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Im Irak gibt es weiterhin ein Blutvergießen im Namen der Demokratie. ?

E ine Diktatur zu stürzen ist eine Sache. Das Führungsvakuum mit einer funktionierenden Regierung zu füllen etwas ganz anderes. Dennoch planen die Vereinigten Staaten, bis Ende Juni dem irakischen Volk „Souveränität“ zu verleihen. Bis zu welchem Ausmaß dies tatsächlich geschieht, bleibt abzuwarten, aber die gegenwärtige US-Verwaltung ist entschlossen, das frühere autokratische Regime durch – Paukenschlag bitte – eine Demokratie zu ersetzen.

Die Etablierung der Demokratie ist laut einer Radioansprache von George W. Bush vom 1. Mai, eine Sache von Leben und Tod. „Ein Ausbleiben der Demokratie im Irak würde Terroristen rund um den Erdball ermutigen, die Gefahren für das amerikanische Volk erhöhen und die Hoffnungen von Millionen im Nahen Osten ersticken.“

Im Hinblick auf die sich nähernde Frist am 30. Juni, sagte der amerikanische Präsident voraus: „Wir werden wahrscheinlich mehr Gewalttätigkeit von Gruppen sehen, die sich gegen die Freiheit stellen“, aber „wir werden unsere Arbeit im Irak zu Ende führen, weil der Einsatz für unser Land und die Welt hoch sind.“

Präsident Bush in seinem selbsterklärten Bemühen, „die Welt zu ändern“, benützt den Irak lediglich als Ausgangsposition zu dem, was seine Regierung als die größere Nahostinitiative bezeichnet hat – eine Zusage, die Hoffnung auf Demokratie zu den Nationen im ganzen Nahen Osten zu bringen. Diese Initiative wurde als die „ehrgeizigste Bestrebung der US-Demokratie seit Ende des Kalten Krieges“ bezeichnet (Washington Post, 28. Februar). Ein Aufgebot an diplomatischen, kulturellen und wirtschaftlichen Maßnahmen einbeziehend, tritt die Kampagne für freie Wahlen, unabhängige Medien, Gleichheit für Frauen und das Bildungswesen ein und würde den betroffenen Nationen finanzielle Aufschwungsimpulse verschaffen.

Diese Initiative, die Demokratie in den Irak und den weiteren Nahen Osten zu bringen, ist eines der Kernziele der Bush-Administration. Die Überlegung ist die, dass die Welt ein besserer Platz sein wird, wenn diese erhabenste aller Regierungsformen in Nationen eingeführt ist, die gegenwärtig eine Bedrohung für die Stabilität der Welt sind.

Diese Ambition stammt nicht von Präsident Bush. Seit Woodrow Wilsons Bemühungen nach dem Ersten Weltkrieg, „die Welt für die Demokratie reif zu machen“, befanden sich die USA auf einem Quasikreuzzug für das, was sie als die beste Regierungsform betrachten. Amerika befand sich lange in dem Glauben, dass sein „aufgeklärtes“ moralisches Regierungssystem das notwendige Allheilmittel ist, um weltweit Frieden, Wohlstand und Freiheit zu bringen.

Ist es dann nicht angebracht, an diesem Punkt der Geschichte des Nahen Ostens einen unvoreingenommenen Blick auf die Demokratie zu werfen? Ist es nicht angebracht – wenn Präsident Bush in diesem November selbst unter das Auge jenes Systems kommt, für das er heute einen Kreuzzug unternimmt – zu fragen, welchen Wert diese politische Ideologie für die Stabilität der Welt besitzt? Kann die Demokratie im Nahen Osten funktionieren? Funktioniert es in Wirklichkeit in den USA? Kann es tatsächlich irgendwo funktionieren? Gibt es einen besseren Weg, die Angelegenheiten der Menschheit zu verwalten?

Das nicht-westliche Gesicht der Demokratie

Ob die Demokratie nun eine aufgeklärte Form des Regierens oder ein abgrundtiefer Fehlschlag ist, es sollte in diesem Zusammenhang zuerst festgestellt werden, dass die Demokratie ihre „Westlichkeit“ niemals bewahren kann, wenn sie in einer nicht-westlichen Nation zur Anwendung kommt. Amerikanische politische Meinungsbildner neigen dazu, dies zu unterschätzen. Und es wirft einen fragwürdigen Schatten auf das Ziel der gegenwärtigen US-Regierung, die Demokratie in die arabischen Staaten zu bringen.

Zum Beispiel wird Demokratie oftmals gleichgesetzt mit Freiheit und Gleichheit. Aber versuchen Sie mal, das den niedrigsten Gliedern des indischen Kastensystems zu erklären – innerhalb eines Landes, das sowohl Demokratie als auch eine soziale Struktur hat, die besagt, wenn du als „unreiner Arbeiter“ geboren bist, dann wird deine höchste Vollendung in der Gesellschaft, die eines „unreinen Arbeiters“ sein. Oder denken Sie nach über die Millionen von Waisen in der Republik Südafrika und ihren nachbarschaftlichen „Demokratien“, die weder Bildungsmöglichkeit noch ein gesundes Umfeld haben, in dem sie aufwachsen können. Oder blicken Sie nach Simbabwe, wo „freie“ Wahlen von Einschüchterung und Ermordung von politischen Gegnern begleitet werden. Ist dies Freiheit? Werden alle Menschen gleich behandelt?

Eine andere westliche Annahme von der Demokratie ist die, dass es am besten ist, wenn sie von Pluralismus untermauert ist – die Idee, dass viele in einer Regierung gleichzeitig vorhandene, unterschiedliche Ansichten helfen, einen Konsens zu schaffen, der am besten für das ganze Land ist. Dies ist das Prinzip welches die USA vorhaben, im Irak einzuführen: Setzen wir die Schiiten, die Sunniten und die Kurden zusammen in eine Drei-Mitglieder Präsidentschaft (einen Präsidenten, zwei Stellvertreter), so wird jede Vereinbarung den Angehörigen aller drei nützen. Aber dieser idealistische Schritt wird nicht von jedermann gutgeheißen, besonders nicht vom schiitischen Groß-Ayatollah Ali al-Sistani, der es als ein Rezept für „Teilung und Trennung“ bezeichnete (Asia Times, 25. März).

Der größte Trugschluss im westlichen Denken ist vielleicht der, dass Demokratie in nicht-westlichen Ländern pro-westliche Verwaltungen hervorbringt. Dies geschieht selten, wie Samuel P. Huntington in The Clash of Civilizations schrieb. Er bezeichnete dies als das „demokratische Paradox“, und meinte damit, dass „das Annehmen westlicher demokratischer Institutionen durch nicht-westliche Gesellschaften, einheimische und antiwestliche politische Bewegungen ermutigt und ihnen Zugang zu Macht gibt“ (durchaus meine Betonung). Wahlen in islamischen Ländern wie Algerien und der Türkei haben Islamisten, also antiamerikanische Politiker ans Ruder gebracht.

Moslems tendieren dazu, die westliche Demokratie als die Antithese des Islams zu betrachten. Wie ein sunnitischer Scheich im Irak klarlegte: „Alles, was in unserem Land passiert, geschieht deshalb, weil wir von unserer Religion abschweiften. Wir wichen vom Islam und nahmen die Demokratie der Ungläubigen und die Freiheit der Ungläubigen. Es gibt keine Lösung außer dem Islam und Stabilität wird niemals ohne ihn zurückkehren. Bleibt also beim Islam“ (Asia Times, 23. März). Die USA sehen sich im Nahen Osten mit jenen konfrontiert, die glauben, dass der Islam nicht rein bleiben kann, wenn er sich mit Amerikas Version der Demokratie vermischt.

Wie wir in unserer Ausgabe vom November 2002 schrieben: „das Problem ist, dass diese Anstrengung, das Evangelium von der Demokratie zu verbreiten, auf einer irrtümlichen Annahme beruht – dass nämlich alle Menschen wie Amerikaner denken und sich wie Amerikaner verhalten. Sie tun es nicht!“

Die Stärke der Demokratie

Obwohl Amerikas historische Bemühungen, die Demokratie weltweit zu verbreiten, wie eine verlorene Sache scheinen mag, werden viele weiterhin behaupten, dass die Demokratie die beste Form der Regierung ist, die die Menschheit entworfen hat. Winston Churchill nannte es „die schlimmste Form der Regierung, außer all der anderen, die bisher ausprobiert worden sind.“

Sicherlich, die Demokratie hat sowohl gute wie auch schlechte Seiten. Lassen Sie uns dies kurz untersuchen. Zur besseren Erklärung und weil die Demokratie in den verschiedenen Nationen auch die verschiedensten Formen hervorbringt, wollen wir dies aus der Perspektive der typischen, längstwährenden Demokratie der Welt betrachten: die der Vereinigten Staaten von Amerika.

Es gibt es in der Demokratie einiges an Positivem; drei umfangreiche Grundsätze fassen dies zusammen.

Erstens: Die Demokratie berücksichtigt und schützt die Interessen jener, die sich unter dieser Regierung befinden. Abraham Lincoln definierte es als Regierung „des Volkes, durch das Volk, für das Volk.“ Deswegen ist eine Demokratie wie die USA in großem Ausmaß um die Menschenrechte bemüht – faire Behandlung und Gleichheit aller Männer und Frauen im Lande. Gesetze werden erlassen, um die Rechte aller seiner Bürger zu schützen, die Minderheiten eingeschlossen.

Vergleichen Sie das mit dem kommunistischen Sozialismus, der in der Theorie zwar jeden Bürger auf die gleiche wirtschaftliche Basis stellt, in der Praxis aber die Unersättlichkeit der regierenden Elite füttert. Nehmen Sie zum Beispiel die demokratische Volksrepublik von Korea (Lassen Sie sich nicht durch den Namen irreführen), wo über 13 Millionen Nordkoreaner unterernährt sind, während Präsident Kim Jong-II niemals eine Mahlzeit gefehlt hat. Ist es da ein Wunder, dass Bürger kommunistischer Staaten, wie etwa Kuba, sich auf winzigen Flößen zusammendrängen, um an Amerikas Küsten zu segeln, dabei Haien, Unterkühlung und dem Ertrinken ins Auge blickend – oder lieber zu sterben?

Zweitens: Die Demokratie gebraucht ein System von Überprüfung und Ausgewogenheit – beschränkte Amtszeiten und verschiedene staatliche Bereiche – als ein Sicherheitsventil gegen Korruption.

Als Amerikas Ahnen die Verfassung entwarfen, bewerteten sie die menschliche Natur realistisch, wohl wissend, dass Menschen fehlerhaft und zu enormem Übel fähig waren. Sie erkannten, dass jene, die Macht ausüben, von anderen überprüft werden müssen, um zu verhindern, dass ein Mann oder eine Gruppe von Eliten absolute Kontrolle über das Land ausüben. Thomas Jefferson warnte in seinen Notizen über den Staat Virginia, dass Mitglieder einer gesetzgebenden Körperschaft sich bezüglich ihrer eigenen Integrität niemals Illusionen hingeben und annehmen sollten, ihre Macht niemals zu missbrauchen. „Die menschliche Natur ist auf beiden Seiten des Atlantiks die gleiche und wird gleichermaßen von denselben Ursachen beeinflusst.“

Durch die häufigen Wahlen trifft das von Amerikas Gründungsvätern eingesetzte System Vorkehrungen dagegen, dass ein wahnsinniger Diktator an die Spitze kommt.

Durch die Aufteilung von Macht werden Beamte für ihre Handlungen verantwortlich gehalten. Der Kongress kann den Präsidenten zügeln, wenn er seine Grenzen überschreitet, und sowohl der Präsident als auch der Kongress müssen übereinstimmen, wer im Bundesgerichtswesen den Vorsitz führt.

Innerhalb dieses Regierungssystems gibt es auch voneinander abweichende Gesichtspunkte, wie man die Aufgaben der Regierung durchführen kann – im Wesentlichen definiert in den zwei größeren politischen Parteien, Demokraten und Republikaner. In einer Demokratie ist die Existenz entgegengesetzter Standpunkte geduldet, um den Abgeordneten und regierenden leitenden Angestellten zu helfen, für ihre Wählerschaft das bestmögliche zu erreichen. Vergleichen Sie das mit der Situation im Irak nur zwei Jahre zuvor, wo damals jeder, der gegen die politischen Ideale des Autokraten war, gefoltert oder durch einen brutalen Tod zum Schweigen gebracht worden war.

All das dient zum Schutz davor, dass irgendjemand von den staatlichen Stellen des Landes zuviel an Macht gewinnt.

Drittens: Die Demokratie erlaubt seinen Bürgern ein großes Maß an Freiheit – im Gegensatz zu dem, sagen wir, was ein autokratisches Regime erlauben würde. Der Kunst wird erlaubt, in einer Gesellschaft zu gedeihen, die Rede- und Ausdrucksfreiheit erlaubt. Pressefreiheit bedeutet, dass die Regierung keine direkte Kontrolle über die Medien besitzt, wie es in Ländern wie China und Simbabwe der Fall ist. Dieses westliche Ideal ist eine weitere Taktik, jene in Machtpositionen daran zu hindern, zuviel Kontrolle zu gewinnen, und das auch den freien Austausch verschiedener Standpunkte über verschiedene Themen erlaubt. Diese Freiheiten bringen Genialität, Ideen, Erfindung und Industrie hervor. Sie fördern Kreativität, die Gunst der Stunde und, bei Entfaltung, Reichtum und Wohlstand.

Die Schwächen der Demokratie

Diese Punkte sprechen im bemerkenswerten Maße für die Demokratie. Aber bedauerlicherweise können wir dieselben drei Punkte zur Hand nehmen und damit belegen, wie Demokratie als Regierungssystem fehlschlägt – wie sie Churchills Beschreibung als „die schlimmste Form“ erfüllt.

Erstens: Eine Nation, die „für das Volk“ regiert und „durch das Volk“ betrieben wird, befindet sich in einer prekären Situation. Wenn die Bürger einen Führer wollen, der sein Augenmerk mehr auf die innere Unruhe als auf Bedrohungen von außen richtet, wird das Land solch einen Führer wählen – egal, was in Wirklichkeit die größere Gefahr bedeutet. Gleichfalls, wenn ein Führer eine Entscheidung trifft, die darauf basiert, was am besten für das Land ist, und dennoch im Gegensatz zum allgemeinen Konsens steht, kann die Öffentlichkeit entscheiden, ihn außer Amt zu stellen, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies verursachen kann.

Wenn der nationale Wille oder die Moral in Scherben liegt, werden Verwaltungen eingesetzt, die diesen Geist widerspiegeln. Wenn die moralische Struktur der Bevölkerung sich aufzulösen beginnt, wird solch ein Niedergang durch ein demokratisches System nur noch verschlimmert. Eine mit schädlicher Unterhaltung überschwemmte Gesellschaft wählt keine Führer, die ein Gesetz dagegen einbringen. Ein Volk, das nicht länger mehr um die Heiligkeit der Ehe besorgt ist, wählt Führer mit gleichgestimmten Programmen. Bürger, die um ihre eigenen finanziellen Schwierigkeiten besorgter sind als über den Terrorismus, wählen Politiker die versprechen, sich dieser Sorgen anzunehmen. „Das Volk“ kann oftmals engstirnig und egoistisch sein.

Zweitens: Dieselben Sicherheitsventile, die zum Schutz gegen menschliche Korruption eingesetzt sind, bauen eigentlich mehrere anhaftende Schwächen in das System ein.

Demokratie begrenzt die Wirksamkeit eines nationalen Führers im Umgang mit anderen Nationen. Eine begrenzte Dauer der Amtszeit und Anzahl der Amtszeiten kann oftmals die Außenpolitik einer Nation umwandeln – seine Glaubwürdigkeit und seinen Einfluss in der globalen Arena schwächen. Die islamischen Radikalen, die Spanien am 11. März angriffen – nur 74 Stunden bevor die Bürger zu den Urnen gingen – wussten dies sehr wohl.

Aufgebaut auf dieses System von Zeitabläufen, Überprüfungen und Gleichgewichten – und einer Regierung „durch das Volk“ – sind die freien Wahlen. Aber diese Wirksamkeit gibt der Demokratie auch eine unvermeidliche Schwäche: Jenen, die in verantwortlichen Positionen eingesetzt sind – als fehlbare, egoistische Menschen – ist oftmals die Wahl, Wiederwahl oder ein höheres Amt für sich selbst wichtiger als für die Wahrheit einzutreten, Gesetze zu verabschieden oder auf eine Art und Weise zu arbeiten, die wirklich am besten für das Volk sind.

Als im Januar 1969 der revolutionäre europäische Politiker Franz Josef Strauss in Pasadena den Campus von Ambassador College besuchte, nur Tage, nachdem Richard Nixon sein Amt angetreten hatte, traf er sich mit Kanzler Herbert Armstrong. Herr Armstrong erinnerte sich an eine Frage, die ein Gast Herrn Strauss stellte: “Was denken Sie, ging in Herrn Nixons Gedanken vor, als er den Amtseid leistete?“ Strauss antwortete ohne Zögern: „Wie ist die Wiederwahl vier Jahre später möglich, natürlich.“

Zurzeit bestreiten führende Politiker teure und heftige Wahlkämpfe, gipfelnd in den Wahlen im November. Beide Seiten sind bemüht, Ungeschicktheiten der jeweils anderen Seite bei der Führung des Landes aufzuzeigen; beide Seiten heben ihre eigenen Qualitäten und Stärken hervor; die amtierende Regierung, nun bereits dem November nahe, vermeidet Themen, die für ein Wahljahr zu sensitiv sind. Und warum? Alles, um das Amt zu erhalten!

Drittens: Eine Schwäche in der Demokratie, geboren aus dieser Segnung von Freiheit, ist, dass unsere vielen Freiheiten zu unmoralischen Extremen und Dekadenz verwendet werden können. In der angloamerikanischen Demokratie führt die tolerante Einstellung des Pluralismus bis zu dem Punkt, wo die „Freiheit der Rede“ Obszönität, Pornographie, vulgäre Musik und gewalttätige Unterhaltung schützt, und wo die „Religionsfreiheit“ das vollständige Entfernen jeglicher Religion aus der öffentlichen Gesellschaft garantiert.

Dies macht die Demokratie potentiell zur zerbrechlichsten aller staatlichen Systeme. Weil sich die nationale Macht beim Volk befindet, ist die Nation als Ganzes nur so stark wie der einzelne Charakter seiner Bürger. Sogar Amerikas Gründer wussten, dass zur Funktionsfähigkeit dieses Systems jene, die regiert wurden, (d.h. jene unter letztendlicher Kontrolle) gottesfürchtige, aufrichtige Bürger sein mussten, oder das System sich schließlich selbst zerstören würde. In einer Ansprache an das Militär sagte John Adams: „unsere Verfassung wurde nur für ein moralisches und religiöses Volk gemacht. Sie ist völlig unzulänglich zum Regieren aller Anderen“ (11. Okt. 1798). George Washington sagte: „es ist unmöglich, die Welt ohne Gott und die Bibel richtig zu regieren“ (17. Sept. 1796).

Ausschlaggebend, diesen Punkt zu begreifen, ist das Verständnis, dass es einen Teufel gibt, der die ganze Welt verführt, und der der Mächtige ist, der in der Luft herrscht (Offenbarung 12,9; Epheser 2,2). Die Bibel, das Wort Gottes, zeigt uns, dass Satan konstant korrupte Gedanken, Impulse und Stimmungen an die Menschheit sendet. Alle Menschen sind dem unsichtbaren Einfluss von Satan dem Teufel unterworfen – und in einer Regierung „des Volkes für das Volk“ wird das System gefährdet, wenn diese Freiheiten uneingeschränkt bleiben.

Wir müssen uns fragen, wenn Präsident Bush „die Welt ändern“ will, in welche Richtung er sie verändern will? Wäre die Welt solch ein besserer Platz, wenn sie nach dem Bilde der Vereinigten Staaten von Amerika gestaltet wäre? Unsere Freiheit zu exportieren bedeutet, unsere gewalttätige Unterhaltung, unsere Pornographie, unsere vulgäre Musik zu exportieren, und in weiterer Folge den Zusammenbruch unserer Familien!

Die Demokratie ist trotz ihrer Stärken unfähig, der Welt den Frieden zu bringen, den sie so dringend benötigt. Und Amerika, das Vorbild dieser Ideologie und staatlichen Struktur, gibt ein entsetzliches Beispiel für eine Nation, die im Besitz all dessen ist – Demokratie, Freiheit, Reichtümer und die Macht, dies rund um die Welt zu verbreiten.

Ist es das, was die Iraker brauchen? Ganz offensichtlich litten sie unter Saddam Husseins autokratischem Regime. Aber ist die Demokratie wirklich die Antwort? Wird das die Probleme des Nahen Ostens lösen? Brauchen diese Nationen das Chaos, errichtet durch das, was gleichzusetzen ist mit Pöbelregierung? Brauchen sie die „Freiheiten“, die ihnen den Verstand zerstörende Unterhaltung und Dekadenz bringen?

Ist es das, was unsere Welt braucht?

Die Zukunft der Regierung

Ist es wirklich fair, die Demokratie so hart zu beurteilen, wenn sie letztendlich – nach Meinung des Westens – weit besser ist als eine absolute Monarchie, Diktatur oder der kommunistische Sozialismus?

Es ist mehr als fair! Warum? Weil wir mit garantierter Gewissheit behaupten können, dass die Demokratie am Ende durch eine viel bessere Regierung ersetzt werden wird!

Bevor diese Regierung aufgestellt ist, wird die Demokratie, wie uns einige erschreckende Bibelprophezeiungen zeigen, zu einem tragischen Ende kommen.

Jene, die von den Schwächen der Demokratie sprechen, nehmen oft ihre historisch kurzlebige Natur zur Kenntnis. Sogar Amerikas Vorfahren war dies bewusst.

Die Bibel prophezeit von dem schließlichen Niedergang der angloamerikanischen Nationen unserer modernen Welt (Fordern Sie Ihr Gratisexemplar von Die USA und Großbritannien in der Prophezeiung für mehr Information an). Dies wird das Ende der Demokratie in diesen Nationen bedeuten!

Bezüglich der Demokratie in Europa prophezeit die Bibel den Aufstieg einer europäischen Supermacht, genannt das „Tier“, beherrscht von einem diktatorischen politischen Führer und einem religiösen Führer (Herbert Armstrongs gratis erhältliche Broschüre Wer oder was ist das prophetische Tier? erklärt dies). Europäische Länder werden bald ihre Demokratien ablegen, um von diesen charismatischen Autokraten geführt zu werden.

Paradoxerweise wird all dies ein Zeichen dafür sein, dass gute Nachrichten bloß um die Ecke sind – dass eine Regierung, viel besser als Demokratie oder Autokratie, die Zügel einer globalen Herrschaft ergreifen wird!

Die Bibel prophezeit die Rückkehr von Jesus Christus, um die Macht dieses Tieres zu zerschmettern. Daniel 2,44 zeigt, Gottes Regierung – Sein Königreich – „wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber dieses selbst wird ewig bleiben“.

Die Demokratie wird sich nur noch wenige Jahre der Herrlichkeit erfreuen, bevor sie für immer vom Planeten ausradiert werden wird! Und obwohl es für die Weltgeschichte kurzfristig eine dunkle Zeit kurz vor der Wiederkehr Christi bedeutet, signalisiert es die großartigsten Nachrichten, die wir jemals hören konnten! Dies sind die „guten Nachrichten“, das ist das Evangelium  – die Botschaft, die Jesus Christus betreffend des buchstäblichen „Reiches Gottes“ predigte (Markus 1,14), das auf Erden errichtet werden soll!

Es gibt eine bessere Form der Regierung! Und sie wird alle Nationen beherrschen!

Gottes Regierungssystem

Werfen wir folglich einen kurzen Blick auf das System der Regierung Gottes und auf die Frage, warum es das beste System für die Führung der menschlichen Zivilisation ist. Wir prüfen es mit Hilfe derselben drei Punkte, die wir zur Prüfung des Guten und des Schlechten der Demokratie angewandt haben. Wir werden sehen, wie sich Gottes Regierungssystem der Stärken der Demokratie rühmt, ohne ihren Schwächen zu unterliegen.

Erstens: Gottes System berücksichtigt die besten Interessen jener, die regiert werden. Seine Regierung respektiert die „unveräußerlichen Rechte“ jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes jeglicher Rasse. Diese Rechte wurden in der Tat von Ihm als Schöpfer der Menschheit begründet. Sein Gesetz und Seine Regierung berücksichtigen die besten Interessen jener, die beherrscht werden. Stellen Sie sich eine Welt vor, wo jeder Bürger aus jeder Nation Gelegenheit und Gleichheit hat!

Aber beachten Sie diesen einzigartigen Unterschied! Die Regierung wird „für das Volk“ sein, aber nicht „vom Volk, durch das Volk.“ Sie wird durch den König der Könige, Jesus Christus, ausgeübt. Er wird die endgültige Kontrolle haben. Aber im Gegensatz zu jedem egoistischen, machthungrigen Menschen wird Christus auf eine Weise herrschen, die jenen, die regiert werden, wahrhaft zum Wohle gereicht. Im Gegensatz zu den heutigen menschlichen Führern kann Christus nicht sündigen (1. Johannes 3,9).

Zweitens: Die Regierung Gottes wird Sicherheitsventile gegen menschliche Korruption am richtigen Platz haben – aber nicht auf jene Art, wie die Demokratie sie heute hat. Diese Schutzmaßnahmen gegen menschliche Korruption werden sein, dass „Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben werden können“ (1. Korinther 15,50). Daniel 2,44 besagt, „sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen.“ Das Haupt dieser Regierung im Reich Gottes wird Jesus Christus sein, assistiert von jenen Heiligen, die sich in diesem Leben qualifizieren, mit Ihm zu herrschen. Ihre Loyalität gegenüber der Regierung Gottes wird jetzt geprüft – sodass ihnen vertraut werden kann, wenn sie zu geistigen Mitgliedern der Familie Gottes verwandelt werden.

Stellen Sie sich eine Welt vor, die von heiligen, gerechten Geistwesen mit Jesus Christus an der Spitze regiert wird! Menschliche Korruption wird ausgelöscht sein – ebenso wie Regierungsstillstand und politische Konkurrenz. Keine Wahlen mehr –  kein Bedarf mehr für Wahlen! Stellen Sie sich politische Harmonie und Produktivität nicht nur landesweit, sondern weltweit vor!

Christus wird nicht vier Jahre oder limitiert auf zwei Perioden dienen (Jesaja 9,6-7), noch werden Seine Heiligen unter Ihm diesen Einschränkungen unterworfen sein; Gottes Reich wird für immer herrschen. Christus und die Heiligen werden keine höhere Positionen begehren oder mit Eigeninteresse regieren – sondern mit ausströmender Liebe zum Wohl, Glück, der Fürsorge und ewigen Erlösung jener, die sich unter dieser Regierung befinden.

Gottes Weg zu regieren ist liebevoll und uneigennützig. Man wird in der Lage sein, diesen Weg unverwässert zu erleben, den Herr Armstrong stets als die „Wundervolle Welt von morgen“ bezeichnete.

Drittens: Die edle, aber unzulängliche Freiheit, die die Demokratie anbietet, wird in reiner, göttlicher Form in der Welt von Morgen existieren. Ja, es wird eine Freiheit sein, die Genialität, Erfindung, Industrie, Chancen, Kreativität, Wohlstand und Reichtum erzeugt. Aber es wird eine andere „Freiheit“ sein als jene von heute, die die liebevollen Einschränkungen von Gottes Gesetz entfernt – Seine Zehn Gebote.

Die Bibel bezeichnet dieses Gesetz als das „perfekte Gesetz der Freiheit“ (Jakobus 1,25). Dies ist der einzige Weg, wie wir wahre Freiheit haben können. Stellen Sie sich eine Welt vor, wo jedermann den einen wahren Gott anbetet. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der niemand lügt, stiehlt, mordet oder Ehebruch begeht. Stellen Sie sich eine Welt vor ohne Mogeln, Diebstahl, Mord, Vergewaltigung oder Scheidung. Stellen Sie sich vor, ohne Furcht vor Straßenraub oder Überfall, alle Straßen in der gesamten Nachbarschaft entlang gehen zu können! Stellen Sie sich Häuser und Fahrzeuge ohne Schlösser oder Sicherheitssysteme vor. Das ist wahre Freiheit! Und das ist es, was Gott für die Menschheit will.

Präsident Bush hatte recht, als er in seiner Pressekonferenz vom 13. April behauptete: „Freiheit ist das Geschenk des Allmächtigen an jeden Mann und jede Frau in dieser Welt.“ Was er und seine Regierung noch nicht verstehen, ist, dass dieses Geschenk nicht als Folge von Demokratie kommt – sondern durch die Etablierung von Gottes perfekter, wohlwollender Regierung, die auf dieser Erde herrscht! 

Kos De