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SEAN GALLUP/GETTY IMAGES, MICHELE TANTUSSI/GETTY IMAGES, ISTOCK.COM/ OLEKSII LISKONIH

Warum die Araber mit den Juden Frieden schließen

Der Grund für das historische Abkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel enthält einen Hinweis darauf, wie es enden wird.

Das jahrzehntelange Paradigma für den Frieden im Nahen Osten wurde am 13. August formell beendet, als die Vereinigten Arabischen Emirate als das dritte arabische Land seine Beziehungen zum jüdischen Staat Israel normalisierten. Die ersten beiden Länder – Ägypten 1978 und Jordanien 1994 – unterzeichneten Friedensverträge mit Israel, um nach zahlreichen blutigen Kriegen zwischen den Ländern ihre Beziehungen zu normalisieren.

Aber im Fall der Vereinigten Arabischen Emirate ist es anders. Hier handelt es sich nicht um einen kalten Frieden und eine militarisierte Grenze wie es sie zwischen Ägypten und Jordanien gibt, sondern um eine vollständige Normalisierung der Beziehungen. Sie trägt den Spitznamen „Abraham Abkommen“ benannt nach dem biblischen Patriarchen sowohl der Araber als auch der Juden. Dieses Abkommen bedeutet, dass die Vereinigten Arabischen Emirate vorhaben, Israel so zu behandeln wie jedes andere Land, offen für eine Zusammenarbeit, zum Reisen, Handel und Partnerschaft in Sicherheitsfragen.

Vorher waren die Araber sich einig gewesen, dass Israel nur dann wie ein normales Land behandelt werden sollte, wenn es Frieden mit den Palästinensern schließt. Die Palästinenser zuerst, dann erst die arabische Welt.

Am 14. August setzten sich die Emirate über dieses Abkommen hinweg und schlossen Frieden mit Israel ohne eine Lösung des Problems der Palästinenser. Das war eine enorme Veränderung in der arabischen Politik Israel gegenüber und ein Wendepunkt der arabisch-israelitischen Beziehungen.

Um die Bedeutung dieser Angelegenheit ganz zu begreifen, muss man verstehen, warum die Vereinigten Arabischen Emirate das taten und was es uns über einen größeren Machtkampf im Nahen Osten verrät. Wie wir sehen werden, passt die Entscheidung der Emirate genau in das Bild, das die Bibel uns darüber offenbart, wie der Nahost in der Endzeit aussehen wird.

Historische Veränderungen

„Dieser historische diplomatische Durchbruch wird den Frieden im Nahen Osten voranbringen und zeugt von der mutigen Diplomatie und Weitsicht der drei Anführer“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dem Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Mohammed bin Zayed al-Nahyan. „Alle drei Länder haben viele gemeinsame Probleme und sie werden alle von dem heutigen historischen Abkommen profitieren.“

Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis die volle Kooperation zwischen den Ländern erreicht ist, werden jetzt bereits Abmachungen unterzeichnet. Zwei Tage nach der Ankündigung des Weißen Hauses hat eine Investmentgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate ein „strategisches Handelsabkommen“ mit einer israelischen Gesellschaft über die Erforschung und Behandlung des Coronavirus unterschrieben. Telefonleitungen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel wurden aktiviert und israelische Webseiten sind für Nutzer in den Emiraten nicht länger blockiert. Es wird über Direktflüge der israelischen Airline Israir zwischen Tel Aviv und Abu Dhabi und Dubai gesprochen. Und als Zeichen stillschweigender Unterstützung wird Saudi Arabien den israelischen Passagiermaschinen erlauben, Saudi Arabisches Territorium zu überfliegen.

Wie israelische Kommentatoren bemerkten, ist das Abkommen ein Segen für die Regierung des israelischen Premierministers Netanjahu. „Erstaunlicherweise bedurfte es für die bahnbrechende Entscheidung der Normalisierung der Beziehungen mit Israel keinerlei spürbarer Vorleistungen von Seiten Israels“, schrieb Raphael Ahren für die Times of Israel. „Netanjahu brauchte sich nicht einen Zentimeter aus dem Westufer-Territorium zurückzuziehen. Er brauchte nicht einen einzigen Siedler abzuziehen. Er musste nicht einmal ein Lippenbekenntnis zugunsten der Idee eines palästinensischen Staates ablegen, noch sich zu einer Zweistaatenlösung bekennen“ (14. August).

Das einzige Zugeständnis, das Netanjahu machte, war die Aussetzung der Pläne, die israelische Staatshoheit in Teilen der West Banks inklusive Ost-Jerusalem und dem Jordan-Tal durchzusetzen. Das Gerücht, Israel habe den Segen des Präsidenten Trump, das Territorium der West Banks zu annektieren, hatte eine gewaltige Gegenreaktion in der arabischen Welt ausgelöst. In dem Text des Abkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde absichtlich der Ausdruck „Aussetzung“ verwendet. Es könnte in der Zukunft immer noch annektiert werden, aber im Moment ist das erstmal vom Tisch. Und durch diesen Akt erreichte Israel den Frieden mit einem arabischen Land.

Weitere kommende Friedensabkommen

Die strategische Entscheidung, die Annektierung der West Banks zu stoppen, gestattete es Mohammed bin Zayed auch, mit dem Abkommen nicht sein Gesicht zu verlieren. Er schrieb am 13. August auf Twitter: „In einem gemeinsamen Aufruf mit Präsident Trump und Premierminister Netanjahu wurde eine Übereinkunft erreicht, die weitere Annektierung der palästinensischen Territorien durch Israel zu verhindern. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel vereinbarten auch, einen Zeitplan zur Etablierung der beiderseitigen Beziehungen zu erstellen.“

Dadurch dass die Vereinigten Arabischen Emirate Pionierarbeit leisten und Israel auch ohne schwer zu erfüllende Vorbedingungen in der Palästina –Frage anerkennen, könnten auch andere Golfstaaten schon bald diesem Beispiel folgen. Sogar Thomas Friedman von der New York Times war beeindruckt und wies darauf hin, dass die Weichen jetzt gestellt wären, damit mehr Länder Israel anerkennen. In seinem Artikel vom 13. August „Ein geopolitisches Erdbeben erschüttert gerade den Nahen Osten“ bemerkte Friedman: „Dieses Abkommen wird bestimmt die anderen Golf-Scheichtümer – Bahrain, Oman, Katar, Kuweit und Saudi Arabien ermutigen, dem Beispiel der Emirate zu folgen, denn alle hatten bereits verdeckte und offene geschäftliche Beziehungen und geheimdienstliche Zusammenarbeit mit Israel. Sie werden nicht zulassen wollen, dass die Vereinigten Arabischen Emirate ihnen einen Schritt voraus sind und ihre Finanzhauptstadt mit Israels Cybertechnologie, Landwirtschaftstechnologie und medizinische Technologie vernetzen – mit dem Potential, beide Länder stärker und wohlhabender zu machen.“

Man nimmt an, dass Bahrain der nächste Golfstaat sein wird, der dem Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate folgen wird – vielleicht sogar noch in diesem Jahr. Präsident Trump sagte: „Jetzt ist das Eis gebrochen und ich erwarte, dass mehrere arabische und muslimische Länder dem Beispiel der Vereinigten Arabischen Emirate folgen werden.“

Eine anti-iranische Allianz festschreiben

Im Nachhinein kann man erkennen, dass der Deal mit den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits seit fünf Jahren vorbereitet wurde. Wie Ben Caspit in Al Monitor am 18. August bemerkte, zeigten sich die ersten Anzeichen 2015, als die Vereinigten Arabischen Emirate Israel erlaubten, in Abu Dhabi ein Büro der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien zu eröffnen. Derweil haben die beiden Länder zusätzliche Verbindungen geschaffen – geheimdienstliche Zusammenarbeit und gemeinsame Waffenverträge. Der Chef von Israels Geheimdienst Mossad hat die Vereinigten Arabischen Emirate schon öfters besucht – besonders in den letzten fünf Jahren.

Die Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern fiel mit einem noch bedeutenderen Ereignis im Nahen Osten zusammen: der gemeinsame, umfassende Aktionsplan von US Präsident Barack Obama. Dieser 2015 unterzeichnete Atom-Deal mit dem Iran sollte den Nahen Osten unter den Mächten aufteilen, die jetzt zu Rivalen geworden sind: der Iran und die Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel. Der enorme Umschwung in der amerikanischen Politik nützte dem Terroristenstaat Iran und schadete Amerikas Beziehungen zu den Golfstaaten und zu Israel.

Diese ungenierte pro-iranische Politik verschreckte die Vereinigten Arabischen Emirate, die sich zusammen mit Saudi Arabien im Krieg gegen die mit dem Iran verbündeten Houthis im Jemen befanden und immer noch befinden. Die zunehmende Macht des Iran, enorm gefördert durch die Vereinigten Staaten unter Präsident Obama, zwang die Emirate und Saudi Arabien, sich nach anderen Verbündeten umzusehen, um dem Iran entgegenzutreten. Am Ende bedeutete das, sich mit Israel zu verbünden.

„Umso mehr sich der Iran engagierte, ‚seine islamische Revolution‘ zu verbreiten, indem er den Terrorismus und die Unterwanderung der Regime in der Region unterstützte, desto mehr Fortschritte machten die Beziehungen der Emirate mit Israel“, schrieb Caspit. „Je mehr sich die Vereinigten Staaten aus dem Nahen Osten zurückzogen und ihren Einfluss verloren... umso mehr blieb Israel allein als ein stabiles anti-iranisches Bollwerk“ (18. August).

Das Abraham Abkommen ist ein Eingeständnis der Notwendigkeit, dem radikalen islamischen Staat des Iran entgegenzuwirken – es ist keineswegs ein Beweis für die neu entdeckte Liebe zwischen den Golfstaaten und Israel. Ghaith al-Omari, ein erfahrenes Mitglied im Washingtoner Institut für Nahostpolitik sagte: „Der Iran ist das Zentrum des gemeinsamen Interesses von Israel und den Arabischen Emiraten, da beide ihn als eine existenzielle Bedrohung wahrnehmen und dieser Schritt wird die anti-iranische Achse stärken“ (Hill, 13. August).

Dies ist eine rein zweckmäßige Beziehung. Israel kann nicht davon ausgehen, dass das Friedensabkommen mit den Golfstaaten auf Dauer halten wird. Tatsächlich zeigt die Prophetie der Bibel, dass Israel besser extrem besorgt sein sollte.

Gefahr für Israel

In seiner Broschüre Der König des Südens erklärt Herr Flurry, dass die Prophetie der Bibel zwei Allianzen in der Endzeit mit Ländern im Nahen Osten vorhersagt. Die erste ist das, was Daniel 11 den „König des Südens“ nennt – eine radikale islamische Allianz angeführt vom Iran. In Daniel 11, 40 heißt es, dass diese Allianz eine aggressive Außenpolitik betreibt, die die ganze Region an den Rand eines Krieges bringt. Diese Prophezeiung zeigt, dass zu dieser Allianz Länder wie der Irak, Äthiopien, Ägypten und Libyen gehören werden.

Die zweite Allianz wird in Psalm 83 prophezeit, ein Buch der Bibel, das viele Leute nicht für prophetisch halten. Allerdings heißt es in den Bibelkommentaren von Lange und in der Anchor Bible, dass die Allianz der Länder, die in Psalm 83 vorhergesagt wird, niemals zuvor existiert hat.

„Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht: Die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen, Moab und Hagariter, Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen“ (Psalm 83, Verse 6-9).

Diese in diesem Psalm aufgezählten Völker entsprechen heute Ländern im Nahen Osten, in denen hauptsächlich Anhänger des sunnitischen Islams leben. Ismael ist die prophetische Bezeichnung für die Araber im modernen Saudi Arabien und den anderen Golfstaaten. Edom und Amalek beschreibt die moderne Türkei. Moab und Ammon befinden sich im heutigen Jordanien. Die antiken Hagariter lebten im modernen Land Syrien. Gebal und die Bewohner von Tyrus wohnten im heutigen Libanon und die Gaza-Palästinenser leben in dem Territorium, das den Philistern gehörte. Assur bezieht sich auf das moderne Deutschland. Alle diese Länder werden miteinander verbündet sein.

Wichtig zu bemerken ist, dass keins der Völker, die zum König des Südens in Daniel 11, 40-42 gehören, hier auftauchen. Die beiden Bibelstellen beschreiben zwei unterschiedliche Allianzen, die sich jetzt gerade im Nahen Osten bilden. Eine ist die pro-iranische Allianz. Die andere ist anti-iranisch. Die Vereinigten Arabischen Emirate und die anderen Golfstaaten sind Teil der anti-iranischen Allianz. Aus diesem Grund stimmen ihre Ziele mit denen Israels überein.

Wenn die Allianz aus Psalm 83 sich vielleicht auch nur zusammenfindet, um dem Aufstieg des Irans entgegenzuwirken, so offenbart die Bibel doch, dass ihr Hauptzweck ein völlig anderer sein wird.

„Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die sich bei dir verbergen. ,Wohlan!‘, sprechen sie, Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israels nicht mehr gedacht werde!“ (Verse 4 und 5).

Die Völker, mit denen der jüdische Staat bereit ist, ein Friedensabkommen zu schließen, sind die Völker, die Israel am Ende überfallen werden!

Diese Verse zeigen, dass die hauptsächlich sunnitischen „moderaten“ Araber sich miteinander und mit Deutschland verbünden werden und „Rat halten werden, um Israel zu vernichten“. Die Szene ist nicht die von verfeindeten Völkern, die offen gegeneinander Krieg führen. Sie beschreibt viel mehr einen Betrug.

Diese Allianz wird ein falsches Spiel spielen und Israel vernichten. Das Friedensabkommen zwischen den Golfstaaten und Israel wird zur Erfüllung dieser Prophezeiung führen.

Basierend auf Psalm 83 und anderen Prophezeiungen können wir erwarten, dass Israels Beziehungen zu den moderaten arabischen Ländern am Golf tatsächlich besser werden, um dem Aufstieg des Irans entgegenzuwirken. Aber man sollte auch erwarten, dass sich, wenn einmal die große Bedrohung durch den Iran überwunden ist, viele der jetzigen Verbündeten Israels sich gegen das Land wenden werden – in einer der größten Betrügereien der Geschichte. Jedenfalls sagt das unsere Bibel voraus.

Es ist natürlich ein Grund zum Feiern, wenn man hört, dass sich der Friede zwischen Israel und den arabischen Ländern ankündigt. Trotzdem sagt uns die Bibel, wir sollten uns besser vor Friedensbekanntgaben hüten. Der Prophet Jeremia warnte davor, dass falsche Propheten sagen werden: „Friede! Friede!“ und ist doch nicht Friede (Jeremia 6, 14). Das gilt ganz besonders für den illusionären Frieden im Nahen Osten.

Diese Prophezeiungen zeigen uns, dass es durch dieses oder ähnliche Friedensabkommen zwischen dem jüdischen Staat und den arabischen Golfstaaten keinen dauerhaften Frieden im Nahen Osten geben wird. Aber es ist beruhigend zu sehen, dass die Ereignisse in der Region mit den Prophezeiungen unserer Bibel übereinstimmen. Bedenken Sie, dass diese Prophezeiungen, die vor tausenden von Jahren gemacht wurden, erst in unserer Lebenszeit vollständig offenbart wurden – in der Zeit, in der sie in Erfüllung gehen würden. Es gibt Leute, die die Bibel gerne als eine Reihe von Menschen gemachte Schriften zurückweisen würden, die über hunderte von Jahren gesammelt wurden, um eine pro-israelitische oder pro-jüdische Agenda zu fördern. Die Bibel ist zwar ein Buch über Israel, aber trotzdem wird ihre Echtheit durch die Erfüllung der Prophezeiungen bestätigt, die die ganze Welt betreffen. Während sich die in Psalm 83 angekündigte Allianz gerade bildet und vorübergehend auch Israel einschließt, können wir sicher sein, dass die Bibel Gottes Wort ist und dass Er aktiv am Geschehen zwischen unseren heutigen Völkern teilnimmt.

Kos De