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Statue von Karl Marx in Sachsen, Deutschland

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Deutscher Kardinal lobt Karl Marx

25.05.2018  •  Aus diePosaune.de
Die Soziallehre der katholischen Kirche ist nicht identisch mit der des Marxismus, aber es gibt starke Ähnlichkeiten.
 

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz lobte kürzlich die Lehren von Karl Marx, dem Vater des Kommunismus. In einem Interview erschienen in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 1. Mai behauptet Kardinal Reinhard Marx, das kommunistische Manifest geschrieben von Karl Marx und Friedrich Engels habe mitgeholfen, die katholische Soziallehre zu gestalten.

Während der Vorbereitungen für die Feier zum zweihundertsten Geburtstag seines Namensvetters am Samstag, den 5. Mai sagte Kardinal Marx, es gäbe keinerlei Verbindung zwischen dem Marxismus und der späteren Ideologie des Marxismus-Leninismus. Er sagte auch, dass es ohne Karl Marx keine katholische Soziallehre geben würde.

Kardinal Marx bedauerte insbesondere die „enorme soziale Ungleichheit und die Umweltschäden, die die Dynamik des Kapitalismus hervorbringt“. Er rechne es Karl Marx hoch an, dass er die Gesellschaft lehrte, dass der Markt nicht so unschuldig ist, wie er im Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften erscheinen mag. Dahinter stehen mächtige Interessen.

Diese Kommentare über den Marxismus regten auch den Papst dazu an, über das Thema nachzudenken. Auf die Frage des italienischen Journalisten Eugenio Scalfari an Papst Franziskus 2016, ob er die marxistische Gesellschaft befürworte, entschied sich der Papst dafür, die Ähnlichkeiten zwischen dem Marxismus und der katholischen Soziallehre hervorzuheben.

„Es ist oft gesagt worden und meine Antwort ist immer gewesen, wenn überhaupt jemand wie Christen denkt, dann sind es die Kommunisten“, sagte der Papst zu Scalfari. „Christus sprach von einer Gesellschaft, in der die Armen, die Schwachen und die Ausgegrenzten das Recht hätten zu entscheiden. Nicht die Demagogen, nicht Barabbas, sondern die einfachen Leute, die Armen, ob sie nun an einen überweltlichen Gott glauben oder nicht. Sie müssen mithelfen, Gleichheit und Freiheit zu erreichen.

Sowohl Papst Franziskus als auch Kardinal Marx verachten die Art von Kapitalismus des freien Marktes, für den die Vereinigten Staaten plädieren. Sie unterstützen ein obrigkeitliches Wirtschaftsmodell, was der römisch-katholischen Kirche erlaubt, Einfluss auf das individuelle Verhalten zu nehmen. So ist die katholische Soziallehre zwar nicht identisch mit dem Marxismus, aber es gibt viele Gemeinsamkeiten.

Nachdem das feudale System des mittelalterlichen Europas beseitigt war, kamen zwei Systeme in Frage, um es zu ersetzen: Der Kapitalismus im Stil von Adam Smith oder der Sozialismus im Stil von Karl Marx. Während in der kapitalistischen Lehre die wirtschaftliche Macht in den Händen des Einzelnen liegt, verlangt die sozialistische Lehre, die Macht müsse in Händen des Staates liegen. Beide Systeme schwächten den Einfluss der römisch-katholischen Kirche. Deshalb verfasste Papst Leo XIII 1891 ein apostolisches Schreiben. Darin beschreibt er ein neues Wirtschaftsmodell, das als Korporatismus bekannt wurde, abgeleitet von dem lateinischen Wort corpus.

Dieses Modell war nicht wirklich neu. Es war eine modernisierte Version der mittelalterlichen Feudalordnung. Seine Grundvoraussetzung war es, dass die Menschen am glücklichsten sind, wenn sie in einer Hierarchie leben, die von der Kirche angeführt wird. Konkurrenz bedeutet spirituelle Herabsetzung. Deshalb müssen die Unternehmen, die Arbeiter und der Staat in vertikal verbundenen Teilbereichen zusammenarbeiten, die Korporationen genannt werden. Diese Korporationen kontrollieren die Wirtschaft, indem sie Quoten, Preise und Löhne festlegen. Sie regeln das individuelle Verhalten, um die soziale Ordnung zu schützen und allen einen gerechten Lebensstandard zu verschaffen.

Durch die Hervorhebung der Ähnlichkeiten zwischen dem Marxismus und der katholischen Soziallehre hoffen Papst Franziskus und Kardinal Marx Unterstützung für ein neues, von der Kirche geleitetes Wirtschaftssystem zu bekommen. Ein vor kurzem erschienener Leitartikel im Politico bezeichnete Kardinal Marx als „Gottes Mann in Brüssel“. Der Artikel erklärt, dass seine guten Beziehungen mit den höchsten weltlichen Mächten Kardinal Marx großen Einfluss in Europa verschafft hat. Als einer von neun engsten Beratern von Papst Franziskus sitzt Marx genau am richtigen Ort, um eine wichtige Rolle bei der Umgestaltung von Europas Wirtschaftsordnung zu spielen.

Die Bibel offenbart, dass eine Kirche in der Endzeit eine Art Übereinkommen oder Konkordat mit einer Großmacht in Europa eingehen wird. Offenbarung 17 beschreibt diese Kirche als das Oberhaupt einer politisch-militärischen Union aus zehn Ländern, die in der symbolischen Terminologie als „Tier“ bezeichnet wird.

„Im 17. Kapitel der Offenbarung finden wir ein Tier, ferner eine Frau, eine große, reiche, aber gefallene Frau, die auf dem Tier sitzt“, schrieb Herbert W. Armstrong in seiner Broschüre Wer oder was ist das prophezeite Tier? „Das Symbol ,Frau‘ bezeichnet in der Bibel eine Kirche (siehe auch 2. Korinther 11, 2; Offenbarung 19, 7; Epheser 5, 22-27). Das Symbol Tier bedeutet hingegen ein Reich oder Staatsgebilde. Bleiben wir bei der präzisen Symbolbedeutung. Das Tier aus Offenbarung 13 ist nicht die Frau, die auf dem Tier sitzt – das Tier ist ein politisches Gebilde, und die Frau ist eine Kirche.“

Danach erklärt Herr Armstrong in seiner Broschüre, dass dieses besondere Tier das römische Reich ist und dass die Bibel prophezeit, dass es zehn Mal wiederauferstehen würde.

„Der siebente Kopf mit seinen zehn Hörnern im 17. Kapitel – das ist, wie das 17. Kapitel erklärt, das letztmalig ‚aus dem Abgrund‘ auferstandene Imperium Romanum, und zwar in Gestalt eines europäischen Zehn-Staaten-Bundes, einer Art ‚Vereinigter Staaten von Europa‘ auf dem Gebiet des alten römischen Reiches (Offenbarung 17, 12-18). Seine Anfänge sehen wir jetzt schon!“, schrieb er.

Jugendarbeitslosigkeit und Euro-Krise bringen Millionen Europäer dazu, die Art Regierungsform zu fordern, die Kardinal Marx befürwortet. Diese Rufe führen zur Erfüllung wichtiger Prophezeiungen der Bibel. 

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