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Courtesy Dr. Eilat Mazar

Das Königsviertel

Nach dem Tod von König David ging der Thron Israels auf seinen Sohn Salomo über. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Nation als das einflussreichste Königreich der Region. Der biblische Bericht in 1. Könige 3-10 beschreibt Israels unvergleichlichen Wohlstand, Frieden und internationalen Einfluss. „Juda aber und Israel waren zahlreich wie der Sand am Meer und sie aßen und tranken und waren fröhlich“ (1. Könige 4, 20).

Die Bibel sagt, dass sich Salomos Herrschaft bis zum Euphrat im Nordosten, bis zum Mittelmeer im Westen und im Süden bis zur Grenze Ägyptens erstreckte (Vers 21). Und König Salomo war bekannt in der gesamten bewohnten Welt – nicht nur wegen seiner Macht und seines Reichtums, sondern auch wegen seiner gottgegebenen Weisheit und seines Verständnisses (Vers 30).

Salomo folgte dem Beispiel Davids und erweiterte, befestigte und verschönerte Jerusalem. Er brauchte 13 Jahre, um seinen eigenen prächtigen Palast zu erbauen. Er baute auch das hervorragende „Libanon-Waldhaus“, ein Gebäude, das mit Gold, Silber und anderen kostbaren Materialien versehen war. Außerdem befestigte Salomon die Stadt, indem er eine Mauer um sie herum errichtete (1. Könige 9, 15).

Im Jahr 1968 leistete Prof. Benjamin Mazar Pionierarbeit bei den Ausgrabungen nördlich der Stadt Davids, ein Areal bekannt als das biblische Ophelgelände. Wenn man die Geschichte zurückverfolgt, findet man Professor Mazar und seine Mitarbeiter, die zehn Jahre lang jeden Sommer gruben, bis sie auf eine Mauer stießen, die auf das erste Tempel-Zeitalter zurückging. Die Ruinen waren gut erhalten und einige Mauerteile hatten eine beeindruckende Höhe von ungefähr 6 Metern.

Eilat Mazar machte dort weiter, wo ihr Großvater aufgehört hat und begann 1986 eine kleine Ausgrabung, die sich hauptsächlich auf das Zeitalter des ersten Tempels konzentrierte. Ihre Ausgrabung legte einen großen Eingangs-Komplex frei, ungefähr 15 mal 18 Meter, der irgendwann im sechsten Jahrhundert v. Chr. vor der Plünderung Jerusalems durch die Babylonier errichtet worden war. Mit dem Eingang war auch ein kurzes Teilstück der von Salomo errichteten Stadtmauer von Jerusalem verbunden.

Bei der Bekanntgabe der Neuigkeiten während einer Pressekonferenz im Jahr 1986 sagte Dr. Mazar, dass der Eingangs-Komplex wahrscheinlich eines von 12 Toren war, die in den biblischen Berichten erwähnt werden. Benjamin Mazar, der mit anwesend war bei der Pressekonferenz seiner Enkeltochter, sagte: „Jetzt haben wir quasi das Gefühl, dass dies tatsächlich ein Tor Jerusalems aus der Zeit der Könige von Juda ist“ (Associated Press, 21. April 1986).

Im Jahr 2009 nahm Eilat Mazar die Ophel-Ausgrabung wieder auf. Während dieses Zeitraums kamen weitere faszinierende Details über die Zeit des ersten Tempels zum Vorschein. Innerhalb des königlichen Gebäudes entdeckte Dr. Mazar zwei übereinander gelagerte Etagen. Mit Hilfe von Tonfragmenten und anderen Funden konnte sie feststellen, dass die obere Fläche ein renoviertes Stockwerk war, das während des achten Jahrhunderts eingefügt worden war. Die untere Etage und die Mauern des Gebäudes waren während des 10. Jahrhunderts v. Chr. errichtet worden.

Sämtliche Hinweise deuten an, dass dieses Gebäude von König Salomo errichtet wurde und jenes ist, das in 1. Könige 3, 1 erwähnt ist. Diese Schriftstelle spricht von Salomo und der Erbauung seines eigenen Palastes „und des Hauses des Herrn und der Mauer rings um Jerusalem.“

Wie schön, dass Ophel-Besucher jetzt die Hand ausstrecken und eine Mauer berühren können, an der König Salomo vor drei Jahrtausenden täglich spazieren ging.

Diese riesige Mauer bestätigt nicht nur Salomos Präsenz in Jerusalem, sie untermauert auch die biblische Geschichte vom alten Israel als ein großes und fortschrittliches Königreich. „Die Stadtmauer, die entdeckt worden war, zeugt von einer Herrscherpräsenz“, erzählte Dr. Mazar der Posaune bald nach deren Entdeckung im Jahr 2010. „Ihre Stärke und Bauweise weisen auf ein Konstruktionswesen auf hohem Niveau hin.“

In ihrer Rede bei der offiziellen Enthüllungsfeier, erklärte Dr. Mazar: Die „Realität ist, dass eine hoch qualifizierte Festungsanlage und ein komplexes Festungswerk von König Salomo gebaut wurden.“ Die Mauer enthält die größten behauenen Steine aus der Zeit des ersten Tempels, die je in Israel gefunden wurden. Größere Steinquader tauchten nicht auf bis zur Zeit von Herodes dem Großen – 1000 Jahre später.