1%20right wing%20protests
Am 27. August in Chemnitz in Ostdeutschland zünden Demonstranten gerade Leuchtraketen an.

ODD ANDERSEN/AFP/GETTY IMAGES

‚Bürgerkrieg‘ auf Deutschlands Straßen

08.10.2018  •  Aus diePosaune.de
Unruhen in der Stadt Chemnitz zeigen, dass das Land kurz vor dem totalen Chaos steht.
 

Die Flüchtlingskrise hat Deutschland unstabil und explosiv gemacht. Schon ein winziger Funke könnte es zur Explosion bringen.

Das zeigte sich vorletztes Wochenende. Am 28. August stellte die Times fest: „Deutschland wird von den schlimmsten Ausschreitungen der extremen Rechten in den letzten 26 Jahren erfasst“:

Deutschland wurde von den Schlimmsten rechtsextremistischen Krawallen seit 1992 erschüttert, als die Polizei auch mit Wasserwerfern tausende von Neonazis und andere Extremisten nicht daran hindern konnte, Jagd auf Immigranten zu machen und mit Flaschen und Feuerwerkskörpern zu werfen, den Hitlergruß zu zeigen und „Ausländer raus“ zu schreien. ....

Die Polizei war anscheinend durch die große Zahl der Extremisten überrascht worden, hatte schwer zu kämpfen und konnte auch unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas die Ordnung nicht mehr aufrechterhalten. Mindestens zwanzig Personen wurden verletzt, weil Feuerwerkskörper und andere Wurfgeschosse auf beiden Seiten in die Menge geschleudert wurden.

Alles begann am frühen Morgen des 26. August, als ein 35 Jahre alter Mann in Chemnitz in Ostdeutschland durch Messerstiche getötet wurde. Der Mord geschah nach einer Schlägerei zwischen „einer Anzahl von Leuten unterschiedlicher Nationalitäten“. Gleich darauf wurden im Internet Gerüchte verbreitet, dass der Streit begann, weil eine Frau auf der Straße belästigt worden war. Die Gerüchte sagten auch, dass Migranten hinter der Messerstecherei steckten. In der Nacht zum 26. August begannen gegen Migranten eingestellte Gruppen einen Protestmarsch. Sie fingen auch an, jeden zu belästigen, der wie ein Migrant aussah. Spiegel Online schrieb, dass die Polizei manchmal völlig überfordert war. Es musste Verstärkung von anderen Abteilungen in größeren Städten wie Leipzig und Dresden herbeigerufen werden.

Am nächsten Tag versprach die Chemnitzer Polizeichefin Sonja Penzel, so etwas werde nie wieder vorkommen. Aber es passierte wieder und zwar noch am nächsten Abend. Am 27. August wurde es noch viel schlimmer. Etwa 5.000 Protestler gegen die Migranten stießen mit linksgerichteten Gegendemonstranten zusammen. Spiegel Online beschrieb den Abend:

Die Gewalttätigkeiten begannen kurz nach 8 Uhr. Mehrere hundert Rechtsradikale laufen plötzlich Sturm gegen die Reihen der Bereitschaftspolizei, während sie schreien: „Frei! Sozial! Und national!“ Ein Feuerwerkskörper fliegt auf die Gegendemonstranten zu und explodiert. Die Rechtsradikalen beginnen, Flaschen in die Menge zu schleudern. Eine Leuchtrakete fällt vom Himmel und einige Polizisten laufen weg, um dem Geschoss auszuweichen. In diesem Moment können sie nicht einmal für ihre eigene Sicherheit garantieren. Mit größter Anstrengung ist die Polizei schließlich in der Lage, die Menge zurückzudrängen. Eine größere Auseinandersetzung kann nur mit Mühe verhindert werden.

Die Rechtsradikalen fangen an, sich zu bewegen und ziehen singend durch die Stadt: „Deutschland für die Deutschen! Ausländer raus!“ Einige strecken den rechten Arm aus und zeigen den Hitlergruß, was in Deutschland verboten ist. Sie sind nur von kleinen Gruppen von Polizisten flankiert. „Wir empfangen Berichte, dass große Mengen Pflastersteine herausgerissen wurden“, werden die Beamten über ihre Funkgeräte gewarnt. Ein anderer Polizeibeamter gibt eine Anordnung weiter, die er empfangen hat: „Bei unserer geringen Zahl ist das nicht gerade klug, aber der Befehl kam von den Vorgesetzten. In so einer Situation bieten die beiden Wasserwerfer, die in der Nähe geparkt sind, nur wenig Schutz.“

Die Polizei musste Wasserwerfer benutzen, um die Demonstranten zu stoppen. Spiegel Online beschreibt einen typischen Augenblick während der Proteste:

Der Neonazi geht zum Angriff über. Er wirft seine Arme über den Kopf, schreit und winkt der Parade der Demonstranten zu in dem Versuch, die Kameraden dazu zu bringen, ihm zu folgen. Dann stürmt er zusammen mit zehn oder zwölf anderen, die ihm hinterherlaufen, die Treppen zur Terrasse vor der Stadthalle hinauf – ein Veranstaltungsort im Zentrum der Stadt Chemnitz. Auf der Terrasse sind Kameraleute, Zuschauer und Gegendemonstranten – aber die sehen die Angreifer nicht kommen. Der Neonazi packt einen jungen Mann von hinten, wirft ihn zu Boden und prügelt immer wieder auf ihn ein.

Erst jetzt tauchen vier Polizeibeamte auf und drängen die Neonazis zurück. Die Beamten werden völlig überrannt – genau wie die gesamten Polizeikräfte während der ganzen Demonstration an diesem Montagabend – eine Demonstration, die sich schließlich in eine Straßenschlacht verwandelt.

Eine Straßenschlacht befeuert durch fremdenfeindlichen Hass.

„Es gibt in unserem Land eine kleine Schar von Rechtsradikalen, die jede Gelegenheit nutzen, um ihre gewalttätigen Fantasien von bürgerkriegsähnlichen Zuständen auf unseren Straßen auszuleben“, sagte der Sozialdemokrat Burkhard Lischka.

Die Tageszeitung schrieb: „Die Nazis probten am Montagabend in Chemnitz den Aufstand.“

Genau vor diesen Umständen im Zusammenhang mit der Migrantenkrise in Deutschland hatte die Posaune gewarnt. Aus den Interviews der Medien wird klar, dass viele Leute, die an den Protesten teilnehmen und sie unterstützen, gar keine Neonazis sind. Sie machen sich nur berechtigte Sorgen wegen der Migranten. Aber die extreme Rechte und die Neonazis sind die einzigen, die über das Problem reden, also sehen sich all diese Leute zur extremen Rechten gedrängt. Wir schrieben 2016 in unserem Artikel „Deutschland, Migranten und die große Lüge“:

Was geschieht, wenn die Mehrheit der Deutschen erkennt, dass sie an der Nase herumgeführt worden sind? Was passiert, wenn die Mehrheit der Deutschen das Vertrauen in die etablierten Parteien verliert? Frustriert und wütend wird das deutsche Volk, wie jedes andere Volk es auch täte, eine Person oder eine Partei suchen, die bereit ist, ihre Sorgen ernst zu nehmen und Deutschlands Flüchtlingskrise zu lösen. Dieser Trend zeigt sich aktuell im dramatischen Aufstieg von Pegida* und der AfD, einer rechts außen angesiedelten politischen Partei, deren Beliebtheitswerte so hoch sind wie niemals zuvor sind.

(* Pegida = Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes)

Viele Deutsche sind von den etablierten Parteien enttäuscht und wenden sich solchen Gruppen zu. Wir sprechen hier nicht von überzeugten Neonazis. Diese Menschen wollen Flüchtlinge nicht verfolgen oder gar einsperren, zusammenschlagen oder gar töten. Es handelt sich nicht um Extremisten, die einen Völkermord herbeisehnen. Wir sprechen hier von ganz normalen, klar denkenden, rationalen Menschen, von denen viele tiefstes Mitgefühl empfinden für die Leidenden in Syrien und andernorts. Sie machen sich einfach nur Sorgen darüber, welche Auswirkungen Millionen Migranten auf ihr Land haben werden, auf seine Einrichtungen, seine Infrastruktur, seine Wirtschaft, seine Kultur und auf das deutsche Volk selbst. Sie sorgen sich um Deutschlands Zukunft. Dennoch weigert sich die Regierung von Angela Merkel, diese Sorgen ernst zu nehmen oder ehrlich und offen über die Auswirkungen dieser Einwanderungswelle auf das Land zu sprechen.

Fährt sie weiter diesen Kurs, läuft die deutsche Kanzlerin Gefahr, mit dazu beizutragen, dass das deutsche Volk – und damit Deutschland – sich auf Besorgnis erregende Weise in etwas verwandelt, das nicht mehr viel mit dem demokratischen, friedvollen und freundlichen Deutschland gemein hat, das wir kennen.

Der Umgang der Merkel-Regierung mit dieser Situation verwandelt das deutsche Volk in eine tickende Zeitbombe! Je desillusionierter, frustrierter und wütender die Deutschen werden, umso empfänglicher werden sie für radikale Politiker mit radikalen Lösungen. Genau das ist passiert. Deutschland ist explosiv geworden. Es bedarf nur eines Funkens wie in Chemnitz, um eine Explosion auszulösen.

Noch vor fünf Jahren hätte man viele der Leute, die demonstrierten, nicht in Gesellschaft von Leuten angetroffen, die den Hitlergruß zeigen. Aber die waren so ziemlich die einzigen Menschen, die ihre Sorgen teilten. Die Tatsache, dass Deutschland seit Jahrzehnten wieder die größten Krawalle der Neonazis erlebt, ist die direkte Folge der Weigerung der etablierten Autorität, das Problem in Angriff zu nehmen.

„Der gesunde Menschenverstand allein sagt uns, dass es eine Explosion geben wird“, schrieben wir 2016. Jetzt ist diese Explosion da. Wir schrieben auch, dass die Bibel uns besonders vor den Folgen warnt: Ein radikaler Wechsel der Führung Deutschlands. Der Artikel ging so weiter:

Das Buch Daniel wurde speziell im Hinblick auf die „letzte Zeit“ geschrieben (Daniel 8, 17; 12, 4 und 9). Immer und immer wieder ist dort die Rede von einem mächtigen Anführer, der die Welt erschüttern wird. Er wird der „König des Nordens“ sein (Daniel 11,40) und über eine vereinte europäische Macht herrschen. Höchstwahrscheinlich wird er der Anführer eines Deutschlands sein, das den Rest der EU kontrolliert.

Was für ein Mensch ist dieser neue Anführer? Die Bibel sagt, dass „der König […] tun [wird], was er will, und [er] wird sich überheben und großtun gegen alles, was Gott ist“ (Vers 36). Es wird „ein König auftreten mit hartem Angesicht“ (Daniel 8, 23). Er ist durchsetzungsfähig, aggressiv und ehrgeizig. Er ist eine starke Führungsperson!

Dieser Anführer ist „verschlagen“ und „listig“ (Vers 23) – Clarke‘s Commentary schreibt hierzu, er sei „äußerst erfahren und bewandert in Regierungsangelegenheiten und den dazugehörigen Machenschaften.“

Er unterscheidet sich zudem deutlich von der aktuellen Führung Deutschlands. Dahin wird die Flüchtlingskrise noch führen. Und ihre Sprengkraft zeigte sich am Montagabend in Chemnitz ganz klar. Um mehr über diesen Anführer zu erfahren, der sich die explosive Situation in Deutschland zunutze machen wird, lesen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre Ein starker deutscher Anführer steht unmittelbar bevor. 

Lead Jpg