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aldomurillo/iStock

Ein Leben ohne Schläge

Gedanken über die öffentliche Diskussion bezüglich der Prügelstrafe

Sind Sie ein Elternteil mit Kleinkindern, Kindern oder Jugendlichen? Wenn dem so ist, möchte ich Ihnen gerne eine Frage stellen. Was denken Sie über körperliche Züchtigung? Es ist ein heißes Thema in den Köpfen von Vielen. Machen Sie sich auch Gedanken darüber?

Elterlicher Gebrauch der Prügelstrafe wurde in Amerika im September wieder in die öffentliche Diskussion gebracht, als der NFL-Stürmer Adrian Peterson wegen des Verbrechens der Kindesmisshandlung verhaftet wurde, weil er seinen 4-jährigen Sohn mit einer Rute bestrafte. Peterson entging einer Gefängnisstrafe, indem er im Sinne der Anklage als Teil eines Einspruchsabkommens auf fahrlässige Körperverletzung plädierte. Peterson wurde aufgefordert, $ 4.000 Bußgeld und die Gerichtskosten zu bezahlen, an Elternerziehungskursen teilzunehmen und 80 Stunden gemeinnützige Arbeiten zu verrichten.

Nach Bekanntwerden des Peterson-Falles beeilten sich Kinder-Anwälte, die Prügelstrafe allgemein zu verurteilen. Evangelikale antworteten mit Entrüstung. Mehrere Op-Ed Schreiber warfen das Rassenthema in die Diskussion. Eltern begannen auf sozialen Medien und Hörersendungen im Radio über den Unterschied zwischen Kindesmisshandlung und Prügelstrafe zu diskutieren. Einige Eltern waren sehr entrüstet und erklärten, dass es niemanden etwas angehe, wie sie ihre Kinder erziehen.

Ich persönlich glaube, dass es in der westlichen Gesellschaft eine stille Mehrheit von Eltern gibt, die verunsichert sind und die sich in einem Zwiespalt befinden, wie sie ihre Kinder, die ihnen das Leben schwer machen, wegen ihres undisziplinierten Verhaltens bestrafen sollen. Auf einer kürzlich unternommenen Geschäftsreise fühlte ich mich wirklich schlecht für eine Mutter am Flughafen, deren Kind sich hin und her drehte und sie dabei schlug, weil sie nicht das tat was das Kind wollte.

Prügelstrafe und das Gesetz

Es gibt eine globale Bewegung, die die Prügelstrafe eliminieren will. Einundvierzig Nationen verbieten jede körperliche Züchtigung an Kindern: zu Hause, in Schulen und anderen Institutionen einschließlich im Strafvollzug. Siebenundzwanzig dieser Nationen haben ihre Gesetze gegen Hiebe im letzten Jahrzehnt verabschiedet. Zusätzliche 78 Nationen verbieten körperliche Züchtigung in Schulen.

In Amerika erlauben alle 50 Staaten körperliche Züchtigung von Kindern. Neunzehn Staaten, vor allem im Süden, erlauben körperliche Züchtigung in den Schulen. Dies bedeutet nicht, dass alle Eltern körperliche Züchtigung anwenden. Die Debatte, die durch den Fall Peterson ausgelöst wurde, zeigt erhebliche Unstimmigkeiten hinsichtlich körperlicher Züchtigung zwischen den Amerikanern auf regionaler, religiöser und rassischer Ebene.

Es scheint, dass laut der Makrodaten die körperliche Züchtigung in den Vereinigten Staaten immer unpopulärer wird”, berichtet der Christian Science Monitor. Die Auswertung zahlreicher nationaler Umfragen, die während der vergangenen Jahrzehnte gemacht wurden, zeigt, so fand Murray Straus, ein Experte auf dem Gebiet der körperlichen Züchtigung an der New Hampshire Universität in Durham heraus, dass die Zahl der Eltern, die sagen, dass Hiebe manchmal nötig sind, von über 90 Prozent im Jahr 1968 auf ca. 65 oder 70 Prozent im Jahr 1994 gesunken ist, und seitdem bis heute stabil geblieben ist.” (19. Okt. 2014). Andere Forscher haben herausgefunden, dass, während die Zahl der Eltern, die körperliche Züchtigung anwenden, gesunken ist, die Amerikaner ihre Kinder immer noch züchtigen, um sie zu disziplinieren – sehr zur Bestürzung der akademischen Stimmen gegen körperliche Züchtigung.

Es ist wahrscheinlich, dass manche Eltern nicht ganz ehrlich sind bei Umfragen, oder dass die Umfragen die Eltern, die körperliche Strafe anwenden, nicht erreichen. Eine der führenden akademischen Stimmen gegen die Prügelstrafe, Prof. Elizabeth Gershoff an der Universität von Texas in Austin, fand in den späten 2000er Jahren heraus, dass, wenn amerikanische Kinder die Mittelschule erreichen, 85 Prozent von ihren Eltern körperlich bestraft wurden” (ibid.). Kenneth Dodge, Familienpolitik-Wissenschaftler an der Duke Universität, hat ähnliche Zahlen herausgefunden. Indem er in Langzeitstudien Hunderte von Kindern von der Vorschule bis zum Erwachsenenalter begleitete, fand er heraus, dass 70-80 Prozent körperlich bestraft wurden (ibid.). Prof. Murray Straus glaubt, dass 90 Prozent der Kleinkinder immer noch körperlich bestraft werden.

Offiziell wird die Prügelstrafe in vielen Schulbezirken quer durch die Staaten immer noch erlaubt. Zahlen des US-Bildungsministeriums sagen, dass jedes Jahr 200.000 Schüler körperlich diszipliniert werden. In einigen Schulbezirken im Norden Floridas zeigen staatliche Statistiken, dass mehr als 1 von 10 Schülern geschlagen wird.

Der Arlington Schulbezirk am Stadtrand von Memphis, Tennessee, hat vor kurzem die Prügelstrafe wieder eingeführt und dadurch den Lehrern alle möglichen Mittel zur Verfügung gestellt.“ Es ist klar, dass eine Mehrheit der Amerikaner körperliche Disziplin anwendet.

Angesichts dieser Fakten fragen Sie sich vielleicht, warum der Peterson-Fall so viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Kinder-Anwälte, die gegen die Prügelstrafe sind, nutzten diesen tragischen Fall, um ihre Rechtssache, dass die Prügelstrafe in Amerika verboten wird, voranzutreiben. Es gibt jedoch große Gruppen in der amerikanischen Bevölkerung, die bereit sind zu kämpfen für das Recht, ihre Familien so zu erziehen wie sie es für richtig halten, was auch, wenn es sein muss, den Gebrauch körperlicher Züchtigung einschließt.

Der Fall gegen die Prügelstrafe

Kinderanwälte, die gegen die Prügelstrafe sind, sehen keinen Unterschied zwischen Kindesmisshandlung und körperlicher Züchtigung. Gleich nachdem der Fall Peterson in den Nachrichten Schlagzeilen gemacht hatte, interviewte Moderator Robert Siegel von National Public Radio, Elizabeth Gershoff über die Geschichte der Prügelstrafe. Während des Interviews machte Siegel diese gefühlsgeladene Aussage: Es gibt heute viele Menschen die Eltern sind, die von ihren Eltern durch Schläge diszipliniert wurden und finden das ganz normal, und deshalb schlagen auch sie ihre Kinder.“ Dies ist unbestreitbar eine breite, pauschale Aussage.

Gershoff antwortete auf Siegels Argument: Das ist wahr. Wir sehen, dass der Kreislauf der Gewalt über Generationen hinweg weitergeht. Unsere eigenen Eltern sind das beste Beispiel dafür, wie wir Kinder erziehen. Wir leben viele Jahre mit unseren Eltern zusammen. Und das ist Beobachtung der Kindererziehung aus nächster Nähe, wie man sie nicht besser erleben kann. Aber es gibt viele Eltern, die diesen Kreislauf durchbrechen und realisieren, dass man Kinder, auch ohne sie zu schlagen, erziehen kann.“ Bitte beachten Sie, dass Gershoff in Bezug auf die Prügelstrafe von einem Kreislauf der Gewalt“ spricht. Haben Gershoff’s Eltern sie geschlagen? Schlagen alle Eltern ihre Kinder, wenn sie diese disziplinieren? In bin den 1950er Jahren aufgewachsen und weiß, dass ich als Kind ab und zu Klapse auf den Po erhielt – wurde jedoch nie geschlagen.

Gegner der Prügelstrafe betrachten alle Arten der körperlichen Züchtigung als Schlagen, setzen sie einem Kindesmissbrauch gleich. Das Wort schlagen weckt schreckliche Vorstellungen von gewalttätigen Fausthieben und Schlägen während außer Kontrolle geratener Auseinandersetzungen. Ja, bedauerlicherweise gibt es Kindesmisshandlung. Kinder sind physisch, mental und emotional verletzt worden. Jede Kindesmisshandlung ist sicher ein Verbrechen gegen Kinder und sollte streng bestraft werden. Doch ist ein Elternteil, der seinem ungehorsamen Kind mehrere beißende Klapse auf den Hintern gibt, ein Schläger von Kindern?

Gershoff schätzt, dass heute ein Viertel der amerikanischen Haushalte ihre Kinder ohne jegliche Züchtigung erzieht. Es war ein schrittweiser Rückgang in den USA mit einer nach wie vor überwiegenden Mehrheit von Menschen, die eine Züchtigung favorisieren“, sagte sie zu Siegel. Interessant ist, dass wir in anderen Ländern eine sehr unterschiedliche Situation vorfinden … wegen der UN-Konvention über die Rechte des Kindes, welche 1989 ratifiziert wurde … und deshalb jetzt 38 Länder zugestimmt haben, dass die körperliche Bestrafung der Kinder, einschließlich von Schlägen, gegen die Menschenrechte der Kinder verstößt.”

Gegner der körperlichen Züchtigung sehen alle körperlichen Strafen als Verstoß gegen die Rechte der Kinder, und das Verbot der Prügelstrafe in den Vereinigten Staaten von Amerika ist ihr Endziel. Zu diesem Zweck wollen sie alle Eltern, die die Prügelstrafe anwenden, einschüchtern, selbst wenn sie als Teil eines kompletten Kindererziehungsprogramms davon Gebrauch machen.

Ein Fall für Züchtigung

Während das Thema gegen die Prügelstrafe bis in die 1960er Jahre in Amerika nicht wirklich Fuß gefasst hatte, so ist der Fall für eine angemessene Züchtigung – die von liebevollen Eltern angewandt wird – Jahrhunderte alt.

Robert Siegel fragte Gershoff auch: Sie sagen, dass die Mehrzahl der Eltern ihre Kinder etwa einmal im Jahr fühlbar strafen. Wie stark variiert das nach Rasse, Religion, Ausbildungsniveau, Klasse – was auch immer?“ Gershoff antwortete: Es variiert ziemlich stark. Wir wissen, dass es jeweils nach Rasse oder ethnischer Gruppe variiert. Speziell die afroamerikanischen Eltern züchtigen ihre Kinder öfter als andere Gruppen. Weiße und Latinos züchtigen ihre Kinder etwa gleich viel. Und Amerikaner asiatischer Herkunft züchtigen ihre Kinder am wenigsten.“

Gershoff schildert hier eine wahre Beobachtung. Weiße Eltern im Nordosten des Landes sind bekannt, dass sie ihre Anti-Prügelstrafe-Gesinnung lautstark kundtun. Die meisten Eltern mit Hochschulabschluss züchtigen ihre Kinder nicht. Schwarze aus dem Süden des Landes sprechen lautstark über ihre Wertschätzung der Prügelstrafe.

Doch Gershoff gibt keine unvoreingenommene Stellungnahme über die Folgen der Prügelstrafe zwischen den Gruppen. Sie fährt fort: Was wir auch wissen, ist, dass es keine Unterschiede bei den Folgen der Züchtigung von Kindern nach Rasse oder ethnischer Gruppe gibt. Und so fanden wir anhand einer großen nationalen Untersuchung heraus, dass, wenn auch afroamerikanische Eltern ihre Kinder öfters züchtigen, dies für die Verbesserung des positiven Verhaltens des Kindes nicht wirksamer ist und vielmehr den gegenteiligen Effekt bewirkt und mit der Zeit das aggressive Verhalten der Kinder steigert.“ Andere Experten jedoch sagen etwas Unterschiedliches.

Es war anfangs der 1990er Jahre, als Hochschulexperten Studien zu veröffentlichen begannen, die behaupten, dass ein klarer Zusammenhang zwischen körperlicher Züchtigung und aggressivem Verhalten der Kinder bestehe – vor allem darin, dass Kinder, die oft geschlagen wurden, im Erwachsenenalter dann eher in häuslicher Gewalt unter Partnern verstrickt wären. Einige Studien besagten auch, dass geschlagene Kinder unter schulischen und gesundheitlichen Risiken litten und in vielen anderen sozialen Indikatoren zurückblieben. Die Mehrheit dieser Studien erfolgte mit weißen Amerikanern.

Andererseits erkannten die Experten, dass sie die körperliche Züchtigung nicht abschaffen konnten, es sei denn, sie könnten dieselben Forschungsergebnisse auch in anderen demographischen Gruppen nachweisen. Neue longitudinal angelegte Studien wurden mit dem Fokus auf afroamerikanischen Familien durchgeführt.

Was sie dabei herausfanden, erstaunte und störte viele“, schrieb der Christian Science Monitor Artikel vom 19. Oktober. In verschiedenen Studien fanden die Forscher heraus, dass die Wirkung der Prügelstrafe auf schwarze Kinder eine andere war als auf weiße Kinder. Im Jahr 2004 etwa berichtete die mit Professor [Kenneth] Dodge von der Duke University arbeitende Gelehrte Jennifer Lansford über Forschungsergebnisse von einer gemischten Gruppe von 585 Kindern, denen sie vom Vorkindergarten bis in die 11. Klasse gefolgt waren. Anstatt die schwarzen Kinder als Gruppe aggressiver und schlimmer gemacht zu haben, schienen einige Fälle von körperlicher Züchtigung innerhalb dieser Demographie bessere Ergebnisse erzielt zu haben“ (Betonung hinzugefügt). Das ist unterschiedlich zu dem, was Gershoff behauptete.

Anfangs wurde diese Studie als rassistisch etikettiert. Doch was die Duke-Kapazitäten (die immer noch gegen die körperliche Züchtigung sind) feststellten, ist, dass es bei allen an Kindern verursachten Schäden durch Prügelstrafe, Schlagen oder sonstige Form der Bestrafung, nicht so sehr um die physische Handlung selbst geht, als um die psychologische Botschaft, die durch die Eltern übermittelt wird. In der Tat, die Duke-Studie zeigte, dass afroamerikanische Eltern mit dem Austeilen von körperlicher Züchtigung besser waren als die weißen Eltern, die sie studierten.

In dem Maße, wie das Kind versteht und wirklich schätzt, dass es von den Eltern geliebt wird und dass selbst dann, wenn es weh tut, es die elterliche Absicht ist, dem Kind zu helfen – in dem Ausmaß, wie das Kind das versteht, sind die Konsequenzen nicht negativ“, erklärte Professor Dodge dem Christian Science Monitor.

Wenn das Kind es aber als einen außer Kontrolle geratenen Elternteil interpretiert, oder als einen Elternteil, der das Kind nicht liebt – als einen Elternteil, der verletzend und hasserfüllt ist – dann ist das die schlecht vermittelte Botschaft und der Mechanismus, durch den das negative Ergebnis hervorgerufen wird“, fuhr Dodge fort. Dies ist der wichtigste Punkt, der in Bezug auf die ganze Thematik der körperlichen Züchtigung zu beachten ist.

Anstatt die körperliche Züchtigung zu eliminieren, sollten Pädagogen daran arbeiten, für die richtige Ausbildung der Eltern in Bezug auf die ordentliche Erziehung ihrer Kinder zu sorgen, einschließlich klarer Anleitungen darüber, wann und wie körperliche Züchtigung anzuwenden ist.

Die neue Körperstrafe

Einige Gelehrte warnen vor den ernsthaften psychologischen Schäden an Kindern, wenn Eltern anstelle der Körperstrafe Strafen anwenden wie das Anschreien oder -brüllen der Kinder. Schreien wird jetzt die neue Körperstrafe“ genannt. Dies ist weit verbreitet in den eher freizügigeren, weißen, gebildeten Familien.

Einige Experten glauben jetzt, dass es psychologisch mehr Schaden zufügen kann als eine Tracht Prügel, wenn Eltern die Geduld verlieren“ oder ausrasten“. Aber niemand tritt dafür ein, dass Müttern und Vätern gesetzlich verboten wird, ihre Kinder anzuschreien.

Während der Fall Peterson ganz sicher die Entrüstung und Meinungsverschiedenheit über die körperliche Züchtigung zurück ins Rampenlicht rückte, entlarvt das nicht gleichzeitig ein größeres Problem – den tragischen Zustand der Verwirrung und Unordnung in den amerikanischen Familien? Körperliche Züchtigung verursacht keine Kindesmisshandlung und ist auch nicht der Anlass für Partner-Übergriffe oder gescheiterte Ehen. Unsere selbstsüchtige, egozentrische menschliche Natur tut das.

Keine akademische Studie kann uns hier helfen. Wer in diesem Land oder in dieser Welt weiß, wie man eine Familie dazu bringt, dass sie funktioniert? Wer weiß, wie man starke Familien bildet, die die Gesellschaft nicht zerstören sondern helfen, sie wieder aufzubauen? Die Prügelstrafe ist nicht die wirkliche Frage. Die eigentliche Frage ist: Welcher Weg ist der richtige, um Kinder zu erziehen?

Eltern sind Lehrer

Robert Siegel sagte zu Beginn seines Interviews mit Elizabeth Gershoff: Das Prinzip, ‚spare die Rute und verwöhne das Kind, wurde allgemein bis vor kurzem angewandt. Jene, die ihre Kinder schlugen, konnten die Bibel zitieren. Das Buch der Sprüche setzt das Nichtbestrafen eines Sohnes gleich mit dem Hassen eines Sohnes. Kinder brauchen Disziplin. Wie und wann hat sich das für so viele Amerikaner geändert?“

Den Ausdruck, ‚spare die Rute und verwöhne das Kind‘, findet man nicht in der Bibel. Doch der Spruch, auf den er verwies, ist Sprüche 13,24: Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber liebt, der züchtigt ihn beizeiten“. Eine etwas modernere Übersetzung lautet: Wer seinem Sohn keine Schläge geben will, liebt ihn nicht. Wer seinen Sohn liebt, fängt früh an, ihn mit Strenge zu erziehen“ (GN-Bibel).

Viele Akademiker, Gelehrte und liberal gesinnte Menschen verachten die Heilige Schrift. Sie können diese Verachtung in den Worten Siegels spüren: Jene, die ihre Kinder schlugen, konnten die Bibel zitieren.“ Nirgendwo in der Bibel ist den Eltern die Erlaubnis gegeben, ihre Kinder physisch zu misshandeln. Doch Eltern sind angewiesen, liebevolle Lehrer zu sein. In der englischen Authorized Version ist das Wort chasteneth (züchtigt) aus dem Hebräischen musar übersetzt, was so viel wie unterrichten, ermahnen, tadeln und zurechtweisen bedeutet.

Als Gott die Familie schuf, übertrug er den Eltern eine Vollzeit-Verantwortung, ihre Kinder zu respektvollen, gehorsamen, hart arbeitenden, gesetzes­treuen, sozial mitwirkenden, glücklichen Erwachsenen zu erziehen. Dieses komplette Kindererziehungspaket erfordert Zeit und beträchtliche Mühe. Beachten Sie sorgfältig, dass zurechtweisen – was manchmal körperliche Strafe oder die Rute“ erforderlich macht – nur ein Teil der korrekten Kindererziehung ist. Jeder, der seinen Kindern wirklich helfen und seine Familienprobleme lösen will, muss zurückkehren zur bibelbezogenen Formel für Kindererziehung.

Die Familie wurde von Gott geschaffen. Und Gott hat einen unglaublichen Vorsatz für diese Institution, den nur Wenige verstehen. Gott will, dass jeder Mensch in seine göttliche Familie hineingeboren wird (z. B. 1. Mose 1,26; Johannes 3,1-8). Er ist ein Vater und will, dass seine Kinder erzogen werden, um ihr Potenzial zu erfüllen!

Ein Leben ohne Schläge

Wissentlich oder unwissentlich, Siegel wirft einen wichtigen Punkt auf, über den alle Eltern, speziell aber amerikanische Eltern, tief nachdenken müssen. Nach seiner Bezugnahme auf die Bibel als Unterstützung für die körperliche Züchtigung, sagte er: Kinder brauchen Disziplin. Wie und wann hat sich das für so viele Amerikaner geändert?“ Früher einmal, besonders in Amerika, vertrauten die Eltern auf die Bibel als Quelle der Unterweisung für das richtige Heranbilden einer Familie. Unsere Gründungsväter bildeten ein gesellschaftliches Fundament, basierend auf Familien, die den Prinzipien der Bibel folgten um zu leben, zu wachsen und eine erfolgreiche Nation aufzubauen. Unsere Generation hat diesen primären amerikanischen Wert aus den Augen verloren.

Was ist das Ergebnis? Unsere Familien sind funktionsgestört, und die Nation die sie bilden befindet sich jetzt in einem offensichtlichen und ernsten Niedergang. Amerika wurde zu einer Nation wo viel mehr fehlt als nur die körperliche Züchtigung der Kinder. Wir sind eine Nation die schuldig ist, dass sie den Kindern erlaubt, sich selbst zu trösten, zu lehren und sich zu erziehen. In Verbitterung und Groll wurden unsere Kinder zu Gebietern (Jesaja 3,12). Studieren Sie diesen Vers. Es ist mehr als eine Verurteilung von Kindern – es ist eine Anklage gegen die Eltern, die darin versagen, richtige Familien aufzubauen.

Die Bibel ist voller Beispiele dafür, was mit Familien und Nationen geschieht, die ohne göttliche Körperstrafe und ohne die Liebe, das Lehren, die Züchtigung, das Führen und Erziehen, was dazu gehört, leben wollen. Studieren Sie das Leben unserer ersten Eltern, Adam und Eva. Sie entschieden sich dafür, Gott nicht zu glauben, und es endete mit dem Großziehen eines kriminellen Sohnes, der seinen Bruder ermordete (1. Mose 3 und 4).

Diese allgemeine Tragödie der funktionsgestörten Kindererziehung muss Ihnen und Ihrer Familie nicht passieren.

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