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MICHAEL KAPPELER/AFP/GETTY IMAGES

Erneutes Aufrüsten zum Krieg

Ist Deutschland tatsächlich jenes pazifistische Land, das die ganze Welt veranlasst hat zu glauben, dass dies so seit den vergangenen 50 Jahren ist? Da steckt mehr hinter der angeblichen Änderung im Charakter der deutschen Nation.

Etwas ist in Europa im Gange. Die gebildete Meinung steht im Widerspruch zu den Beweisen der Geschichte.

Viel wurde, besonders in der europäischen Presse, vom pazifistischen Standpunkt der Regierung des deutschen Kanzlers Gerhard Schröder gegen die Beteiligung an dem jüngsten Angloamerikanisch angeführten Feldzug im Irak berichtet. Die europäische Presse bejubelte diesen selbstgerechten Standpunkt als Beweis für die positive Änderung in den historischen deutschen Motiven. Hier war ein ernsthafter Beweis, dass eine in der Vergangenheit kriegshetzerische Nation sich zur führenden friedliebenden Nation der Welt gewandelt hatte. 

War dies wirklich der Fall? Abseits der Meldungen auf den Titelseiten, wie Deutschland den starken USA die lange Nase zeigt, verbargen sich andere Nachrichten, in höherem Maße mit Deutschlands Vergangenheit übereinstimmend, jedoch weitgehend ignoriert oder unverstanden von den literarischen Tagelöhnern, die die volksnahe Presse mit den täglichen Ereignissen füttern. 

Der erste militärische Einsatz der EU

Eine Schlagzeile, erschienen in einer pakistanischen Zeitung, hätte die Titelseiten jeder einzelnen Zeitung in den USA, Großbritannien mit seinen Herrschaftsgebieten, sowie vor allem in der winzigen Nation Israel, füllen sollen. „Start des ersten militärischen Einsatzes der EU“ liest man in der Überschrift eines Berichtes in der Dawn vom 30. März. Datumsbelegt in Brüssel, wo sich das Hauptquartier der Europäischen Union befindet, liest sich der Bericht folgendermaßen: 

„Die Europäische Union führt ihre erste militärische Operation am Montag durch, aber dieses umwälzende, wiewohl bescheidene neue Unterfangen für den 15 Nationen-Wirtschaftsblock, wird wegen des Irak-Krieges nur spärlich die Aufmerksamkeit auf sich ziehen“.

„Zum großen Leidwesen der EU-Beamten wurde der Start der Operation Concordia, die Übernahme einer 300 Soldaten starken Friedensichernden Mission in Mazedonien von der NATO, von der gewaltigen Militäraktion im Golf überschattet“.

„In normalen Zeiten wären dies Nachrichten für die Titelseiten. Jetzt, wenn wir Glück haben, bekommen wir eine Zeile in den Kurzmeldungen, bedauerte ein Beamter“.

So kam es in der Tat, dass eines der Aufsehen erregendsten Nachrichtenereignisse des 21. Jahrhunderts (für jene, die die gegenwärtigen Ereignisse in Bezug auf Bibelprophezeiung wirklich verstehen) kaum ihren Niederschlag in den Tageszeitungen von Anglo-Amerika und dem winzigen Israel fand. 

Warum war dieses Ereignis so bedeutend? Einfach deswegen, weil dieser Militärmacht der Europäischen Union bestimmt ist, eine Kampfmaschine, stärker als alle anderen, zu werden – ja, genau, ob Sie es glauben oder nicht – sogar stärker als die gegenwärtige, atemberaubende Macht der Vereinigten Staaten von Amerika!

„Obwohl winzig im Wirkungsbereich und beschränkt auf sechs Monate, ist der mazedonische Auftrag eine wichtige Testgrundlage für zukünftige größere und komplexere friedenssichernde und humanitäre Operationen für die fast fertig aufgebaute ‘Schnelle Eingreiftruppe’ der 15 Nationen-EU“ (auch: EU-Interventionstruppe) (ibid.).

Von Eicheln wachsen Eichen. Diese Eichel, dieser Auftrag, „winzig in seinem Ausmaß“, ist nichts anderes als ein Sprungbrett für weit größere, in der Zukunft liegende „Friedensdurchsetzungs“-Aufträge. Immerhin kam zumindest die Financial Times zu dem Schluss: „Hier ein Fingerzeig: es ist, nach langem Ringen, das Debüt der EU in militärischen Operationen und dementsprechend schrecklich symbolisch“ (12. März; meine Betonung). 

Wenn man die prophetische Bedeutung dieses „Debüts der EU in militärischen Operationen“ kennt, dann ist eine viel treffendere Beschreibung für die Wiedergabe dieser Beobachtung “symbolisch schrecklich“!

Obwohl es so ausgesehen haben mag, dass dieser Start der ersten Militäraktion der Euroforce (EU-Interventionstruppe) erst nach „nach langem Ringen“ möglich war, verschwendete die EU mit Sicherheit keine Zeit bei der Fixierung seiner zweiten Militäraktion. Nach nur zwei Monaten Truppeneinsatz in Mazedonien bekundete die EU in einer raschen Reaktion auf ein UN-Ersuchen um Aufstellung einer friedenssichernden Streitkraft in Afrika ihre Absicht, Aufträge überall in der Welt übernehmen zu wollen, und versetzte dadurch so manchen Experten mit der Schnelligkeit dieser Antwort in Erstaunen.

„Die europäische Union bereitet ihr zweites militärisches Unternehmen vor, dieses Mal in der früheren belgischen Kolonie Kongo. Der Einsatz könnte rascher als gedacht zum Tragen kommen … Die Vereinten Nationen … baten ausdrücklich die Europäische Union, den UN Auftrag im Kongo zu unterstützen … die Streitkraft sollte spätestens bis Mitte Juli in Marsch gesetzt werden. Die EU Truppe wird voraussichtlich etwa 2.000 – 3.000 Soldaten umfassen … Der Krieg im Kongo ist einer der größten Kriege in der Geschichte, über den nicht berichtet wird“. (Die Welt, 28. Mai). 

Militärische Beschaffung

Zur selben Zeit, als die EU eine zustimmende Antwort auf dieses neueste Ersuchen um Einsatz seiner schnellen Eingreiftruppe gab, war es einem weiteren Tageserreignis von ungeheurer Bedeutung nicht vergönnt, die Titelblätter der meisten englisch sprachigen Tageszeitungen zu schmücken. Die riesige, europäische Luftfahrt Industrie-Vereinigung Airbus kündigte am 27. Mai an, dass es das „ehrgeizigste europäische militärische Beschaffungsprogramm, das es jemals übernommen hat“ unterzeichnet hatte. 

Nun, das ist ein höchst bedeutsames Ereignis! Aber haben Sie darüber in Ihrer Zeitung gelesen? EUbusiness.com bezeichnete es als das „seit jeher größte Jointventure in der europäischen Verteidigungsindustrie“ – sich erwartend, 40.000 Arbeitsplätze in Europa zu schaffen oder zu sichern, wovon allein10.500 in Deutschland sein werden (27. Mai). 

Der Vertrag wurde in Bonn, West-Deutschland unterschrieben. Airbus befindet sich mit 80 Prozent im Besitz … der europäischen Raumfahrtgruppe eads …“ (ibid.). Und welches Land hat den größten Aktienbesitz an eads (European Aeronautic Defense and Space Company)? Deutschland, mittels des Ein-Drittel Anteils, der Daimler-Chrysler gehört!

Warum ist dieser Vertrag solch ein bedeutendes Geschäft?

„Die Unterzeichnung von Dienstag besiegelte Bestellungen von den sieben europäischen Nationen für 180 A400M Militär Transport Flugzeuge … Die Unterzeichnung vom Dienstag wurde möglich, nachdem eine deutsche parlamentarische Kommission letzte Woche das endgültige Ja für Berlins Bestellung abgab … Die A400M werden das Transportrückgrat von Europas schneller Eingreiftruppe sein, die unabhängig von der NATO geschaffen wird“ (ibid.).

Die EU biegt in die Schnellspur ein. Wir werden bald einen progressiven Wandel in den maroden EU Wirtschaften erleben – die zurzeit strukturell höchst problematische ist die deutsche Wirtschaft. Dieser riesige Airbus-Vertrag ist allerdings ein Vorläufer von wesentlich mehr ehrgeizigen militärischen Beschaffungsprogrammen, die noch von der EU ins Leben gerufen werden. 

Europa wird seiner gegenwärtigen Liste von 15 Mitgliedern bald schon weitere 10 Nationen hinzufügen. Das bringt eine Unzahl von industriellen Fabriken und Arbeiter unter die Gesamtdirektion Brüssels. Die Produktionskapazität dieser vereinigten Union von 25 nationalen Wirtschaften wird gewaltig sein – beispiellos in der gesamten Geschichte. 

Rüstungsindustrie

Deutschland ist Europas größte Industrienation. Nicht nur das, Deutschland – dieses „pazifistische“ Deutschland – scheinbar so widerwillig in den Krieg ziehend, von der Welt als ein Nachzügler betrachtet, wenn es um das Verteidigungsbudget seiner Regierung geht, erzeigt sich gegenwärtig bei weitem als der massivste Investor in den auf Verteidigung ausgerichteten Industrien innerhalb ganz Europas. Es ist die bedeutendste Investor-Nation im europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen. Es ist bei weitem der größte Kapitalanleger bei der Schiffbau- und Hafeninfrastruktur von Europas Handels- und Kriegsmarine. Deutsche Industrie-Vereinigungen wie Bayer (früher IG Farben), Daimler-Chrysler, Rheinmetall, Thyssen, Zeiss, Vodafone, BMW, Dornier, Babcock – die meisten davon sind als Gerätehersteller für Haushaltswaren seit den frühesten Tagen der deutschen industriellen Entwicklung bekannt – sind tief in gegenseitigem Handel verstrickt, der vor allem die Verteidigungsindustrien Europas beherrscht. 

Abgesehen davon wäre es gut für uns, uns daran zu erinnern, dass die als nicht-verteidigungsbezogene industrielle Leistungsfähigkeit Deutschlands, welche, in sich gesehen, nach Weltstandards riesig ist, sich in den 1930er und 40er Jahren als eine zu allem bereite Kraft erwies, sich von der Produktion von Konsumgütern zur Produktion militärischer Bedarfsgüter umzurüsten, nachdem die Veranlassung dazu gegeben war. Damals, in den 1930er Jahren, übernahm Hitler eine kränkliche deutsche Wirtschaft und eine demoralisierte Wählerschaft, und innerhalb von nur sechs Jahren baute er sie zu einem industriellen Riesen um, schuf solcherweise die größte, höchstmechanisierte und höchstentwickelte Kriegsmaschine der Welt. 

Das war in den Tagen vor dem Mikrochip! Das war vor der digitalen Hochgeschwindigkeitskommunikation! Und das war vor der Raumfahrt des Menschen! 

Generalstab

Eines, was Hitler hatte, das von ungeheuerer Bedeutung war und eine höchst einflussreiche Rolle spielte bei der Aussicht auf Verwirklichung seines Traumes der Welteroberung, war der Deutsche Generalstab. 

Infolge des ersten Weltkriegs wurde Deutschland im Vertrag von Versailles verwehrt, eine stehende Armee zu besitzen – doch schlauerweise hielt es das deutsche Offizierskader, seinen Generalstab, intakt, während es seine militärischen Kräfte entmobilisierte. Überaus entscheidend für die Aufstellung einer schlagkräftigen militärischen Armee ist zuallererst, eine wirksame Kommando- und Führungsstruktur an Ort und Stelle zu haben. Das ist der Hauptgrund, weshalb Hitler in der Lage war, nach nur sechs Jahren von Beginn seiner Reichskanzlerschaft an, die deutsche Industrie für den Krieg umzurüsten und eine stehende Armee von Millionen aufzustellen.

Nach Ende des 2. Weltkriegs hatte Deutschland 57 Jahre lang keinen Generalstab in Amt. Es wurde ihm infolge des Krieges von den Siegermächten schlichtweg für immer verboten. Zu jenem Zeitpunkt der Geschichte erkannten unsere angloamerikanischen Führer noch allzu klar die schlimme Gefahr, die eine weiterhin bestehende Existenz des deutschen Generalstabs für die Weltordnung und den Weltfrieden darstellen würde. 

Wie kurzlebig ist unser Erinnerungsvermögen! Wie naiv sind unsere gegenwärtigen Führer! Im Vorjahr brachte die deutsche Regierung das, was seinerzeit eine besser unterrichtete angloamerikanische Führung für immer, für alle Zeit, verboten hatte, ins Dasein zurück: den deutschen Generalstab! Nur mit einem neuen Namen: das Einsatzführungskommando.

Ein Jahr später errichtete die EU, eine deutsch-französische Idee von ihrem Anbeginn an, ihr erstes militärisches Unterfangen in Form ihrer neuen schnellen Eingreiftruppe (man könnte auch Blitzkriegtruppe sagen) unter deutsch-französischer Führung! 

Eine multinationale friedenssichernde Truppe in Afghanistan stand bereits unter deutscher Führung. Die deutsche Marine ist am Horn von Afrika eingesetzt. Die schnelle Eingreiftruppe der EU soll im September zu ihrem zweiten Auftrag antreten. In der Zwischenzeit wurde in Bonn der bedeutsamste Vertrag in der Geschichte Europas in Hinblick auf die Verteidigung unterzeichnet. Dies wird die Beschäftigung für einen Teilbereich eines mächtigen Raumfahrt- und Verteidigungskonglomerats sichern, an dem Deutschland den größeren Anteil besitzt und Deutschland mit der größten Bestellung unter allen Kundennationen, die Signatare dieses Handelsabkommens sind, versehen wird!

Wann wachen wir auf? 

Sie müssen erkennen, wohin dieses „friedvolle“ Deutschland unter dem Mantel der Europäischen Union diese Welt tatsächlich führt! Sie können über die Folgen dieses Neubegründeten deutschen Militarismus Bescheid wissen, noch bevor das Ereignis eintritt!

„Gott wird Deutschland und das Heiliges Römische Reich auf den Boden bringen, nachdem diese uralte Kriegsmaschine die Welt ins Verderben gestürzt haben wird. Aber danach wird Gott alles wieder aufrichten – auf Seine Weise – mit Seiner Regierung, Seinem Gesetz und Seiner Gerechtigkeit. Die Deutschen sind ein außergewöhnlich begabtes Volk, die in der Welt von Morgen ein sehr großes Volk sein werden. Gott muss lediglich dieses Talent in die richtige Richtung lenken. Dann werden sie Gott mit demselben Eifer dienen, mit dem sie all die Jahre unwissentlich Satan gedient haben. Alles wird zum Ruhm von Gott dem Vater sein“ (Deutschland und das Heilige Römische Reich, S. 35). 

Tb Ad De