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History in HD/Unsplash

Der Verfall der Demokratie

War der 11. September der erste Schlag in einem Krieg, der das westliche ­demokratische System zu Fall bringen wird?

Bis zum 11. September des Jahres 2001 hatte die Welt ein Erscheinungsbild, das immer wieder vor ihrem geistigen Auge erschien und den Triumph der Demokratie über den Sozialismus darstellte. Es war dies das Bild vom Fall der Berliner Mauer im November 1989.

Spätsommer 2001, und dieses Erscheinungsbild wurde durch den sinnbetäubenden Anblick vom Einsturz der Zwillingstürme des Welthandelszentrums in New York ersetzt.

Zwei seismische Ereignisse, kaum 12 Jahre auseinander—das erste, Szenen von ungezügelter Freude auslösend,
für mehrere Millionen die Freiheit vom sowjetischen Joch bedeutend; das
zweite, eine Vision von Schrecken und Furcht verbreitend—von Terror, der uns bis zum heutigen Tage verfolgt.

Ende und Anfang

Als die Berliner Mauer fiel und dadurch die Wiedervereinigung Deutschlands in Bewegung setzte, sowie den Zusammenbruch der Union der Sowjetischen ­Sozialistischen Republiken beschleunigte, erklärte Dr. Francis Fukuyama, Professor für öffentliche Politik an der George Mason Universität, dass das „Ende der Geschichte“ gekommen sei. Seine These war die, dass der Mensch alle denkbaren Regierungsformen und sämtliche Wirtschaftsformen versucht hat, nur um zu dem Schluss zu kommen, dass liberale Demokratie und Marktkapitalismus die eigentlichen Wege waren, um die Welt zu gestalten.

Die Ereignisse des 11. September stellten eine tiefgreifende, derart große Herausforderung für diese These dar, dass Dr. Fukuyama sich veranlasst sah, ein anderes Schriftstück zu verfassen: „Hat die Geschichte erneut begonnen?“ Darin bestätigt er seine vorherige Haltung und meint, der Terror vom 11.9. sei lediglich ein Rückschlag gegen den Fortschritt der Globalisierung der Demokratie bis hin zum Punkt der Unvermeidlichkeit.

Im Gegensatz zu Dr. Fukuyamas Behauptungen weist Professor Samuel Huntington von der Harvard Universität in seinem Buch The Clash of Civilizations darauf hin, dass wir, weit davon entfernt, die Grenzen bei der Suche nach den besten Mitteln zur Regelung der Menschheitsangelegenheiten erreicht zu haben, konfrontiert sind mit einem massiven Wettstreit zwischen Kulturen, wobei jede überzeugt ist, dass ihre Traditionen, Glaubenssätze und Systeme den Weg zur Errettung der Menschheit weisen.

Wer hat nun recht? Wenn man das überlegt, was haben die Ereignisse vom 11. September wirklich für die Zukunft der Menschheit bedeutet? War dies lediglich ein Vergeltungsschlag von extremistischen Vertretern einer Kultur als Vergeltung gegen den unvermeidlichen Vorwärtsmarsch der Demokratisierung kurz bevor sie ihre eigenen, entgegengesetzten Traditionen, Überzeu­gungen und Methoden erfasst und überholt? Oder war dies eine gewaltige Vorwarnung von mehr, viel mehr bevorstehendem Terror, während die Hauptkulturen der Welt für eine entscheidende Konfrontation aufeinander zugehen?

Es ist an der Zeit, dass wir dieses Phänomen erforschen und aus dieser kriegszerissenen, von Zwietracht zerrütteten und von Terror bedrohten Welt, in der wir alle leben, wirklich klug werden.

Was ist Demokratie?

Vor dem britischen Unterhaus machte Winston Churchill am 11. November 1947 die folgende Feststellung: „Viele Regierungsformen sind versucht worden und werden in dieser Welt von Sünde und Leid weiterhin ausprobiert werden. Niemand behauptet, dass Demokratie perfekt oder vollkommen ist. Fürwahr, es ist gesagt worden, dass die Demokratie die schlimmste Regierungsform außer all jener anderen Formen ist, die von Zeit zu Zeit ausprobiert wurden“.

Das war Winston Churchills Zu­sammen­fassung von Demokratie. Was ist also diese „beste der schlechtesten“ Regierungssysteme, die wir Demokratie nennen? Die klassische Wörterbuchdefinition von Demokratie ist „Regierung durch das Volk, in der die oberste Gewalt vom Volk bekleidet und von ihm direkt oder von ihren, in einem freien Wahlsystem gewählten Vertretern ausgeübt wird“. Abraham Lincoln vereinfachte es in seiner berühmten Phrase mit den Worten: Demokratie ist eine Regierung „des Volkes durch das Volk und für das Volk“.

Diese Idee kam im 19. Jahrhundert zum Erwachen, was als die Dämmerstunde des „Zeitalters der Moderne“ bezeichnet worden ist. Der Historiker Paul Johnson beschreibt den Beginn des Zeitalters der Demokratie auf diese Weise: „Zum Ende der 1820er Jahre bewegte sich die Welt einen entscheidenden Schritt näher zum demokratischen Zeitalter. … Regierende Eliten begannen zu erkennen, dass das Recht der Wenigen, die politische Macht zu monopolisieren, nicht mehr länger in Stein gemeißelt war.“ (The birth of the Modern—die Geburt der Moderne).

Das Anbrechen des Zeitalters der Demokratie war, in Johnsons Worten, „ein großartiger und unverkennbarer Tatbestand, das Gipfelereignis in der Art und Weise, wie das Grundgerüst der Moderne geschmiedet wurde“ (ibid.).

So sind Demokratie und Modernismus eng verflochten, jedes liefert die treibende Kraft für das Andere. Im Verlauf dessen gingen die Parlamente der Regierungen von Großbritannien und Amerika, sowie in Großbritanniens Herrschaftsgebieten nach und nach davon aus, „dass vielmehr das öffentliche Wohl, als das der Gouverneure, das Ziel der Politik sein sollte …“ (J.M. Roberts, The Triumph of the West—Der Triumph des Westens).

In seiner meisterhaften Studie der westlichen Zivilisation stellte der britische Historiker Roberts die Theorie auf, dass die Annahme für die Existenz einer allgemeinen Großmut die Voraussetzung dafür ist, dass „Dinge geändert werden können“. Auf diese Weise, stellt er fest, entstanden die rechten und linken Parteigruppen in der demokratischen Politik. Das britische Parlament und seine selbständigen Herrschaftsgebiete, sowie der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika, funktionierten während der vergangenen 200 Jahre hauptsächlich innerhalb des Rahmens zweier solcher gegensätzlicher Parteigruppen..

Wie es Roberts erklärt, „es verkörpert auch die Idee, dass die Politik einen einzigen zentralen Schwerpunkt hat. Im weitesten Sinn dieses Begriffs ist dieser Schwerpunkt einer zwischen allgemeiner Änderung und Stabilität, zwischen Liberalismus und Konservatismus, zwischen Fortschritt und Unbeweglichkeit …. die Menschen auf der Linken vertrauten auf die Zukunft, die Menschen auf der Rechten, auf die Vergangenheit“ (ibid.).

Zugegebenermaßen ist dies eine zu starke Vereinfachung des Prozesses, dennoch ist dies wichtig für die Funktion einer liberalen Demokratie. Diese Aufspaltung nach links und nach rechts hat, in den Worten von J.M. Roberts, „wesentlich zur politischen Aktivität beigetragen, die in den meisten zivilisierten Ländern allmählich der Kurs für eine friedliche Änderung durch den Wettbewerb zwischen jenen wurde, die die Änderung suchten, und jenen, die sie fürchteten.

„Dies war ein großer Schritt in der Geschichte und politischen Kultur der Menschheit. Auf lange Sicht konnten selbst die erfolgreichsten politischen Systeme, jene von Großbritannien und der Vereinigten Staaten, nicht gänzlich davor geschützt bleiben“ (ibid.).

Die Demokratie im Verfall

Aber nur zwei Jahrhunderte nach der Entstehung des Zeitalters der Demokratie, ist dieser „große Schritt in der Geschichte“—diese Kraft, die die Regierungen von Großbritannien, den USA und den britischen Herrschaftsgebieten ermächtigte, das ideenreichste Zeitalter des Menschen zu gewähren, zu garantieren und zu unterstützen, diese großartige, angloamerikanische demokratische Bewegung—höchst auffallend verblasst von der Energie und Vitalität seiner ursprünglichen Vision. Um Roberts zu zitieren: „Vielen im Westen scheint ihre Zivilisation falsch gelaufen zu sein. Vieles, das einzigartig daran ist, schien sich als Schwachheit oder Schlimmeres zu entpuppen. ­Kulturelle Selbstkritik und Selbstbefragung schienen zu kultureller Selbstzerstörung zu führen“ (ibid.) .

Dieses Problem, welches vor einem Jahrhundert mit der Geburt des Modernismus entstanden ist, hat in jüngster Zeit vermehrt zur gegenwärtigen Manier der überholten Geschichte geführt, besonders in Großbritannien, wo viele von der gebildeten Oberschicht und den Schwätzern ihr großartiges und altes britisches Erbe verächtlich machen, sogar bis hin zu dem Punkt, wo sie regelrecht beschämt sind darüber, ohne eine Vorstellung über den wahren Grund zu haben.

Darwinismus, Freudianismus, Leninismus und Marxismus vereinten sich, um Zweifel auf die traditionellen westlichen Sitten, Kulturen und Verhaltensmaßstäbe zu werfen. Diese Kampfansage an „den alten Weg“ hatte tiefe Auswirkungen auf die Politik. Gemäß Roberts: „In der Politik war der Rückgang des Vertrauens in die vollendeten Werte des Liberalismus rapide und spektakulär. Bestenfalls entfloh es in einen leichten Pragmatismus und schlimmstenfalls in die totale Irrationalität, die den Faschismus nährte. Dementsprechend übernahmen die Nazis ganz bewusst die Symbole einer vorchristlichen und damit einer vorwestlichen, heidnischen Vergangenheit“ (ibid.). Mit anderen Worten, Gott wurde aus dem Spiel gelassen.

Dementsprechend begann die westliche Kultur, die sich vor dem ersten Weltkrieg zu ihrem Höhepunkt entwickelt hatte, ihren Abstieg in das klägliche Schlamassel, in dem es sich heute befindet, wobei die Grundsätze der klassischen westlichen Demokratie infolgedessen zunehmend korrumpiert wurden.

Die gebündelten Auswirkungen des verzerrten Denkens von Modernisten wie Freud, Darwin, Hegel und Nietzsche (mit dem Gedankengut deutscher Rationalisten das Kredo der Modernisten vom frühen 20. Jahrhundert an untermauernd), die in den 1960ern und ’70ern ihren Höhepunkt erreichten, um das tugendhafte System, auf welchem die westliche Demokratie gegründet gewesen war, ins Wanken zu bringen. Das Ergebnis war die Schaffung einer Generation gewesen—die jetzt Führungspositionen innerhalb der Wirtschaft, Verwaltung und Politik in den angloamerikanischen Demokratien innehaben—die die Gesinnung von unreifen Kindern hat (Jes. 3,4).

Von allen Nachkriegsregierungen war es die Clinton Administration, die sowohl in der inneramerikanischen als auch in der internationalen Politik einige der übelsten Aspekte des moralischen Relativismus ertragen musste. Diese Regierung war überbesetzt mit Kindern der 60er und 70er Jahre, die ihren Sinn vor der Wirklichkeit „verschlossen“ hatten (wie es Professor Alan Bloom in seinem meisterhaften Werk The Closing of the American Mind ausdrückt) durch die Gehirnwäsche, die sie an ihren Universitäten und Colleges von liberal-sozialistischen Professoren während jener zwei traurigen Jahrzehnte erhalten hatten.

Innerhalb der USA, vor allem während der Clinton Administration, verfälschte die moralische Krankheit der regierenden Elite im Weißen Haus die Perspektive von den alten moralischen Absoluten und zerrte an der Struktur der wahren Demokratie, die Amerika in seiner größten Ära von Wachstum und Entwicklung gestärkt hatte. Das Ergebnis war eine Verfälschung der nationalen Empfindung von gerade dem, wofür die amerikanische Demokratie steht.

Wie Prof. Wesley McDonald vom Elizabethtown College, Penn., kommentiert: „Die amerikanische politische Kultur hat sich während der Clinton Ära so dramatisch verändert, dass es jetzt plausibel ist, zu dem Schluss zu kommen, dass die notwendige soziale, moralische und kulturelle Basis für die Anerkennung echter konservativer Ideen nicht mehr vorhanden ist“ (Salisbury Review, Winter 2000).

Es kann einfach keine echte Demokratie geben ohne eine starke Vertretung der wahren konservativen Ideen, auf welchen sie gegründet war. Wenn nicht jenen grundlegenden demokratischen Tugenden eine starke Stimme der Unterstützung gegeben wird, wird der moralische Relativismus der Linken die Gesellschaft überwältigen und sich daran arbeiten, ihre demokratischen Grundlagen zu zerstören.

Das Verbreiten des Wortes

Im Rückblick auf das letzte Jahrhundert ergibt sich die Frage, was wohl von größter Bedeutung sein mag, das die westliche Demokratie der übrigen Welt geschenkt hat?

Das schreckliche Erbe des linksgerichteten, liberal-sozialistischen Revisionismus ist, dass das Kind mit dem Bad ausgegossen worden ist. In ihren selbstgerechten Versuchen, ihr eigenes reiches Erbe in Verruf zu bringen, versuchen angloamerikanische revisionistische Historiker, Medienvertreter und ihresgleichen, in ihren offenkundigen Bemühungen, politisch korrekt zu sein, einfach die Tatsachen der Geschichte zu vergraben.

Eine objektivere Analyse des Erbes der westlichen Demokratien kommt aus der Feder von J.M. Roberts: „Wenn wir ernsthaft besorgt sind über unsere eigene Empfindlichkeit für ethnischen Unterschied, sollten wir auch erkennen, dass Verwaltungsbeamte, Missionare, Lehrer, oftmals richtig waren in ihrem Denken, Nichteuropäern wertvolle Geschenke gebracht zu haben. Jene Gaben beinhalteten gemäßigte Verhaltensstandards den Schwachen gegenüber, das Ideal einer objektiveren Gerechtigkeit, die intellektuelle Strenge der Wissenschaft, ihre Früchte zu besserer Gesundheit und Technologie, sowie viele andere gute Dinge. Sie verbreiteten fortschrittliche, humanitäre Ambitionen über die Welt. An einigen Orten war die bloße Verfügung von bindender Ordnung an sich schon ein unbestrittenes Wohl. Sie konnten mit der Zeit auch auf ökonomische Veränderungen hinweisen, welche wiederum neue Möglichkeiten, längeres Leben und mehr Komfort mit sich brachten“ (op. cit).

Die tiefsten Wurzeln von missionarischem Eifer, der die liberale Demokratie weltweit gefördert hat, sind in Amerika verankert. Eric Bjornlund, früherer Direktor des Asien-Programms im Nationalen Demokratischen Institut für Internationale Angelegenheiten erklärte: „Von dem Zeitpunkt des Kreuzzuges des Präsidenten Woodrow Wilson an, um ‘die Welt abzusichern für die Demokratie’ bis hin zur Ära des Kalten Krieges, teilten Amerikaner von praktisch allen politischen Überzeugungen ein ideologisches Engagement, um die demokratische Sache in der Welt zu fördern. … Washington widmet derzeit etwa 700 Millionen Dollar jährlich für die Förderung der Demokratie“ (Wilson Quarterly, Sommer 2001).

Das Problem dabei ist, dass dieser Versuch, die Botschaft von der Demokratie zu verbreiten, auf einer irrtümlichen Annahme basiert—nämlich, dass alle Völker so denken und handeln wie die Amerikaner. Sie tun es nicht! Daher, wenn die USA einfältig versucht, ausländische Nationen in die Schablone ihres Stils der liberalen Demokratie zu pressen, dann sind sie verblüfft, wenn sie herausfinden, dass „nicht alle ‘Spieler’ des Industriewesens dasselbe Engagement für die Demokratie teilen, und manche bereit sind, ihre Bestrebungen anderen außenpolitischen Zielen zu opfern“ (ibid.).

Seit den 1970er Jahren ist die „Demokratisierung“ möglichst vieler Nationen der Welt eine Priorität in der US-Politik gewesen. Samuel Huntington hat beobachtet, dass in den späten 1970ern eine „dritte Welle“ der Demokratisierung in Spanien und Portugal mit Übergangsformen in der Regierung begonnen hat. Dies breitete sich aus auf die spanischen Länder von Mittel- und Südamerika und machte einen Sprung über den Pazifik zu Teilen Asiens.

Der Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 beschleunigte das Ausbreiten der demokratischen Regierung überall in Ost- und Südeuropa. Während der 1990er Jahre sprangen Teile von Afrika und Asien auf den demokratischen Zug auf. Insgesamt sind seit 1988 50 Länder von anderen Regierungsformen zu „demokratisierten“ Verwaltungen übergewechselt.

Aber die Frage ist, warum? Warum flutete diese Welle von „Demokratie“ in den letzten 30 Jahren und vor allem in den letzten eineinhalb Jahrzehnten über die Welt? Wie legitim ist diese Änderung, und was hat sie motiviert?

Die armselige Natur von vielem in diesem Prozesses ist durch Eric Bjornlund hervorgehoben: „In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Demokratie als dominierendes politisches Ideal der Welt. Dennoch, ein Großteil der Weltbevölkerung muss erst demokratische Rechte genießen, und die Verpflichtung vieler angeblich demokratischer Länder bleibt weiterhin bedenklich“ (ibid.).

Dass dieser Prozess mit dem massiven Export von in Amerika produzierten Fernsehprogrammen, Musik und anderer Unterhaltung zusammentrifft, ist mehr als zufällig. Menschen werden im Allgemeinen nicht von Logik oder Vernunft bewegt. Es sind Phantasie, Emotion, Gefühle, die die Massen der Menschheit motivieren. Die Anziehungskraft vom „guten Leben“—verkörpert durch all seine Subkultur von Unterhaltung und seiner national lässigen Uniform von Jeans, Sweatshirt und Turnschuhen, bis hin zu seinem unersättlichen Konsumverhalten amerikanischen Stils und seiner Befürwortung freier und uneingeschränkter Auswahl innerhalb einer Wirtschaft des Reichtums—ist ein mächtiger Magnet für jene im Ausland gewesen. Die einfache Gleichung in den Köpfen der Meisten ist: „Die Demokratie steht für all diese Dinge“.

Es gibt jedoch ein Problem bei dieser Vorstellung. So wie Amerika seine Kultur abgebaut hat—seinen Geschmack in allen Dingen, von der Nahrung bis zur Kleidung, von der Musik bis zu Fernsehserien—so geben nun die Lebensqualität und die Früchte davon der übrigen Welt ein völlig unterschiedliches Bild von den Resultaten der Demokratie, wie sich unsere Gründungsväter das vorgestellt hatten. Familienzusammenbruch, eine riesige Drogensubkultur, überhandnehmende sexuelle Perversion, Gewaltverbrechen—alle diese bitteren Früchte, die nun von einer im Niedergang begriffenen angloamerikanischen Gesellschaft geerntet werden, werden von undemokratischen, religiös eifernden, reaktionären Regimes als dramatischer Beweis für den Zusammenbruch des großen westlichen Traums empfunden.

Diese Auffassung hat zur islamischen Gegenreaktion beigetragen. Es vergiftet im Augenblick die Beziehungen zwischen den USA und Europa. Es ist dazu bestimmt, letztlich eine entsetzliche Auswirkung auf die USA und Großbritannien und seine Herrschaftsgebiete zu haben. Schon werden Vergleiche zwischen dem Nutzen autokratischer Regierung alten Stils und westlich geprägter Demokratien gemacht, sogar von Einigen im Westen.

Rechte ohne Verantwortung

Die britische Journalistin Katie Grant besuchte unlängst das autokratisch regierte Land Turkmenistan. Ihre Schlussfolgerung? „Turkmenistan mag kein freies Land sein, aber es gibt keine Wegwerfkultur, keine Graffiti, und die Leute sind glücklich.“ Dieses Land hat keine demokratische Tradition. Grant bemerkt sogar: „Die Regentschaft eines Autokraten hat einen Vorteil. Wir loben die Demokratie, die der Gesellschaft erlaubt, auf dem Niveau des niedrigsten gemeinsamen Nenners als die beste Art und Weise zu funktionieren. Aber wenn Sie unsere schmutzigen Straßen und unsere Rowdykultur mit der Würde von Turkmenen vergleichen, scheint die Demokratie eine minderwertige Angelegenheit zu sein. Wir sind nicht zu Bach aufgestiegen; wir sind zu Marilyn Manson abgesunken“ (Spectator, 29. Juni).

Katie Grants Botschaft an jene, die mit solchem Eifer dem Ausland die westliche Form von liberaler Demokratie aufzubürden versuchen, ist beißend scharf, wenn man die massiven Beweise des gegenwärtigen Versagens des Systems in Betracht zieht. „Jene, die versuchen, westliche demokratische Werte zu exportieren, sollten sich darauf besinnen, dass es für viele vom turkmenischen Volk viele gute Dinge gibt, die richtig sind. Wenn wir die Demokratie exportieren, exportieren wir Big Brother. Wenn wir auf der Oberhoheit der persönlichen Rechte beharren, dann exportieren wir Familienzusammenbruch und die Kultur von Geplärr und Rechtsstreit“ (ibid.).

Wie von den Gründungsvätern verstanden, sollte die Demokratie der Bürgerschaft Freiheit unter dem Gesetz bieten. Aber wenn die Bürgerschaft ihre Furcht vor dem Brechen des Gesetzes verliert, weil jene, die für die Legalisierung und Wahrung des Gesetzes verantwortlich sind, seinen Stachel entfernen, bricht der Prozess in sich zusammen. Es ist hinreichend bekannt, dass Sie in einigen arabischen Ländern Ihren Mercedes Benz mit dem Schlüssel im Zündschloss am Straßenrand stehen lassen können. Warum ist dies so? Die Furcht davor, für Dieberei eine Hand abgehauen zu bekommen, vermindert einfach drastisch die Motivation für jeden möglichen Autodieb. Harte Gerechtigkeit—aber es funktioniert!

Die Idee der westlich geprägten Demokratie enthielt, seit ihren Anfängen, die Saat ihrer eigenen Zerstörung. Durch das Hervorheben, dass die Menschen bestimmte „unveräußerliche Rechte“ besaßen, öffneten die Gründungsväter den Weg für eine weit-weniger-demokratische liberal-sozialistische Generation, um das Konzept der Menschenrechte über die Verpflichtung von menschlicher Verantwortung zu erhöhen.

Der geschäftsführende Herausgeber von The New Criterion, Roger Kimball, formuliert es auf diese Weise: „In unserer jetzigen Zeit, einer Zeit, in der jedermann nach seinen oder ihren ‘Rechten’ schreit—in der neue ‘Rechte’ wie Pilze aus dem Boden sprießen—ist es wert, sich in Erinnerung zu rufen, dass jedes Recht eine entsprechende Pflicht mit sich bringt. Manche Rechte mögen unveräußerlich sein, aber keines ist ohne Preis“ (National Interest, Frühjahr 2002).

Furcht vor Vorzüglichkeit

Ein weiterer Preis, den die fehlgeschlagene westliche Demokratie nun zu bezahlen hat, geschieht in einer besonderen Form der Abwertung der Gesellschaft—ein Abrücken von dem alten Wunsch, der Beste zu sein, und ein sich Hinwenden zu dem Verlangen, alle Unterschiede zwischen den einzigartigen Fähigkeiten der Menschen zu verwischen.

Kimball drückt dieses Phänomen so aus: „Radikale Gleichmacherei—Gleichmacherei, die nicht korrigiert wurde durch das Streben nach Vorzüglichkeit—sollte uns vorgaukeln, dass es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Menschen gibt; wo die Vortäuschung unmöglich ist, möchte es uns Ausgleichsprogramme verordnen, um die Unterschiede auf das Mindestmaß zu reduzieren oder wenigstens darüber hinwegzugehen. Das Resultat ist eine gewaltige Steigerung von Selbsttäuschung, kulturellem Verfall und bürokratischer Zudringlichkeit“ (ibid.).

Die Maßstäbe von Vorzüglichkeit, die das Bestreben der vorigen Generationen waren—in Zeiten, als die Briten mit Güte das größte Imperium beherrschten und die USA zur mächtigsten einzelnen Nation auf Erden anwuchsen—sind in einem Morast von Mittelmäßigkeit begraben. Die falsche Annahme, dass wir alle das geistige Niveau herunterschrauben müssen zu einer grauen, formlosen Masse von Gleichheit, „droht den Impuls, etwas zu erreichen und sich verdient machen, zu überwältigen“ (ibid.).

Dieser heimtückische Trend schwächt den politischen Willen der Nation. Die gegenwärtige Debatte über den Irak ist sicherlich ein Beweis dafür. Die USA, anstatt Courage zu zeigen für eine sofortige Vergeltungsmaßnahme gegen einen verrückt gewordenen, unbedeutenden Despoten, der mit seinen biochemischen und unfertigen Kernwaffen im Nahen Osten rasselt, verbringen sie Monate in ergebnisloser Debatte, suchen die Genehmigung der Welt, einschließlich die ihrer Feinde, ehe sie geruhen, mit aller Gewalt dreinzuschlagen, um solch eine pestartige Bedrohung vom Angesicht der Landkarte hinwegzufegen!

Jede Regierung startete einen Versuch

Die Westliche Demokratie hatte ihren Tag gehabt.

Die westliche Zivilisation befindet sich in der Krise und im Niedergang. So ist es gewesen seit der Erste Weltkrieg die Hoffnungen zunichte gemacht hatte, dass sich die westliche Kultur auf dem Weg zu ständigem Fortschritt in Richtung eines rationaleren und aufgeklärteren Zeitalters befand. Der Zweite Weltkrieg erschütterte die westliche Demokratie in ihren Grundlagen. Die Wiege der Demokratie, der europäische Kontinent, kam an diesem Punkt zur Erkenntnis, dass die Wildheit des „zivilisierten“ Menschen jene der Barbaren, die ihm vorangegangen waren, weit übertroffen hatte.

Wenn man überlegt, scheint es keine anderen Regierungsformen zu geben, die der Mensch noch ausprobieren könnte. Nachdem er Jahrtausende hindurch mit allen Formen experimentiert hat, gab es während der letzten zwei Jahrhunderte die größte Veränderung, nämlich jene von der Aristokratie zur Demokratie—von einer Regierung durch eine kleine, privilegierte Elite, zu einer Regierung durch die Massen.

Die angloamerikanischen Demokratien verloren im letzten Jahrhundert mehr von ihren eigenen wertvollen Staatsangehörigen bei der Verteidigung dieses demokratischen Systems, als alle anderen Kampagnen in der Menschheitsgeschichte. War es dies wert gewesen? Eine höchst provozierende Ansicht kam bei Betrachtung dieser Frage durch Mark Malvasi, Geschichtslehrer am Randolph-Macon College, Ashland, Va., zum Vorschein. Auf 100 Jahre Demokratie zurückblickend, überlegt Malvasi: „In dem Ausmaß, in dem wir die Natur bezwungen und unsere Freiheit gewonnen haben, haben wir die Einschränkungen des menschlichen Zustandes zurückgewiesen. Da wir uns nicht länger gezwungen fühlen, Gott anzuflehen, sind wir zuversichtlich, dass wir selbst Götter sind. Doch täglich sind wir Zeugen der schrecklichen Folgen, wenn der Mensch, der nicht mehr den Wert darin erkennt, Christus nachzueifern, die Rolle Gottes für sich in Anspruch nimmt“ (Intercollegiate Review, Herbst/Frühjahr 2000-2001; meine Betonung).

Wie verblüffend! Das System, das „Gott“ rund um die Welt verkaufte, das das Leben von Jesus Christus Millionen von Heiden in weit entfernten Ländern vertraut machte „erkennt nicht mehr den Wert darin, Christus nachzueifern“.

Während der aufgeschlossene Historiker John Lukacs behauptet, „die Geschichtlichkeit von Jesus Christus … ist unbestreitbar“ (A Student`s Guide to the Study of History), suchen andere Mitglieder der Intelligenz, diese Tatsache als eine Belanglosigkeit in Bezug auf das Erbe der westlichen Demokratie zu begraben!

“Moderne Ideologien, sei es von der Rechten oder von der Linken, haben gelobt, die Erscheinung von Christus in der Geschichte bedeutungslos zu machen, indem sie uns irgendwie an unsere Originalunschuld zurückführen. Keiner von ihnen hat sein Versprechen wieder gut gemacht. Diese Versäumnisse haben zum allgemeinen Aufstand gegen die Zivilisation und zum Verlangen von vielen beigetragen, ein Leben fortwährender Unverantwortlichkeit und Maßlosigkeit zu ergreifen“ (Malvasi, op. cit.; meine Betonung).

Mark Malvasi sieht nur wenig worüber man optimistisch sein könnte, was das Überleben westlicher Demokratie anbelangt: „Es wäre naiv, Optimismus über unsere Situation vorzutäuschen, selbst solcher Optimismus, welcher auf die Kenntnis zurückzuführen ist, bereits das Schlimmste gesehen zu haben. … Wir hoffen ohne Begründung, sogar wo die Ereignisse in dieser Welt nahelegen, dass Hoffnung ungerechtfertigt und unklug ist“ (ibid.).

Sichere Hoffnung

Dennoch, es ist inmitten solcher Hoffnungslosigkeit innerhalb der menschlichen Gesellschaft, dass jene, die Gott wahrhaftig verehren, die wahrhaftig die Realität von Jesus Christus verstehen, sich ein Herz nehmen sollten. Ihre Hoffnung ist nicht „ohne Begründung“! Es ist eine sichere Hoffnung auf eine weit, weit bessere Zukunft, als jene, die die „schlechteste Regierungsform außer all der anderen Formen, die von Zeit zu Zeit versucht worden sind“, der Menschheit jemals geben könnte. Es ist eine wirkliche und ewige Hoffnung auf das mitreißende, glorreiche, von Gott gegebene Potential der Menschheit!

Die entsetzlichen Ereignisse des letzten Jahrhunderts, seine „Kriege und Kriegsgerüchte“, waren nichts anderes als die Erfüllung von Christi Prophezeiungen dieser Ereignisse, die in Lukas 21,8-11 beschrieben sind. Der Terror, der durch die Anschläge vom 11. September auf amerikanischen Boden hereinbrach, ist nur der erste Anfang eines Terrors, der die Herzen der Menschen in dieser letzten Stunde der menschlichen Zivilisation unter seiner eigenen Regierung stillstehen lassen wird (Lukas 21,22 u. 26). Aber Jesus Christus sagte seinen Anhängern: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“ (Vers 28).

Ja! Es ist Zeit aufzusehen! Sehen Sie auf in der sicheren Hoffnung der Rück­kehr Ihres Erretters zu dieser Erde, um alle Formen der Regierung niederzuwerfen—einschließlich der besten Versuche des Menschen mit seiner untergehenden Demokratie—und die perfekte Form von Gottes Regierung über die gesamte Menschheit zu errichten—für immer! Wie Jesaja 9,6 sagt: „Auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth.“ 

Tb Ad De