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ISTOCK.COM/VLADACANON

Die Kirche, die die Welt beherrschte

Was geschieht, wenn der Vatikan sich politisch engagiert? Die Geschichte zeigt es uns.

Am 5. März traf der schon etwas ältere Papst Franziskus in einem Land ein, das bis vor kurzem noch Kriegsgebiet war. Die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatten beide versucht, den Irak zu besuchen und auch Franziskus hatte es seit Jahren versucht. Obwohl er damit sein Leben riskierte, reiste er schließlich in das Gebiet, das einst das Hauptgebiet des Islamischen Staates war.

Überall auf der Welt ist der Papst in der Politik und den internationalen Beziehungen aktiv. Ein geheimer Brief von ihm an den damaligen US-Präsidenten Barack Obama im Jahr 2014 trug zur Aufnahme der Beziehungen der USA zum kommunistischen Kuba bei. Seine Vertreter waren maßgeblich an einem Friedensabkommen in Kolumbien beteiligt, das mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Viele Leute begrüßen solche Bemühungen; schließlich brauchen wir in einer Welt voller Krieg, Ungerechtigkeit und Verfolgung eine große moralische Kraft in den internationalen Beziehungen.

Betrachtet man jedoch den historischen Hintergrund, gibt der Papst in dieser Rolle Anlass zum Nachdenken.

Dies ist keinesfalls das erste Mal, dass die Katholische Kirche eine bedeutende Rolle in den internationalen Beziehungen spielt. Fast ein Jahrtausend lang war sie eine echte Supermacht und beherrschte das internationale System Europas. Und was war das Resultat? Diese Geschichte lehrt uns, wohin die heutige Renaissance der vatikanischen Diplomatie führt.

Das Heilige Römische Reich: Eine Naturgewalt

„Null und nichtig, schändlich, ungerecht, verdammenswert, ruchlos, dümmlich und für alle Zeiten bedeutungs- und wirkungslos.“ So lautete das offizielle und unfehlbare Urteil von Papst Innozenz X. über den Westfälischen Frieden.

Was machte den Papst so wütend angesichts dieser Reihe von Friedensabkommen? Diese Abkommen beendeten zwar einige der blutigsten Kriege in der Geschichte Europas, sie führten aber auch zur Anerkennung der Legitimität einzelner souveräner Nationalstaaten. Das durch den Westfälischen Frieden geschaffene System des Völkerrechts bildet die Grundlage der modernen internationalen Beziehungen. Die Feindseligkeit des Papstes diesem Friedensschluss gegenüber verrät viel darüber, wie die römischen Katholiken die Rolle ihrer Kirche in der Welt sehen.

Vor dem Aufkommen des Christentums war die Idee einer einheitlichen Weltreligion fremd. Die unterschiedlichen Völker und Rassen hatten nicht nur ihre eigene Geschichte und eigenen Charakteristiken, sondern auch ihre eigenen lokalen Gottheiten. Als sich jedoch die Idee einer universellen Religion und Kirche verbreitete, schien es den Leuten nur natürlich, an eine universelle Regierung zu glauben.

„Weil die Gottheit geteilt war, war auch die Menschheit geteilt; die Doktrin vom einzigen Gott erzwang jetzt die Einheit der Menschen, die nach Seinem Bild geschaffen waren“, schrieb James Bryce in seinem Buch Das Heilige Römische Reich. „Die wichtigste Lektion des Christentums war die Liebe, eine Liebe, die diejenigen, die bis dahin durch Misstrauen, Vorurteile und Rassenstolz voneinander getrennt gewesen waren, zu einem einzigen Körper zu vereinen. Durch die neue Religion entstand daher eine Gemeinschaft der Gläubigen, ein heiliges Imperium, das alle Menschen in seinen Schoß sammeln sollte und das den vielen Göttern der alten Welt entgegenstand ...“

Bryce beschrieb ein gemeinsames Thema, dass sich in den westlichen Theorien zur Weltregierung herausbildete, so: „Eine Weltmonarchie und eine Weltreligion.“ Die Menschen kamen zu der Überzeugung, dass die Welt ein einziges Imperium brauchte, das von einem Weltherrscher geführt wurde, der Streitigkeiten zwischen rivalisierenden Königen schlichten, Kriege vermeiden und für Gerechtigkeit sorgen konnte.

Für die Menschen des Mittelalters ist eine Welt rivalisierender Staaten ohne übergeordnete Autorität „null, nichtig und ungültig“, ein Irrweg, ein Zeichen dafür, dass etwas schrecklich schief läuft.

Bryce schrieb, dass das Heilige Römische Reich während des gesamten Mittelalters als „eine gottgegebene und notwendige Institution angesehen wurde, die ihre Grundlagen in der Natur und der Ordnung aller Dinge hatte. Die Menschen „glaubten jahrhundertelang an die Notwendigkeit der Existenz des Römischen Reiches, weil sie an seine notwendige Einheit mit der Katholischen Kirche glaubten.“

Er hat dargelegt, dass die Katholische Kirche dieser Zeit die biblische Geschichte und die Prophezeiungen der Bibel so interpretierte, dass sie behaupten konnte, ein Heiliges Römisches Reich, das über alle anderen Staaten herrschte, sei die göttliche Ordnung für die Welt.

Edward Feser, Philosophieprofessor am Pasadena City College schrieb, dass es nach dieser Weltanschauung keineswegs abwegig sei, dass, nur um ein Beispiel zu nennen, das Mongolenreich oder der föderale Staat Jugoslawien zu Ende gingen, sondern dass es nach dieser Auffassung „etwas Abnormales sei und dem Naturrecht und der übernatürlichen Ordnung widerspreche, dass es kein Heiliges Römisches Reich mehr gebe. Allerdings, da die natürliche und die übernatürliche Ordnung die Existenz eines solchen Reiches voraussetzen, ist es nach dieser Auffassung nicht ganz korrekt zu sagen, dass das Heilige Römische Reich nicht mehr existiert. Richtiger ist es, zu sagen, dass es inaktiv ist.“

Die Realität

Der Katholizismus lehrt, dass der Mensch eine Seele und einen Körper hat. Ihre Theorie der Weltpolitik lehrte, dass die Katholische Kirche die Seele und das Heilige Römische Reich der Körper sei. Jeder hatte seine eigene Rolle, aber die beiden konnten nicht voneinander getrennt werden, genauso wenig wie Körper und Seele getrennt werden können.

Diese Vision einer universellen Kirche und eines universellen Reiches hat nie den gesamten Globus beherrscht. Aber in Europa war sie Realität.

Die Rolle der Katholischen Kirche bei der Regulierung des religiösen Lebens ist allgemein bekannt. Als König Heinrich VIII. sich scheiden lassen wollte, holte er zum Beispiel zuerst die Erlaubnis des Papstes ein. Aber die Autorität der Kirche reichte noch viel weiter.

In einem sehr realen Sinne war das katholische kanonische Recht internationales Recht für ganz Europa. Und es befasste sich keineswegs nur mit religiösen Streitigkeiten.

Die Theorie „Ein Reich – eine Religion“ bedeutete, dass es nicht Sache der einzelnen Staaten war, Streitigkeiten auf diplomatischem Wege zu schlichten. Vielmehr mussten sie sich an eine höhere Instanz wenden – an den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und an den Papst.

So lautete die Theorie. In der Praxis wurde diese klare Hierarchie nicht immer befolgt, oder auch nicht immer anerkannt. Aber meistens schon. „Der Papst diente als Schiedsrichter und die päpstlichen Legaten waren die Friedensstifter“, heißt es in der Encyclopedia Britannica. „Die päpstlichen Gesandten hatten einen höheren Status als jene der Staaten.“

Wie weit reichte die Macht des Papstes? Als Spanien und Portugal den gesamten Rest der Welt entdeckten und sich darüber stritten, wem was gehören sollte, war es Papst Alexander VI., der eine Linie auf einer Karte zog, die das Territorium der beiden Länder aufteilte.

Keine Form der internationalen Beziehungen lag außerhalb der Reichweite der Katholischen Kirche.

Auch im Geschäftsleben war die Kirche die höchste Instanz. So wurde beispielsweise der Verkauf von Alaun, ein unentbehrlicher Stoff für die Herstellung von Textilfarben, von der Kirche stark geregelt. Der Papst sicherte sich ein Monopol darauf: Nur der Vatikan durfte es verkaufen.

Zugegebenermaßen war die Beteiligung der Kirche am Alaunhandel eine Ausnahme und nicht die Regel. Aber in jener Zeit war es ein großes Geschäft. Es zeigte, dass jeder Industriezweig unter die päpstliche Kontrolle gestellt werden konnte.

Als Sir Thomas More gegen die Bestrebungen Heinrich VIII. kämpfte, sich und England von der Katholischen Kirche loszusagen, argumentierte er, dass es sich nicht einfach um ein religiöses System handele. England, so sagte er, sei „nur ein Mitglied und ein kleiner Teil... der Kirche. Es könne nicht ein bestimmtes Gesetz erlassen, das mit dem allgemeingültigen Gesetz der katholischen Universalkirche Christi unvereinbar sei.“ Das wäre so, als ob London, das „nur ein armes Mitglied in Bezug auf das gesamte Königreich ist, ein Gesetz gegen das Parlament machen könnte, dass für das gesamte Königreich bindend ist.“ England war kein souveräner Staat, behauptete More: Es war Teil einer viel größeren Hierarchie.

Thomas More brachte damit eine orthodoxe katholische Doktrin zum Ausdruck und der Vatikan sprach ihn später heilig. Als England die Autorität der Kirche weiterhin ablehnte, erklärte Pius V., Gott habe den Papst „zum Herrscher über alle Völker und Königreiche gemacht, um auszureißen, zu zerstören, zu versprengen, zu zerstreuen, zu pflanzen und aufzubauen“, und dass Heinrichs Tochter, Königin Elizabeth I., gestürzt werden müsse.

Aber schon bevor die katholische spanische Armada 1588 an den Riffen zerschellte, war die Vision des Papstes von einer Weltregierung schon stark angeschlagen. England war nicht das einzige Land, das sich eine neue Religion und ein neues System zu eigen machte.

Das bringt uns zurück zum Westfälischen Frieden. Mehr als ein Jahrhundert nach der protestantischen Reformation war Europa hoffnungslos zerrissen. Verfolgungen und Kriege, die den Kontinent wieder zusammenführen sollten, hatten 50 Millionen Menschen das Leben gekostet. Als 1648 mehr als 100 Delegationen in Westfalen zusammenkamen, beendeten sie den dreißigjährigen Krieg und errichteten ein neues internationales System auf der Grundlage eines Kernprinzips, das jeder kennt, der schon einmal einen Streit hatte, den niemand gewinnen kann: Einigen wir uns dahingehend, dass wir uns nicht einigen.

Diese Idee widersprach jedoch völlig der katholischen Doktrin. Sie verwarf das Prinzip der Autorität des Heiligen Römischen Reiches über die kleineren Staaten und ersetzte es durch ein Prinzip der rechtlichen Gleichheit zwischen den Staaten. Das Heilige Römische Reich existierte weiter, aber als eine von mehreren europäischen Großmächten, nicht mehr als Institution mit einem theoretischen Anspruch, eine übergeordnete Macht zu sein.

Die Periode, in der die Katholische Kirche die internationalen Beziehungen dominierte, erwies sich als völliger Misserfolg und wurde umfassend abgelehnt. Mit der Zeit wurde der Westfälische Friede zum Standard für die internationalen Beziehungen überall auf der Welt.

Das zwanzigste Jahrhundert

Ideologisch gesehen war es die protestantische Reformation, die die katholische Theorie vom weltweiten Imperium ins Wanken brachte. Doch die Katholische Kirche änderte ihre diesbezüglichen Lehren erst auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahre 1962, als sie die Doktrin abschwächte, aber nicht aufhob. Im Katechismus der Katholischen Kirche von Papst Johannes Paul II. wird erklärt, dass „die Kirche das Königtum Christi über die ganze Schöpfung und insbesondere über die menschlichen Gesellschaften darstellt.“ Es wird erklärt, dass Gesellschaften, die diese Vision der Kirche ablehnen, „sich eine direkte oder indirekte totalitäre Macht über den Menschen und sein Schicksal anmaßen.“

Professor Feser merkte an, dass „die katholischen Lehrgrundsätze, die sich noch immer im Katechismus widerspiegeln, diejenigen sind, die die Theorie des Kaiserreichs geprägt haben.“ Mit anderen Worten, die mittelalterliche Theorie der katholischen Vormachtstellung in den internationalen Beziehungen ist im Katholizismus immer noch lebendig und gut.

Aber der Rest der Welt lehnt diese Autorität weiterhin ab. Der Papst musste also eine neue Rolle für sich finden. Kein Außenministerium wird heutzutage noch vor den verzierten Türen des Vatikans warten, um internationale Streitigkeiten seinem obersten Urteil zu unterwerfen.

Oder doch?

Eine Möglichkeit für die Katholische Kirche, ihre internationale Rolle wiederherzustellen, war die Vermittlerrolle.

Die vom Vatikan geprägte Weltordnung des Mittelalters endete in einem der zerstörerischsten Konflikte, die Europa seit Generationen erlebt hat. Die kommende neue Ära, sagt die Bibel, wird viel kürzer, aber auch viel zerstörerischer sein.


Ein frühes Beispiel war der Konflikt zwischen Argentinien und Chile um den Beagle-Kanal im Jahre 1978, ein Konflikt, der auf einen Krieg hinauszulaufen schien. Papst Johannes Paul II. intervenierte und sorgte für eine Versöhnung beider Seiten.

In einer Welt, die zwischen Kapitalismus und Kommunismus gespalten war, vertrat der Papst eine uralte Institution, die mit keiner der beiden Seiten verbündet war. Beide Seiten waren schnell bereit, die Vermittlung des Papstes anzunehmen.

Die Konrad Adenauer Stiftung, der Think Tank der CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel, veröffentlichte 2015 ein Papier mit dem Titel „Mikrostaat und Supermacht – der Vatikan in der internationalen Politik.“ Darin wird die Rolle des Vatikans so beschrieben, dass er „seit langem an zentralen Entscheidungen und Ereignissen der Weltpolitik beteiligt ist und geduldig hinter den Kulissen agiert, insbesondere seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts.“

Diese Bemühungen haben unter Papst Franziskus zugenommen. Er setzte „eindringliche, vertrauliche“ Briefe und geheim gehaltene Besuche hochrangiger Erzbischöfe ein, um Druck auf die Vereinigten Staaten aufzunehmen, diplomatische Beziehungen zum verfeindeten kommunistischen Kuba aufzunehmen. Die Verhandlungen fanden im Vatikan statt und der Papst bot an, als Garant für das Abkommen zu fungieren.

Im Jahre 2014 trafen sich katholische Bischöfe mit hochrangigen Ayatollahs im Iran, um den damaligen Präsidenten Barack Obama bei seinem Nuklearabkommen mit dem Iran zu unterstützen. Im Jahr 2016 erhielt der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis für ein Friedensabkommen, das er mit militanten marxistischen Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens ausgehandelt hatte. Der Staatssekretär des Vatikans Pietro Parolin, die wohl mächtigste Figur in der Kirche neben dem Papst, nahm persönlich an der Unterzeichnungszeremonie des Abkommens vor dem Referendum teil. Die Katholische Kirche nahm an den Friedensverhandlungen in Kuba teil und drängte beide Seiten zu einer Einigung.

Der derzeitige Papst war auch im Nahen Osten aktiv; er reiste nach Israel und empfing die Palästinenserführung in Rom. Er hielt für einen Fototermin an einer israelischen Sicherheitsbarriere an. Das Foto wurde schnell zu einer Ikone der israelischen ‚Unterdrückung‘. Im März besuchte er den Irak und versuchte, einen Konflikt zu lösen, für dessen Beendigung Amerika Billionen von Dollar ausgegeben hatte.

Die Konrad Adenauer Stiftung schrieb, „es gibt klare Anzeichen dafür, dass man sich unter der Führung von Papst Franziskus wirklich bemüht, über den Glauben hinauszugehen, indem ethisch-universelle Argumente statt katholisch-moralischer vorgebracht werden. ... Folglich entwickelt sich der Heilige Stuhl zu einer informellen Autorität für moralische Standards, die weit über die Grenzen des Katholizismus hinausreichen.“ Der Papst wendet sich jetzt direkt an die ganze Welt, „nicht nur als Oberhaupt der Kirche und des Staates, sondern auch als moralische Autorität.“

Die Stiftung merkte an, dass der Vatikan „über den ältesten diplomatischen Dienst der Welt verfügt. Nur wenige andere Akteure der internationalen Politik nehmen eine ähnlich klare und konsequente Haltung in Bezug auf globale Herausforderungen ein. Auch hat keine andere Religionsgemeinschaft oder säkulare Weltanschauung eine Institution hervorgebracht, die der Katholischen Kirche in Bezug auf Dauerhaftigkeit, Zentralisierung, globale Präsenz und Mitgliederzahl nahekommt.“

Ihre Schlussfolgerung: „Auf den ersten Blick ist der Vatikan ein Zwergstaat ohne große Ressourcen“, schrieben die Autoren. „Wie dem auch sei, er verfügt über eine gewaltige symbolische Macht, nicht zuletzt dank der Tatsache, dass er seine Identität teilweise mit einer Weltreligion teilt, was ihn in religiöser, kultureller und sozialer Hinsicht schließlich zu einer Supermacht macht.“

Eine prophezeite Rolle

In einer Welt voller Krieg, Ungerechtigkeit und Verfolgung scheint eine Kirche, die mehr moralische Autorität ausübt, eine gute Sache zu sein. Kein Wunder, dass viele den wachsenden Einfluss der Katholischen Kirche begrüßen.

Aber wenn wir die Handlungen einer Kirche betrachten, sollten wir sie danach beurteilen, was die Bibel sagt.

Christen sind jene Menschen, die Jesus Christus nachfolgen. Christus beschreibt Seine Kirche als „kleine Herde“ (Lukas 12, 32) mit „wenigen“ Gefolgsleuten (Matthäus 7, 14). Gott sagt, Seine Gläubigen würden von den Mächtigen dieser Welt „gehasst“ und unterdrückt werden (Johannes 15, 17-20). Er sagte auch, dass es viele betrügerische „christliche“ Kirchen und Organisationen geben würde (Matthäus 7, 22-23, 24, 5).

In Offenbarung 17 und an anderen Stellen beschreibt die Bibel ausdrücklich eine andere Kirche, die durch eine Frau symbolisiert wird. Diese Kirche ist keine kleine, verfolgte Herde, sondern eine Supermacht. Diese Kirche verhandelt mit den „Königen auf Erden“ und verfügt über großen Reichtum und große Macht – religiös, kulturell und gesellschaftlich.

Aber Gott verurteilt das Verhalten dieser Kirche. Eine Kirche sollte sich für reinen Glauben und Gehorsam Ihm gegenüber entscheiden, anstatt sich mit Weltregierungen zu verflechten. Er sagt, dass diese Kirche „mit den Königen auf Erden Hurerei getrieben (hat); und die auf Erden wohnen, sind betrunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei“ (Vers 2).

In Offenbarung 17 wird beschrieben, wie diese Kirche auf einem Tier reitet und es lenkt. Dieses Tier symbolisiert ein Reich. Dieses Tier hat sieben Häupter, die die sieben aufeinander folgenden Auferstehungen dieses Reiches symbolisieren. Zeitweise scheint es inaktiv zu sein, aber dann erhebt es sich wieder.

In Offenbarung 13 wird die gleiche Prophezeiung mit anderen Symbolen beschrieben. Hier sieht diese Kirche wie ein Lamm aus, was ein Symbol für Christus ist (Vers 11). Viele Leute glauben, dass sie die wahre Kirche Gottes ist. Aber sie lehrt die Welt, das Heilige Römische Reich anzubeten (siehe Verse 11-12). Ihre Regierungsform ist tatsächlich nach dem Vorbild der Regierung des Römischen Reiches nachgebildet. In ihren Gotteshäusern lehrt sie, dass dieses Reich Teil von Gottes Plan für den Menschen ist.

Aber diese Organisation ist nicht Gottes Kirche! Deshalb war die Zeit, in der sie die internationalen Beziehungen im Mittelalter beherrschte, eine solche Katastrophe.

Aber die Bibel prophezeit, dass die Katholische Kirche in unserer Zeit neuerlich Macht ausüben wird.

Die Macht, Europa zu vereinen

Das Heilige Römische Reich wird sich in Europa ein weiteres Mal erheben, genauso, wie es die katholische Lehre vorschreibt. Die Europäische Union hat die letzten 60 Jahre damit verbracht, sich zu dieser Art von Heiligem Römischen Reich zu formen. Aber es fehlte ihr ein starkes katholisches Element. Und sie hat sich schwer bemüht.

In der Plain Truth vom November 1965 schrieb Herbert W. Armstrong über eine „harte, ernste Tatsache“, der sich die Nationen Europas stellen müssen. „Diese entscheidende Tatsache ist diese: Die Nationen Europas sind unfähig, sich durch eigene politische Manöver zu vereinigen...

Wie können sie dann übereinkommen und sich vereinigen? Jahrelang hat die Plain Truth (Klar&Wahr) gesagt, dass diese Nationen erkennen müssen, dass sie nicht in der Lage sind, sich politisch zu vereinen und einen gemeinsamen politisch-militärischen Führer zu wählen, dem alle vertrauen können. Sie werden schließlich der Tatsache ins Auge sehen, dass sie sich an eine höhere Autorität wenden müssen, der sie alle vertrauen können! Diese höhere Autorität kann weder ein Politiker noch ein General sein. ... Die einzig mögliche Antwort ist ein religiöser Führer! ...

„Halten Sie Ausschau nach Entwicklungen, die sich plötzlich in Richtung einer europäischen politischen und militärischen Vereinigung Europas durch eine religiöse Union beschleunigen!“

Nur durch die Rolle des Vatikans als Vermittler und Friedensstifter können die sich streitenden Länder wieder zueinander finden, wie sie es vor Jahrhunderten taten, als die Europäer noch gläubig waren.

Die Bibel sagt uns auch, dass die Katholische Kirche in den Friedensprozess in Jerusalem eingebunden sein wird. Hosea 5, 13 beschreibt, dass Juda unter einer „Wunde“ leidet. Strong’s Concordance definiert dieses Wort „im Sinne von verbinden: einen Verband anlegen, d.h. ein Heilmittel verabreichen“. Gesenius‘ Hebräisch-Chaldäisches Lexikon sagt, dass es „im übertragenen Sinn als eine Arznei verwendet wird, die auf die Wunden des Staates aufgetragen wird.“ Das Heilmittel ist die Wunde. In Obadja 7 wird dasselbe Wort verwendet, wobei es sich direkt darauf bezieht, dass es durch einen Friedenspakt empfangen wird.

Israels Friedensprozess mit den Palästinensern ist eine Wunde, eine offene Wunde, die die Kraft der Nation aufzehrt. Doch wie bei einem mittelalterlichen medizinischen Eingriff versucht die jüdische Nation weiterhin, sich selbst mit derselben Wunde zu heilen. In Hosea 5, 13 heißt es, dass sich Israel, sobald es dies erkennt, an die „Assyrer“ wenden wird – in der biblischen Prophetie ist das Deutschland. Deutschland ist die stärkste militärische Macht in dem vom Vatikan dominierten Heiligen Römischen Reich. Wenn Israel erkennt, dass der Friedensprozess gescheitert ist, wird es sich an diese vom Vatikan geführte Macht um Hilfe wenden.

Das Ergebnis? In Daniel 11, 41 heißt es, dass diese europäische Macht auch „in das herrliche Land einfallen wird“. Das hebräische Wort „einfallen“ bedeutet nicht Invasion. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass dies gewaltsam geschehen wird. Und warum? Weil die Juden glauben, dass diese vom Vatikan geführte Macht ein Friedensstifter ist.

Die vom Vatikan geprägte Weltordnung des Mittelalters endete in einem der zerstörerischsten Konflikte, die Europa seit Generationen erlebt hat. Die kommende neue Ära, sagt die Bibel, wird viel kürzer, aber auch viel zerstörerischer sein.

Aber sie sagt uns auch, dass dies die endgültig letzte Auferstehung des Heiligen Römischen Reiches sein wird. Es wird nicht wieder inaktiv, um dann wieder aufzuerstehen. Dieses Mal wird das Heilige Römische Reich für immer zu Ende sein.

Das Heilige Römische Reich ist eine Nachahmung der Herrschaft Gottes auf der Erde. Das ist einer der Gründe, warum es so lange überdauerte. Aber Gott sagt uns, dass Er es dieses Mal durch das wahre Reich ersetzen wird. Die Theologen, die lehrten, dass die Welt ein herrschendes Reich braucht, damit alle friedlich leben können, hatten Recht. Aber es kommt darauf an, welches Reich. Bald wird das Reich Gottes – das Reich der Gottfamilie – der Welt wirklich Frieden bringen.

Warum ist der Papst von Bedeutung?

Ist das Oberhaupt von 1 Milliarde Katholiken unzeitgemäß und überflüssig – oder ist er ein potentieller Weltführer mit gewaltiger Macht? Die Bibel rät uns, dieses Amt nicht zu ignorieren! Lesen Sie die Geschichte und Prophezeiung der Rolle des Papstes im Weltgeschehen in Ihrem kostenlosen Exemplar von Das Heilige Römische Reich in der Prophezeiung.

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