige natürliche Wasserquelle (Artikel, Seite 33).

König Hiskia traf auch andere Vorkehrungen für Juda, wobei er Vorräte verwendete, die Sie in unserem ersten Ausstellungskasten mit eigenen Augen sehen können.

Die ersten Artefakte

Im südlichen Königreich gab es außer Jerusalem noch vier andere Städte. König Hiskia versorgte diese Städte mit Gefäßen, die Nahrungsmittel, Getränke, Olivenöl und andere Produkte enthalten konnten. Diese Gefäße waren mit Prägungen versehen, die wir jetzt „Lamech“-Siegel nennen.

Um die Städte Judas für die bevorstehende Belagerung vorzubereiten, beschaffte Hiskia Gefäße mit Nahrungsmitteln von vier Versorgungsstädten des Königreichs.

Diese Gefäße waren mit dem Lamech-Siegel versehen. In Hebräisch bedeutet LMLK „gehört dem König“. Diese Inschriften zeigten einen zwei- oder vierflügeligen Käfer und den Namen von einer der vier Versorgungsstädte, die als eine Art Postadresse in Hiskias System dienten, um diese Städte vor der Belagerung durch die Assyrer zu versorgen.

Die Lamech-Siegel sind in der Vitrine neben anderen Artefakten, die für diese Epoche alltäglicher waren. Einige dieser Gegenstände wurden jedoch unmittelbar außerhalb eines Fensters von König Davids Palast freigelegt. Obwohl diese Artefakte Haushaltsartikel waren, gehörten sie wahrscheinlich zum königlichen Haushalt oder den Dienern des Palastes. Zu den Geräten gehören ein Teller, eine Schüssel und Schöpfkannen. Die alten Bewohner von Jerusalem verwendeten Schöpfkannen, um den Inhalt aus den größeren Gefäßen herauszuholen. Sie wurden oftmals für teurere Substanzen wie Salben und Parfums verwendet.

Das tägliche (und königliche) Leben in Jerusalem

Der nächste Schaukasten enthält ein großes Vorratsgefäß, Pithos genannt. Es ist das größte Gefäß seiner Art, das jemals in Jerusalem gefunden wurde.  Es war eines von 12 Pithoi, die verbrannt und zerbrochen gefunden wurden. Eines dieser Gefäße trug eine unvollständige Inschrift: „gehört dem Minister des o …“ Der Zusammenhang deutet darauf hin, dass es durchaus das Wort ophim gewesen sein könnte, hebräisch für Bäckerei. Das war nicht nur irgendeine Bäckerei, es war ein Teil der königlichen Verwaltung. Ein anderer Pithos trug eine Prägung mit einem Dattelbaum. Er könnte für die Aufbewahrung von Dattelsirup, der beim Backen verwendet wird, gebraucht worden sein.

Dann kommen wir zu den Stars  der Ausstellung: die Bullen. Jede Bulle ist ein keramischer Abdruck, der vom persönlichen Siegel eines judäischen Adeligen angefertigt wurde, um seine Dokumente zu authentifizieren. Diese besonderen Siegel symbolisieren jedoch eine bedeutsame und traurige Geschichte. Sie wurden von zwei Fürsten verwendet, die gegen die Botschaft des Propheten Jeremia vor der katastrophalen Zerstörung Jerusalems im Jahr 585 v. Chr. ankämpften (Artikel, Seite 14).

Die nächste Vitrine enthält unheilvolle Artefakte, die in direktem Zusammenhang mit dieser Zerstörung stehen: Götzenköpfe. Diese Götzen waren Fruchtbarkeitsgöttinnen, welche die Jerusalemer verehrten. Diese Götzen wurden mitten im Palast und nebenan gefunden, ganz in der Nähe der Bullen. Die Nähe dieser Regierungs-Artefakte zu diesen heidnischen Göttinnen gibt uns ein Bild von dem, was in Juda während dieser Epoche geschah – und warum Gott diese sündhafte Stadt bestrafte.

Außerdem sind in dieser Vitrine eine handvoll von Schalen und Öllampen aus dem gleichen Zeitraum. Lampen sind immer interessant, weil sich deren Stil im Laufe der Zeit ändert. Lampen von heute sind unterschiedlich zu denen vor 10 oder 100 Jahren – oder vor 3000 Jahren, wie Sie hier sehen können.

Herbert W. Armstrong College-Studenten halfen einen 45,70 m langen Tunnel unter Davids Palast zu finden, der offensichtlich während der ersten Tempelperiode das letzte Mal verwendet worden war (Artikel, Seite 12). Als wir den Tunnel zum ersten Mal betraten, waren da noch einige dieser Öllampen auf dem Boden. Das war für uns ein Augenblick wie in „Indiana Jones“, weil dies kein Museum war, das aufgebaut worden war, um einen alten Tunnel nachzubilden: Dies war Realität, die Zeit war stehen geblieben.

Die Zerstörung Jerusalems

Armstrong College-Studenten halfen Dr. Mazar auch einen kleinen Platz entlang der alten östlichen Stadtmauer auszugraben, wo Dutzende von Pfeilspitzen aus Bronze und Eisen aus der Zeit der babylonischen Zerstörung gefunden wurden. Sie rufen eine schreckliche Zeit von Jerusalems Geschichte in Erinnerung, als mit diesen Waffen ausgerüstete babylonische Soldaten Judas Verteidiger töteten und die Stadt 585 v. Chr. überrannten. König Nebukadnezar befahl seinen Soldaten, die Söhne von Judas König vor seinen Augen zu ermorden. Dann stachen sie König Zedekia die Augen aus und schleppten ihn in Ketten nach Babylon, nahmen die Leute von Juda gefangen und ließen eine verwüstete Stadt zurück.

Der Prophet Jeremia hatte das Königshaus von Juda und die Bürger von Jerusalem gewarnt, dass ihre Götzenverehrung und Sündhaftigkeit zu diesem Schicksal führen würden. Nicht weit von dieser Stelle in der Ausstellung ist ein Photo von einer Zisterne in Jerusalem. Diese Zisterne könnte die Grube gewesen sein, in die die jüdischen Fürsten Jeremia in den Schlamm warfen und ihn dort ließen um inmitten einer Belagerung zu sterben. Jeremia 38, 6 sagt, dass der Prophet in eine Zisterne (ein Verlies) geworfen wurde, „die im Wachthof war.“ Diese Zisterne aus der ersten Tempelperiode mit ihren verputzten Wänden scheint der Stelle am nächsten gewesen zu sein, wo „der Wachthof“ gewesen wäre. „In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm und Jeremia sank in den Schlamm.“

Aber die Geschichte geht weiter …

Aber Jeremia ist nicht in dem Verlies gestorben. Jeremia 38, 39 und 43 bekunden, dass er von Ebed-Melech, dem Diener des Königs Zedekia, gerettet wurde. Er blieb inhaftiert bis zu dem Tag, an dem Jerusalem fiel. Nachdem die babylonischen Truppen die Kontrolle über die Stadt und ihre Gefangenen übernommen hatte, befahl König Nebukadnezar seinem Befehlshaber: „Nimm ihn (Jeremia) und lass ihn dir befohlen sein und tu ihm kein Leid, sondern wie er’s von dir begehrt, so mach’s mit ihm“ (Jeremia 39, 12). Die Babyloner ließen Jeremia frei, versorgten ihn mit Nahrung, Geld und einer uneingeschränkten Reisegenehmigung für ihn und sein kleines Gefolge.

Dies ist vielleicht der faszinierendste Teil der Ausstellung. Jeremias Leben – und sein Auftrag – endete nicht an dieser Stelle. Wo ist er nun hingegangen? Der Prophet ging nach Mizpa, wo er einige bedeutende jüdische Überlebende traf: die Töchter von König Zedekia – Nachkommen von König David. Gegen die Anweisungen Jeremias wurden er und seine Gesellschaft zusammen mit anderen jüdischen Überlebenden nach Süden, nach Ägypten gebracht, wo viele von ihnen getötet wurden. Jeremias Gruppe flüchtete zurück nach Juda.

Historische Berichte zeigen, dass Jeremia über das Mittelmeer nach Spanien reiste, und schließlich bis Irland kam. Unter anderem wird in den Annalen der irischen Geschichte berichtet, dass im Jahr 569 v. Chr. (nur 14 Jahre nach Jerusalems Zerstörung) „ein weiser heiliger Mann von Osten [nach Irland] kam und mit ihm sein Schreiber, sowie eine schöne Prinzessin, die Tochter eines Königs.“ Alte Berichte zeigen auch, dass Jeremia eine Harfe, eine Lade und einen Stein namens lia-fail, bzw. den „Stein des Schicksals“ nach Irland brachte. Diesen Stein kann man noch heute im Schloss in Edinburgh, in Schottland, sehen. Diese Dinge haben alle Eines gemeinsam: sie repräsentieren die Fortsetzung des Thrones Davids!