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(c)iStock.com/Aidart

Warum schafft Deutschland das Papiergeld ab?

Die Abschaffung des Papiergeldes hilft unter Umständen im Kampf gegen den Terrorismus und vielleicht sogar den Banken – aber gibt es womöglich einen unheilvoleren Grund für diese neuen Finanzregulationen?

Deutschland erwägt, den 500-EURO-Schein abzuschaffen und eine Obergrenze für Bargeldzahlungen in Höhe von 5.000 EURO einzuführen. Dies geschieht im Rahmen eines Planes der SPD, dem Regierungspartner von Kanzlerin Angela Merkel, zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung in Europa. Zudem soll diese Maßnahme für ein höheres Maß an Sicherheit sorgen. In Wahrheit bewirkt dies genau das Gegenteil.

Der deutsche Parlamentarische Finanzstaatssekretär Michael Meister sagte der Deutschen Welle am 3. Februar, dass Deutschland für diese Reformen auf europäischer Ebene werben würde. „Da Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung grenzüberschreitende Gefahren darstellen“, sei es sinnvoll, eine europaweite „Lösung“ zu verfolgen, sagte er. Sollte es jedoch auf EU-Ebene keine Einigung geben, werde Deutschland alleine handeln. (Hervorhebungen, auch im Folgenden, durch den Autor.)

Die 500-EURO-Note mag bei Kriminellen beliebt sein, sie ist jedoch gleichzeitig der beliebteste Geldschein kleiner, gesetzestreuer Unternehmen. Autohändler, Bauarbeiter und Ladeninhaber nutzen ihn täglich.

Noch eine weitere, große Gruppe schätzt den 500-EURO-Schein – Menschen, die den Banken und der Regierung mit Misstrauen begegnen!

Für diese Menschen repräsentiert Bargeld Freiheit: die Freiheit, Geld außerhalb des Bankensystems zu halten, die Freiheit, Geschäfte zu treiben, ohne andere darüber in Kenntnis zu setzen, und die Freiheit, nicht der Überwachung und der überbordenden Eingriffe des Staates ausgeliefert zu sein.

Unter dem Deckmantel

Dennoch sieht es so aus, als bewegten sich Deutschland und Europa auf eine Zukunft ohne Bargeld zu, obwohl ein großer Teil der Menschen entschieden dagegen sind. Das geschieht aus zwei Gründen.

Erstens stellt diese Entwicklung den Versuch dar, es Kriminellen weniger „bequem“ zu machen, wie es der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi am 1. Februar dem Europäischen Parlament sagte. Veränderungen seien notwendig und die Abschaffung der 500-EURO-Note würde hierbei in Erwägung gezogen, sagte er.

Behörden wollen die Menschen dazu zwingen, ihre Geldgeschäfte elektronisch abzuwickeln – sodass verdächtige Aktivitäten entdeckt und überwacht werden können. Wenn sämtliche Transaktionen auf elektronischem Wege erfolgen, entsteht eine dauerhafte Datenspur. Theoretisch könnte so jede Transaktion, die eine Person durchführt, festgehalten und gespeichert werden – zeitlich unbegrenzt. Eine Fundgrube für Behörden, die nach Beweisen für eine Straftat suchen. Sobald Beweise gefunden werden, könnten potenziell Jahrzehnte an Finanztransaktionsdaten durchsucht werden und Finanzverbindungen, Beziehungen und weitere Vergehen zum Vorschein gebracht werden.

Einige größere Unternehmen unterstützen den Vorschlag, birgt er doch großes Potenzial für die Analyse des Kaufverhaltens der Kunden und die Vermarktung.

Das Papiergeld abzuschaffen, ist dennoch nicht populär. Besonders in Deutschland herrscht den Banken gegenüber tiefes Misstrauen. Die alte D-Mark gab es als 1.000-DM-Schein. Als Deutschland den Euro übernahm, wurde die 500-EURO-Note eingeführt, um die Sorgen in der Bevölkerung zu besänftigen. Selbst heute noch wird der Großteil aller Endkundengeschäfte in Deutschland in bar abgewickelt. Weniger als 20 Prozent bezahlen mit Karte. Somit ist der Vorstoß, den 500-EURO-Schein abzuschaffen, ein empfindliches Thema.

Viele Deutsche erinnern sich noch an die ökonomischen Verwerfungen der Weimarer Republik und an den drastischen Vermögensverlust, den die Bankenkrise Anfang der 1930er Jahre zur Folge hatte. Sie erinnern sich an die Hyperinflation, die in den 1920er Jahren ihr Geld völlig entwertete, und sie erinnern sich an die Bankenkrise, die zu dem Aufstieg der faschistischen Diktatur der Nazis führte.

Papiergeld ist in Deutschland beliebt, weil es greifbar ist. Man kann es außerhalb des Bankensystems halten und aufbewahren. Es ist mehr als nur Zahlen auf einem Computerkonto, die mit einem Klick verschwinden können. Papiergeld kann nicht von einem Hacker am anderen Ende der Welt gestohlen werden. In einer Welt voller ökonomischer Verwerfungen kann man zumindest Papiergeld in den Händen halten – oder unter die Matratze legen – und darin etwas Sicherheit finden.

Bekommt die Politik ihren Willen, vernichtet die Abschaffung der 500-EURO-Note auf einen Schlag ein Drittel des gesamten im Umlauf befindlichen Bargeldbestandes des Euro.

Die Ausrede

Vor nicht allzu langer Zeit hätte kaum ein deutscher Politiker den Vorschlag gewagt, das Papiergeld abzuschaffen – im deutschen Volk stößt ein solcher Gedanke auf breiten Widerstand.

Doch Europa veränderte sich. Die Terroranschläge auf Charlie Hebdo und die am 13. November 2015 in Paris verübten, erschütterten Europa.

Der Islamische Terrorismus stellt eine neue Bedrohung dar, und die Politik nutzt das aus.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz lehnt den Vorschlag der Sozialdemokraten mit den Worten ab, der Plan, den 500-EURO-Schein abzuschaffen, sei „ein neuer fundamentaler Angriff auf den Datenschutz + die Privatsphäre“ .

Alice Weidel, Bundesvorstand der AfD und Sprecherin des Bundesfachausschusses „Geld-, Euro-, Währungspolitik“, nennt das Bargeldverbot einen Angriff auf die Freiheit. „Das vorgeschlagene Bargeldverbot […] ist ein direkter Angriff auf die Eigentumsrechte der Bürger“, sagt sie. „[G]eben wir den privaten baren Geldverkehr auf, so […] [wird] den Bürgern […] ein elementares Freiheitsrecht genommen und der Weg in die Vollüberwachung aller Lebensbereiche geebnet (Bundesdeutsche Zeitung, 4. Februar).

Die Deutschen dürfen zurzeit so viel Geld von ihrem Konto abheben und ausgeben, wie sie möchten – ohne jemanden davon unterrichten zu müssen. Aber wie lange noch?

Ist die Politik wirklich davon überzeugt, dass solche Gesetze Terroristen aufhalten werden? In einer Handtasche können weiterhin über 1 Million Euro in 100‑EURO‑Scheinen transportiert werden. Gesetze wie diese behindern nur Kleinkriminelle. Das organisierte Verbrechen findet andere Wege. Die Terroristen finden andere Wege. Und die Politiker wissen das.

Was ist also der wahre Grund für den Vorschlag, neue Regeln einzuführen?

Das wahre Ziel

Am 3. Dezember 2015 senkte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins weiter in den negativen Bereich. Negativzinsen bedeuten, dass Geldanlagen Kosten verursachen. In diesem Fall verlangt die Zentralbank von großen kommerziellen Banken Zinsen für ihre Einlagen.

Das zielt darauf ab, die großen Banken dazu zu drängen, zusätzliche Kredite zu vergeben – und somit theoretisch die Wirtschaft anzukurbeln.

Aber in einer Wirtschaft, die in einer Rezession steckt, sind viele Banken schon zum Platzen mit faulen Krediten gefüllt. Wie Trumpet-Magazin-Autor Richard Palmer kürzlich schrieb, stehen Italiens Banken am Rande eines Zusammenbruchs . Man befürchtet, dass sogar die Banca Monte dei Paschi – die älteste Bank der Welt – ihrem Untergang entgegen gehen könnte.

Niemand weiß, wie Europas Banken mit Negativzinsen umgehen werden.

Sollten die Banken beginnen, Anlegern Zinsen in Rechnung zu stellen – anstatt sie ihnen zu zahlen – könnte dies dazu führen, dass viele Investoren ihr Geld abziehen.

Das ist die große Sorge. Negativzinsen könnten zu einer Kettenreaktion führen und in panikartigen Bargeldabhebungen, sogenannten Bank Runs, enden. Das könnte sogar jetzt schon geschehen.

Somit stellt sich den Finanzbehörden folgende Preisfrage: Wie zwingt man Menschen, ihr Geld auf der Bank zu lassen, wenn Banken Kosten dafür berechnen, Einlagen zu halten?

Man erschwert oder verbietet das Geldabheben. Dies ist der zweite Grund, aus dem das Bargeld abgeschafft werden soll.

Verborgene Bankenrettung

Das ist zudem genau das, was Willem Buiter, der Chefökonom der Citigroup, im April empfahl. Er sagte, Bargeld müsse weltweit verboten werden.

Laut Buiter stellen Negativzinsen die einzige Möglichkeit dar, zusätzliche Schulden ins System zu drücken. Damit das funktioniert – ohne dass es zu einem Bank Run kommt –, müsse das Bargeld abgeschafft werden. Das sei nötig, sagt er, weil niemand bei klarem Verstand sein Geld im System halte, wenn ihn dies 6 Prozent pro Jahr koste.

Andere führende Ökonomen sehen es ebenso. Der Chefökonom der Bank of England sagte im September, Bargeld solle abgeschafft werden und die elektronische Alternative solle Gebühren kosten. Der Präsident der größten Bank Norwegens sagte Ähnliches. Am 9. Februar veröffentlichte ZeroHedge, ein beliebter Finanzblog, einen Brief des angesehenen Kreditanalysten Dominic Konstam von der Deutschen Bank. Darin sprach Konstam davon, Negativzinsen an Sparer weiterzugeben und auf Barabhebungen Steuern zu erheben, um Bankkunden zu motivieren, ihr Geld auf der Bank zu lassen.

Sollten Sie nicht glauben können, dass die Regierungen das Ziel verfolgen, das Bargeld abzuschaffen, bedenken Sie, dass 2012 in Spanien alle Bargeldzahlungen über 2.500 EUR verboten wurden. In Italien und Frankreich gelten Bargeldgrenzen von 1.000 EUR. Deutschlands Vorschlag liegt mit einer Grenze von 5.000 EUR noch verhältnismäßig hoch.

Aber womöglich müssen sich die Regierungen gar nicht mal so anstrengen, um das Papiergeld loszuwerden.

Schweden befindet sich auf bestem Wege, die erste moderne bargeldlose Gesellschaft der Welt zu werden. Laut Credit Suisse werden 80 Prozent aller Einkäufe in Schweden mittlerweile elektronisch abgewickelt. In der Folge ist Schwedens Bargeldvorrat in den letzten sechs Jahren um beeindruckende 50 Prozent gefallen. Norwegen und Dänemark folgen mit geringem Abstand. Norwegen geht davon aus, bis zum Jahre 2020 völlig bargeldlos zu sein.

Laut Nick Giambruno von Casey Research, operieren mittlerweile zwei große schwedische Banken völlig bargeldlos. Norwegens zweitgrößte Bank nimmt in ihren Zweigstellen kein Bargeld mehr entgegen. Selbst obdachlose Straßenverkäufer in Schweden verwenden mobile Kartenlesegeräte .

Überwachungsstaat total

Europa befindet sich am Rande einer monetären Revolution. Es wird bargeldlos – ob die Menschen das wollen oder nicht.

Immer mehr Menschen zahlen mit Karte. Die einen genießen es, für den Einsatz der Kreditkarte belohnt zu werden. Die anderen sind sich der Daten, die Unternehmen aus ihren Transaktionen fischen, nicht bewusst. Man kann mittlerweile selbst per Telefon bezahlen. Es gibt Unternehmen, die mit der Möglichkeit spielen, Mikrochips, die mit dem Computer kommunizieren, unter der Haut an der Hand oder am Arm zu implantieren. Man bezahlt, indem man seine Hand auf ein Lesegerät legt.

Den Menschen gefällt das elektronische Geld, weil es so bequem ist. Zusätzlich werden sie konditioniert, ihre Privatsphäre aufzugeben. Wir leben einer von Facebook geprägten Welt, in der bereitwillig persönliche Informationen preisgegeben werden. Man hat vergessen, wie es ist, von einem totalitären Regime unterdrückt zu werden, und sorgt sich nicht, dass die verfügbaren Daten gegen einen verwendet werden könnten.

Noch ist Europa weit davon entfernt, eine bargeldlose Gesellschaft zu sein – man bewegt sich aber auf dieses Ziel zu. In Frankreich machen Bargeldzahlungen die Hälfte aller Transaktionen aus. In Deutschland sind es fast 80 Prozent. Die Tendenz ist jedoch nicht zu übersehen und der Gesetzgeber gibt sich redlich Mühe, das Bargeld abzuschaffen.

Die Entstehung einer bargeldlosen Gesellschaft hat ernste Folgen. Es ist möglicherweise eine riesige Quelle für Bürokraten und Behörden, um dadurch zu ganz neuer Macht kommen. Regierungen werden befähigt, auf elektronischem Wege sämtliche Finanztransaktionen zu überwachen und zu regulieren! Ob eine Packung Kaugummi erworben oder ein belegtes Brötchen verkauft wird, sämtliche Handlungen aller Menschen werden in Datenbanken gesammelt und gespeichert, auf die wiederum Europas Überwachungseinrichtungen zugreifen und sie für ihre Zwecke nutzen.

Denken wir nur daran, welche Macht dies den Behörden geben wird. In einer bargeldlosen Gesellschaft ist jeder gezwungen, elektronisches Geld und das Bankensystem zu nutzen, das jeweils von der Regierung kontrolliert wird. In einem solchen Umfeld wäre es für repressive Regierungen ein Leichtes, Menschen aus dem System auszusperren – es wäre sogar möglich, zu kontrollieren, wofür die Menschen ihr Geld ausgeben oder wann sie es ausgeben dürfen.

Die zunehmende Macht des Tieres

Prophetisch betrachtet sind dies bedeutsame Entwicklungen. Die Bibel spricht von einer europäischen Supermacht, die in naher Zukunft großen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben wird. Dieser ökonomische Riese wird über solche Macht verfügen, dass, so heißt es in Offenbarung 13,17, „niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens“.

„Das ‚Zeichen‘ wird sehr populär sein; die Mehrheit der Menschen wird es befürworten und danach streben; es wird gesellschaftliche Anerkennung genießen“, schrieb Herbert W. Armstrong 1952. Er fuhr fort:

Jeder will ja imstande sein, zu „kaufen oder zu verkaufen“. Das bedeutet nicht, dass die Geschäfte das Geld von denen, die die lebensnotwendigen Dinge einkaufen möchten, ablehnen werden. Jedoch ist mit diesem Ausdruck gemeint, dass, wer das ‚Zeichen‘ verweigert, keine Kaufkraft mehr hat; dass er kein Geld mehr verdient; seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann; keine Geschäfte mehr ausüben kann.

In seiner Broschüre Wer oder was ist das prophezeite Tier? legte Herr Armstrong dar, dass das Zeichen des Tieres die Sonntagsfeier war. „Und die Welt wird so eingerichtet, dass es nahezu unmöglich sein wird, zu ‚kaufen und zu verkaufen‘, wenn man nicht auch das Malzeichen des Tieres annimmt!“, schrieb er.

Wie schon in der Vergangenheit, schrieb er, werden nur die Menschen, die sich dem Glauben des Tieres unterwerfen, in der Lage sein, geschäftlich tätig zu sein.

„Ja, das Zeichen des Tieres wird erneut aufgezwungen werden! Niemand wird ohne das Zeichen einen Beruf ausüben oder sich geschäftlich betätigen können. Wer das Zeichen nicht tragen will, wird wieder gefoltert und gemartert werden, wahrscheinlich von der Geheimpolizei des politischen Staates [...]“ (ebd.).

Das erstehende europäische Tier mag noch nicht in der Lage sein, dieses Zeichen jedermann aufzuzwingen. Aber bald wird es die Vereinigten Staaten von Europa geben – eine Union bestehend aus 10 Staaten oder Staatengruppen, eine Vereinigung aus Kirche und Staat –, die fähig und willens sein werden, dies durchzusetzen.

Eine bargeldlose Gesellschaft, in der jeglicher Handel von der Regierung überwacht und kontrolliert werden kann, stellt einen beachtlichen Schritt in diese Richtung dar. Das Tier erhebt sich.