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Die Posaune

Das antike Jerusalem freilegen

Während Politiker Pläne für die Teilung von Jerusalems Hauptstadt ausarbeiten, sind Archäologen eifrig damit beschäftigt, Jerusalems berühmte Vergangenheit auszugraben.

Angesichts des Medieninteresses, das Jerusalems Archäologie immer mehr auf sich zieht, ist es möglich, dass die Vergangenheit dieser Stadt mehr als nur archäologische Begeisterung auslösen könnte.

Im arabischen Dorf Silwan sind Archäologen hart am Arbeiten, um das ursprüngliche Jerusalem – die Stadt Davids – auszugraben. Ein Artikel der Associated Press vom 10. Februar erläuterte, wie Silwan „in die Politik des heutigen arabisch-israelischen Konflikts fest eingebunden ist“ und, dass neue Ausgrabungen an das Herz derer gehen, die die Heilige Stadt heute besitzen. „Palästinenser und Israelis versuchen erneut ein Friedensabkommen auszuhandeln, und zwar eines, das eine Vereinbarung über die Teilung Jerusalems beinhalten muss“, sagt der Bericht. Der Widerstreit in dieser Nachbarschaft – zwischen Silwan und der Stadt Davids – enthält alles Wesentliche der kommenden Verwicklungen“.

AP erklärte, dass in den letzten Jahren die Elad Stiftung, eine Organisation, die mit der religiösen Siedlungsbewegung verbunden ist, archäologische Ausgrabungen in der Stadt Davids finanziert hat, die sich unmittelbar außerhalb der von den Mauern umgebenen Altstadt befindet. Das Gebiet hat sich ausgeweitet, um eine von Jerusalems beliebtesten Touristenattraktionen zu werden, die im Jahr 350.000 Besucher anzieht, die meisten davon Israelis. Der archäologische Park führt zahlreiche laufende Ausgrabungen durch, sowohl über als auch unter der Erde.

Hesekiels Tunnel zum Beispiel wurde vor ungefähr 2700 Jahren aus dem Felsen unterhalb der Stadt Davids gehauen. Im Jahr 1880 entdeckte ein jüdischer Junge eine Inschrift im Tunnel eingraviert, die lautet: „Als noch die Arbeiter ihre Hacken schwangen, jeder zu seinem Gefährten hin, und als noch 3 Ellen zu durchbohren waren, wurde gehört die Stimme eines jeden, der seinen Genossen rief, denn es war ein Spalt im Felsen von rechts nach links. Und am Tag des Durchbruchs begegneten sich die Arbeiter Mann gegen Mann, Hacke gegen Hacke, und das Wasser floss von der Quelle zum Teich …“

Laut 2. Chronik 32, leitete Hesekiel, der König von Juda, der eine Belagerung von König Sanherib’s assyrischen Streitkräften erwartete, Wasser von der Gihon-Quelle um, indem er einen 570 m langen Tunnel ausmeißelte. Die „Wasserleitung“ ist auch in 2. Könige 20,20 erwähnt und ist bestätigt von Sanherib’s persönlich geschriebenem Bericht von seiner Kampagne, „Jerusalem“ zu erobern.

Außer dem berühmten Tunnel sind viele andere neue Entdeckungen gemacht worden: Paläste, Tonwaren, Stadtmauern und Bullae. Im Jahr 1982 zum Beispiel, entdeckte der verstorbene Yigal Shiloh ein Sammlung von 53 Bullae (Tonscheiben, die verwendet wurden, um Schriftrollen zu versiegeln) in einem Gebäude, das später das Haus der Bullae genannt werden sollte. Shiloh nahm an, dass die Struktur irgendeine Art von Archivgebäude gewesen sein muss, das sich in der Nähe des Palastkomplexes befand, wo die Könige von Juda herrschten.

Dieser Palast ist jetzt dank der letzten Arbeit von Eilat Mazar gefunden worden, und in der Tat, er befindet sich oben auf der Plattform eines Hügels, direkt über dem Haus der Bullae. Eine Bullae von Shilos Sammlung war mit dem hebräischen Namen „Gemarja, der Sohn Schafans“ beschriftet. Wie in Jeremia 36,10 erwähnt ist, war er einer der Prinzen von Juda während der Herrschaft Jehoiakims. Sein Vater Schafan arbeitete für König Josia (2. Könige 22,3).

Innerhalb von König Davids Palast fand Eilat Mazar im Jahr 2005 eine Bullae, die diese Inschrift trug: „Juchal, Sohn Schelemjas“. Er war ein königlicher Offizier, der in der Verwaltung von König Zedekia, dem letzten König Judas, arbeitete, bevor er während des sechsten Jahrhunderts v.Chr. in babylonische Gefangenschaft geriet. Juchal wird im Buch Jeremia zweimal erwähnt (37,3; 38,1).

„Die Stadt Davids zeigt uns die Geschichte und Archäologie Jerusalems seit dem Tag an dem sie gegründet wurde. Jerusalems Wurzeln liegen hier“, sagte der Archäologe Eli Shukrun der Associated Press. „Kaum eine andere Stadt ist mit Jerusalem vergleichbar“, sagte Roni Reich von der Haifa Universität. „Und dieser Hügel ist der Ursprung von all dem“. AP stellt fest, „Archäologen, die nicht mit den Ausgrabungen der Stadt Davids verbunden sind, bestreiten ihre Bedeutung nicht“ (op.cit).

Es ist allerdings die Lage des archäologischen Parks, was ihn so umstritten macht. Er liegt eingebettet im einkommensschwachen Araber-Viertel von Silwan – in der annektierten Hälfte von Jerusalem, die Israel 1967 eroberte und die die Palästinenser für die Hauptstadt eines palästinensischen Staates beanspruchen. Silwan hat ungefähr 40.000 arabische Einwohner.

Während Israel wieder an seine Vergangenheit anknüpfen will, klagen die Palästinenser die Juden an, die Archäologie als eine politische Waffe zu gebrauchen. AP sagt, dass die Elad Stiftung ein jährliches Budget von ungefähr 10 Millionen Dollar hat, das meiste von Spenden „und palästinensische Häuser in Silwan aufkauft, um jüdische Familien unterzubringen. Rund 50 jüdische Familien sind so bereits nach Silwan gezogen; auf ihren von staatlich bezahlten Sicherheitskräften schwer bewachten Häusern wehen israelische Fahnen.

Am 3. Januar berichtete auch die South China Morning Post über die wachsende Kluft zwischen den arabischen Einwohnern von Silwan und die Aktivitäten, die die Elad in der Stadt Davids finanziert: „Abed Shalodi, ein Einwohner von Silwan, der den abwechselnden Archäologen bei der Durchführung ihrer Besichtigungstouren hilft, sieht Elad als eine Bedrohung an. ‚Die wollen das ganze Land hier übernehmen. Wir können nicht mit ihnen leben, weil sie uns hier nicht wollen. Sie wollen das Land ohne die Leute.’“

Der Artikel zitierte dann den Elad Sprecher Doron Spielman, der gesagt haben soll, dass, während „unser Ziel ist, dass es stark jüdisch oder so jüdisch wie möglich gekennzeichnet sein sollte“, es unrealistisch ist, zu erwarten, dass die Gegend ganz und gar jüdisch wird. Spielman betont, dass zahlreiche Araber in der Tat von Elad beschäftigt seien, und dass die Aktivitäten der Stiftung Projekte einschließen, um das Gebiet für die palästinensischen Einwohner zu verschönern. Zugleich räumt er jedoch ein: „Wir geben zu, dass wir einen zionistischen Traum verfolgen – unter der Erde die historische Stadt freizulegen und auf der Oberfläche ein blühendes jüdisches Wohnviertel zu erschaffen.“

Die an den Ausgrabungen in Silwan beteiligten Archäologen betonen, dass ihre Arbeit nichts mit Politik zu tun hat, aber einige ihrer Kollegen werfen ihnen eine Mitschuld an Elads Absicht vor, Juden in das arabische Viertel zu übersiedeln. Die Ausgrabung der Stadt Davids „ist mit ihrer Nabelschnur zur Politik verbunden“, sagt Rafi Greenberg, ein israelischer Archäologe von der Universität Tel Aviv, und „alles Gerede um Scherben und Steine kann die Tatsache nicht verschleiern, dass die Grabungen hier unternommen werden, um Fakten in der Gegenwart zu schaffen“, sagte er.

In dem Versuch, Israels Existenzrecht für unberechtigt zu erklären, hat die palästinensische Führung aktiv an zwei Fronten gekämpft, um dieses Bindeglied zwischen den Juden und dem Land Israel zu zerstören. Während sie hartnäckig behaupten, „dass Salomons Tempel fiktiv sei“, schrieb Dore Gold in The Fight for Jerusalem (der Kampf um Jerusalem), „versuchen sie gleichzeitig jeden archäologischen Beweis, der das Gegenteil bestätigt, zu vernichten – und das mit geringem oder ganz ohne Widerstand der Israel Antiquities Authority.

Auf der anderen Seite des Kampfes, in einer zunehmend religionslosen und säkularen westlichen Welt, sind die einzigen noch übrig gebliebenen Dinge, um diese Verbindung wieder herzustellen, die antiken Ruinen, die unter der Oberfläche von Israels Heimatland begraben sind. „An fast jedem Ort, wo archäologische Ausgrabungen in Israel stattfinden“, berichtet CNSNews.com, „entdecken die Archäologen jüdische Artefakte und Geschichte (14. Nov. 2007). Diese Vergangenheit ist natürlich in der hebräischen Bibel verankert, wo auf Jerusalem mehr als 650-mal verwiesen wird. Jerusalem, von König David gegründet, wurde Israels Hauptstadt eintausend Jahre vor der Gründung des Christentums – 1700 Jahre vor dem Islam.

Diese neuen Entdeckungen werden sicherlich einen prominenteren Platz in Israels zukünftigem politischem Diskurs finden, besonders nachdem Friedensgespräche mit den Palästinensern zusammenbrechen. 

Jip De