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Sieben afrikanische und europäische Regierungschefs trafen sich am 28. August in Paris, um zu versuchen, „neue Verhältnisse“ zu schaffen, um den Strom der Einwanderer von Nordafrika nach Europa einzudämmen und dafür im Gegenzug Hilfe zu leisten.
LUDOVIC MARIN/AFP/Getty Images

Europas Grenzen bis nach Afrika ausdehnen

06.10.2017  •  Aus diePosaune.de
Während die EU in ihrer Gesamtheit sich nicht über eine Lösung der Flüchtlingskrise einigen kann, vereinbarte nun eine Gruppe von Kernländern der EU mit afrikanischen Ländern, Grenzkontrollen in Nordafrika einzurichten.
 

Zehntausende von Migranten, die in Europa ankamen, werden bald erfahren, dass sie ihr Leben ganz umsonst riskiert haben, denn ihre Asylanträge werden häufig abgelehnt werden. Um zukünftigen Ablehnungen in Europa zuvorzukommen, trafen sich hohe Regierungsbeamte aus Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien mit Repräsentanten aus Libyen, Tschad und Niger auf einem Gipfel in Paris am 28. August. Dieses Gipfeltreffen endete mit der Vereinbarung, in Afrika Knotenpunkte für zukünftige Asylanten einzurichten. Europa hofft, so den Migrantenstrom schon in Afrika besser unter Kontrolle halten zu können.

Der Initiator und stärkster Befürworter des Treffens, Emmanuel Macron, bezeichnete den Gipfel als das seit Monaten erfolgreichste und folgenschwerste Treffen.

Nachdem 2015 über eine Million Flüchtlinge nach Europa geströmt waren, hatten die Mitgliedsstaaten der EU intensiv an einer Lösung dieser Krise gearbeitet. Aber dieser Prozess machte wegen der großen Differenzen zwischen den EU-Mitgliedern und ihrer Unfähigkeit, eine gemeinsame Lösung zu finden, nur geringe Fortschritte. Das Abkommen Europas mit der Türkei 2016 verringerte nur den Flüchtlingsstrom über das östliche Mittelmeer, während die zentrale Route weiterhin offen blieb.

Die wichtigsten Routen, die die Migranten zurzeit nehmen, um das Mittelmeer zu erreichen, führen sie durch Niger, Tschad und durch Libyen. Daher lud Macron die Präsidenten von Niger und Tschad sowie den Chef der von den Vereinten Nationen unterstützten Regierung von Libyen nach Paris ein. Macron hofft, dass Asylsuchende in Zukunft schon in Afrika anerkannt oder abgelehnt werden, noch bevor sie versuchen, nach Europa zu reisen. Die Migranten können dann entsprechend in ihre Heimatländer zurückgeführt werden, solange sie noch in Afrika sind, wenn ihr Asylantrag abgelehnt worden ist.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, dass das Abkommen im Wesentlichen darauf hinausläuft, dass Europa seine Grenzen bis nach Afrika ausdehnt. Eva Ottavy von der französischen Hilfsorganisation Cimade sagte Agence France-Presse: „Wir sind dabei, unsere Grenzen weiter und weiter weg zu verlegen.“

Diese jüngste Maßnahme wurde getroffen, obwohl die Zahl der Flüchtlinge, die in Italien ankommen, im Verhältnis zu 2016 um 50 Prozent gesunken ist. Andererseits haben sich die Zustände in Nordafrika verschlechtert. Diese Region wird vom Terrorismus und einer immer größeren Zahl von Fluchthelfern heimgesucht. Die Verzweiflung treibt die Flüchtlinge nach Europa auf der Suche nach finanzieller Unterstützung und militärischer Hilfe.

Die europäischen Mächte hatten schon vor der Flüchtlingskrise noch ein zusätzliches Interesse an der Region. Vor dem zweiten Weltkrieg hatte Europa durch den Kolonialismus großen Einfluss in der Region, den es nach dem Krieg verloren hat. Der Chefredakteur der Posaune Gerald Flurry warnte davor, dass die Flüchtlingskrise das europäische Militär an die nordafrikanischen Küsten zurückbringen würde – Küsten, die sich Europa nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gezwungen sah zu verlassen. Er schrieb:

Seit der Diktator Muammar al-Gaddafi durch die Bombenangriffe des Westens 2011 vertrieben wurde, wird das nordafrikanische Land Libyen von sich untereinander bekämpfenden militanten Gruppen und Dschihadisten beherrscht. Als Gaddafi beseitigt wurde, habe ich davor gewarnt, dass etwas tausend Mal Schlimmeres seinen Platz einnehmen würde.

Sehen Sie sich an, was seitdem passiert ist! Das dadurch entstandene Chaos führte dazu, dass hunderttausende von Flüchtlingen mit Booten nach Malta und Süditalien übersetzten. 2014 gingen schon über 170.000 Migranten in Italien an Land! 2015 übertraf die Zahl der Einwanderer, die von Syrien nach Europa kamen, die Zahl der von Libyen hereinkommenden Migranten. Jetzt ist aber der Weg nach Europa durch die Türkei praktisch versperrt worden und die Europäer sehen die Flüchtlinge wieder über Libyen hereinkommen. Italienische Beamte fürchten, dass dieses Jahr [2016] bis zu 270.000 Migranten versuchen werden, nach Italien zu gelangen.

Das ist für Europa ein großes Problem. Die EU weiß, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen! Die Situation in Libyen ist ein guter Vorwand für die Europäer, dorthin zu kommen, um diese Region abzusichern, die für die Kontrolle des Mittelmeers so entscheidend ist.

Herr Flurrys Vorhersage hätte nicht genauer sein können. Heute sehen wir, dass Italien und die anderen wesentlichen europäischen Länder versuchen, das Mittelmeer und Nordafrika besser unter Kontrolle zu bekommen. Während die EU ihre Grenzen weiter ausdehnt, um Nordafrika wieder miteinzuschließen, ähnelt das immer mehr seinem alten Vorläufer: Dem römischen Reich. Das war genau das Reich, das Hitler wieder auferstehen lassen wollte – ja, er hatte sogar vor, ihm zu noch größerer Macht zu verhelfen. Wie Herr Flurry in seinem Artikel „Deutschland und das letzte Heilige Römische Reich“ erklärte, versucht Europa, dieses Reich wieder aufleben zu lassen.

Die Parallelen sind offenkundig. Ob nun mit Absicht oder unbewusst, versuchen die führenden europäischen Politiker, die Grenzen wieder auf die Ausmaße zu erweitern, die sie unter ihrem Vorläufer hatten. Lesen Sie unser Buch Das Heilige Römische Reich in der Prophezeiung, um zu erfahren, was dieses Reich früher tat und wie die Bibel seine letzte Wiederauferstehung vorhersagt. Und was sogar noch erstaunlicher ist: Eine Prophezeiung in Daniel 2 versichert uns, dass dieses Reich das letzte von Menschen beherrschte Königreich auf dieser Welt sein wird, bevor Gott übernatürlich eingreift und Sein Königreich auf Erden errichtet. 

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