Erhalten Sie jeden Wochentag einen kostenlosen Nachrichtenüberblick in Ihrem Posteingang – die Posaune Kurzmitteilung.

200826 beirut%20protests 1227973172 nurphoto%20getty

NURPHOTO/GETTY IMAGES

Die Explosion von Beirut: Auslöser einer biblischen Prophezeiung

Bereiten Sie sich auf eine gewaltige Umstrukturierung im Nahen Osten vor – angefangen im Libanon.

Nichts erregt so viel Aufmerksamkeit wie eine gewaltige Explosion.

In den vergangenen Jahrzehnten wären ein Kriegsberichterstatter und ein Kamerateam nötig gewesen, um Videoaufnahmen aus einer Konfliktzone in unsere Wohnzimmer zu bringen. Ein Kameramann, der zufällig gerade filmt, müsste schon großes Glück haben, um weit genug weg zu sein, damit er und der Film die Explosion überlebt. Und sogar so hätte es noch tagelang gedauert, bis das Publikum das Video zu sehen bekommen hätte.

Heute ist jeder mit einem Smartphone selbst ein Kameramann. Soziale Medien und Streaming Dienste sorgen dafür, dass das Video sofort überall auf der Welt gesehen werden kann. Trotzdem muss man im richtigen Moment und in die richtige Richtung filmen, wenn man eine unerwartete Explosion aufnehmen will.

Am 4. August taten in Beirut alle Kameras genau das. Ein in einem Hangar im Hafen ausgebrochenes Feuer gefolgt von einer anfänglichen, kleineren Explosion zog die gesamte Aufmerksamkeit auf sich und alle hatten ihre Smartphones bereit. Hafenarbeiter, Feuerwehrleute in der Nähe der Docks, Seeleute auf Schiffen, die gerade in den Hafen einliefen, Mütter in benachbarten Appartementblocks, Leute, die in nahegelegenen Restaurants speisten und weit entfernt wohnende besorgte Bürger in den Bergen im Osten und an der Nordküste filmten alle den wabernden weißen Rauch.

Und dann passierte es. In einer gewaltigen Explosion flogen Trümmer und rostfarbener Rauch hoch in die Luft. Eine Druckwelle brachte Gebäude in der Nähe zum Einsturz, stürzte Autos um und zerschmetterte alle Fensterscheiben in Beirut. Die darauf folgenden Schockwellen kamen einem Erdbeben der Größe 3,5 gleich und wurden noch auf der 260 Kilometer entfernten Insel Zypern wahrgenommen.

Zweitausendsiebenhundert Tonnen Ammoniumnitrat waren mit einem Blitz explodiert. Zum Vergleich wurden nur zwei Tonnen Ammoniumnitrat bei der Bombe in Oklahoma 1995 verwendet; die Explosion in Beirut war also mehr als tausend Mal so stark. Das entsprach der Sprengkraft von 500 Tonnen tnt – eine der stärksten, nicht atomaren Explosionen der Geschichte.

In wenigen Augenblicken konnte man auf dem eigenen Smartphone oder auf dem Computer das schockierende Video sehen – erst von einem Blickwinkel, dann von einem anderen, schließlich von zehn verschiedenen Seiten, als die Leute ihre Videos in den sozialen Medien hochluden. Die Explosion im Hafen von Beirut war die meistgefilmte Explosion der Welt.

Und verständlicherweise erregte sie Aufmerksamkeit auf der ganzen Welt. Der Lichtblick dieses schrecklichen Ereignisses ist, dass jetzt unsere Aufmerksamkeit auf dieses kleine Land im Nahen Osten gelenkt wird, um ein noch fesselnderes Ereignis mitzuerleben: die Erfüllung einer biblischen Prophezeiung.

Dieses scheinbar unwichtige Land ist der Angelpunkt einer wichtigen prophetischen Allianz zwischen Europa und bestimmten Ländern im Nahen Osten. Und diese Allianz wird, so lautet die Prophezeiung, dem islamistischen Regime im Iran entgegentreten. Denn der Libanon, dieses kleine Land wird im Moment von Hisbollah beherrscht, eine vom Iran unterstützte Miliz, die auch eine politische Macht ist. Das heißt, dass dort dramatische politische Veränderungen stattfinden werden.

Bevor Sie Ihren Blick vom Libanon abwenden, müssen Sie verstehen, dass die Explosion in Beirut als Katalysator wirken wird, um überraschende Veränderungen in der Weltpolitik zu bewirken. Die Schockwelle wird nicht nur im Nahen Osten spürbar sein, sondern auf der ganzen Welt.

Vollständige Zerstörung

Luftaufnahmen des Zentrums der Explosion zeigen ein riesiges Loch im Hafen. Die Explosion hinterließ einen 45 Meter tiefen Abgrund und völlige Zerstörung in allen Richtungen. Erste Schätzungen beziffern den Schaden auf etwa 15 Milliarden Dollar. Mehr als 160 Leute kamen ums Leben, tausende wurden verletzt und fast 300 000 Menschen, 15 Prozent der Bevölkerung der Stadt wurden obdachlos.

Sofort stellte sich die Frage, warum 2700 Tonnen dieser hochexplosiven Substanz in der Stadt gelagert waren, um so viele Leute einem hohen Risiko auszusetzen? Am logischsten schien, dass Hisbollah, die Organisation, die den Libanon im letzten Jahrzehnt beherrscht hat, es so wollte.

Die Schiffsladung Ammoniumnitrat kam Ende 2013 im Hafen an, als sich das unter moldawischer Flagge fahrende Frachtschiff Rhosos gezwungen sah, wegen technischer Probleme auf See im Hafen von Beirut anzulegen. Anwälte, die die Mannschaft vertreten, beschrieben den Zwischenfall in Arrest News: „Wegen des großen Risikos, das mit dem Ammoniumnitrat an Bord des Schiffes verbunden war, sorgte die Hafenleitung für die Entladung des Schiffes und die Lagerung in einer der hafeneigenen Lagerhallen“ (Oktober 2015).

Aber Berichte in manchen libanesischen Medien behaupten, der Iran habe die chemische Substanz aufgekauft und die Rhodos dazu aufgefordert, es umgehend zu entladen und für den zukünftigen Gebrauch einzulagern.

Die Einlagerung dieses explosiven Materials beunruhigte die örtliche Hafenbehörde. Zollbeamte stellten zwischen Juni 2014 und Juli 2020 insgesamt zehn verschiedene Anträge bei der libanesischen Regierung, um es abzutransportieren. In einem der Briefe stand: „Angesichts der ernsten Gefahr durch die Aufbewahrung dieses Materials in einer Halle unter ungeeigneten klimatischen Verhältnissen, wiederholen wir unsere Forderung an die Marineagentur, dieses Material umgehend wieder auszuführen, um die Sicherheit des Hafens und der Hafenarbeiter zu garantieren oder dafür zu sorgen, dass es [an die libanesische Gesellschaft für Explosivstoffe] veräußert wird.“

Aber der explosive Stoff blieb im Hafen, nur einen Katzensprung weit von Hauptgeschäftsviertel entfernt. Warum?

Alle Wege führen zu Hisbollah

Keine direkten Verbindungen zu Hisbollah wurden bisher von den Ermittlern publik gemacht und das wird auch nicht passieren, solange keine unabhängige internationale Untersuchung stattfindet. Trotzdem fällt es schwer, nicht zu anzunehmen, dass die Hisbollah sich der Explosivstoffe im Hafen nicht voll bewusst war. Sowohl Israel als auch das Finanzministerium der Vereinigten Staaten hatten vorher bereits festgestellt, dass Hisbollah sämtliche Hafenanlagen in Beirut unter Kontrolle hat. „Wie man es auch immer betrachten mag, Hisbollah ist auf jeden Fall betroffen“, sagte der Oberstleutnant a.D. Sarit Zehavi, ein ehemaliger israelitischer Geheimdienstoffizier der Streitkräfte, der auf Israels Nordgrenze spezialisiert ist. „Selbst wenn es nur ein normaler Unfall war, was es wahrscheinlich auch war, Hisbollah kontrolliert sowohl den Flughafen als auch den Seehafen im Libanon, also sind sie verantwortlich“ (bicom Podcast, 11. August).

Abgesehen von der Kontrolle des Hafens weist vieles darauf hin, dass die Hisbollah das Ammoniumnitrat dort lagern ließ, um so über große Mengen von Material zur Herstellung von Bomben zu verfügen.

Schon bald nachdem die Schiffsladung angekommen war, begann der israelische Geheimdienst Mossad ausländischen Regierungen zu berichten, dass bei immer mehr Aktivitäten von Hisbollah Ammoniumnitrat verwendet wurde. Gemäß der Times of Israel, erfuhr der Mossad 2014, dass die Einheit 910, Hisbollahs Operationsgruppe für das Ausland, Kampfmittel für Terroranschläge überall auf der Welt entwickelte. Das führte 2015 zu Überraschungsangriffen in verschiedenen Ländern unter Verwendung von Ammoniumnitrat.

Im Mai 2015 stellten die Strafverfolgungsbehörden in Zypern 9 Tonnen Ammoniumnitrat in einem Wohnhaus in Larnaca sicher. Hisbollah hatte einem libanesischen Zyprioten 10.000 Dollar bezahlt, damit er das Material versteckte, mit dem ein Anschlag auf israelische Interessen auf Zypern geplant war. Im August dieses Jahres verhafteten die Behörden in Kuweit drei Hisbollah-Agenten, die 21 Tonnen Ammoniumnitrat in einem Wohnblock gelagert hatten. Im Herbst dieses Jahres entdeckte die britische Polizei 3 Tonnen Ammoniumnitrat verpackt in tausenden von Wegwerf-Eisbeuteln in einer Bombenwerkstatt von Hisbollah in London. Letztes Jahr wurde berichtet, dass der Mossad die deutsche Regierung unterrichtet hat, dass Hisbollah hunderte von Kilos Ammoniumnitrat in einer Lagerhalle in Süddeutschland gestapelt hatte. Das führte dazu, dass diese Organisation in Deutschland verboten wurde. 2017 drohte der Anführer der Hisbollah Hassan Nasrallah mit einem Attentat auf Israels nördliche Hafenstadt Haifa durch die Sprengung ihres Ammonium-Tanks.

Wenn man die Verbindungen von Hisbollah mit dem Hafen und mehrere ihrer vereitelten Anschläge mit Ammoniumnitrat bedenkt, dann wird klar, dass Hisbollah sich des Sprengstoffarsenals im Hafen sehr wohl bewusst war und dabei war, es für ihre schändlichen Zwecke einzusetzen. Wenn auch bisher keine direkte Verbindung der Lagerhalle mit Hisbollah entdeckt wurde, so machen doch die Libanesen die Gruppe bereits verantwortlich.

Am 5. August schrieb Paul Wood für den Spectator, dass er direkt nach der Explosion Mitteilungen von libanesischen Freunden erhalten habe, die Hisbollah dafür verantwortlich machten. „Selbst wenn das nicht wahr ist“, schrieb er, „so zeigt es doch, was viele Libanesen glauben – und damit auch, wie sich diese Krise noch entwickeln wird.“

Sich gegen Hisbollah gewandt

Schon vor der Explosion sah sich Hisbollah dem zunehmenden Widerstand der Libanesen ausgesetzt. Hisbollahs Kontrolle über viele Ministerien verlieh der Organisation finanzielle und politische Macht, ganz zu schweigen von der Gelegenheit zur Korruption und Misswirtschaft. Der Einfluss Hisbollahs hat zugenommen, aber die internationalen Investitionen von Seiten der Golfstaaten und ihrer Verbündeten haben stark abgenommen und zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch geführt. Die Währung des Libanons hat letztes Jahr 85 Prozent ihres Wertes verloren. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet jetzt unter Armut. Die Leute müssen ständige Stromausfälle bis zu 22 Stunden am Tag ertragen und Lebensmittel sind Mangelware.

Andere Länder und der internationale Währungsfond sind bereit, dem Libanon ein umfangreiches Hilfspacket zukommen zu lassen. Ökonomen der Stiftung für die Verteidigung der Demokratie ließen verlauten, schon vor der Explosion habe der Libanon schwindelerregende 93 Milliarden Dollar benötigt. In diesem Zusammenhang bemerkte die Stiftung, der größte jemals vom internationalen Währungsfond gewährte Rettungspaket seien 57 Milliarden Dollar für Argentinien 2018 gewesen.

Der internationale Währungsfond ist gewillt, dem Libanon diese Riesensumme zur Verfügung zu stellen, allerdings unter der Bedingung, dass der Libanon grundlegende Veränderungen seines Systems akzeptiert, die Hisbollahs Macht erheblich beschneiden würden. Hisbollah hat sich geweigert und verhindert so, dass die Hilfsgelder in den Libanon fließen.

Einfach gesagt, wenn der Libanon als Land überleben will, hat er die Wahl, entweder ein Satellitenstaat des Irans zu werden – mit der entsprechenden Armut – oder gegen Hisbollah vorzugehen und Hilfe vom Rest der Welt zu bekommen.

Es ist nicht leicht, sich gegen Hisbollah aufzulehnen, dessen unabhängiges Militär mächtiger ist als Libanons nationale Streitkräfte. Aber schon vor der Explosion nahmen im Libanon die Stimmen immer mehr zu, die Hisbollah zur Rechenschaft ziehen wollen.

Der Patriarch der maronitischen Kirche, der 40 Prozent der Bevölkerung des Libanons angehören, begann im vergangenen Monat Hisbollah zu kritisieren. „Der Libanon ist heutzutage in der Welt völlig isoliert“, stellte Beshara al-Rai am 14. Juli fest. „Das entspricht nicht unserer Haltung. Unsere Haltung ist positiv und von konstruktiver Neutralität – nicht die eines kriegerischen Libanons.“ Diese Kommentare wurden als Widerstand gegen Hisbollahs gewaltsame Intervention in Ländern wie Syrien und Jemen gewertet.

Rais Kommentare sind bedeutend, weil viele maronitische Politiker bisher den Aufstieg der Hisbollah zur Macht in der Regierung unterstützt haben. Der Präsident Michael Aoun ist ein maronitischer Christ, allerdings mit Hisbollah verbündet. Jetzt haben er und die anderen christlichen Anführer eine lautstarke Warnung von dem maronitischen Religionsführer und vielen Leuten aus dem Volk gehört, die sich für den Abbruch dieser Beziehungen aussprechen. „Wir müssen dem Patriarchen Rai danken, der aufgezeigt hat, dass die Macht [Hisbollahs] im Libanon zerbrechlicher ist als es den Anschein hat“, schrieb der bekannte libanesische Kommentator Michael Young im National (29. Juli).

Die Explosion vertiefte die Spaltung zwischen Hisbollah und den Maroniten noch mehr, weil die vorherrschend christlichen Anwohner in der Nähe des Hafens am meisten unter der Zerstörung gelitten haben. Die Christen und auch viele Sunniten und Schiiten ziehen protestierend durch die Straßen und fordern einen vollständigen Wechsel der Regierung. Als Zeichen für einen möglichen Bruch mit Hisbollah unterstützte Präsident Aoun öffentlich sogar in Zukunft mögliche Friedensverhandlungen mit Israel in einer Diskussion im französischen Nachrichtenkanal bfm tv am 15. August.

Einige Tage nach der Explosion stürmten libanesische Protestler die Regierungsgebäude und hängten auf dem Platz der Märtyrer in Beirut symbolische Bilder von führenden Politikern auf, darunter auch vom Chef der Hisbollah Hassan Nasrallah. So offene Ablehnung der Hisbollah war im Libanon bisher unerhört. „Wenn es bis zu diesem Moment jemand auch nur wagte, Nasrallah zu erwähnen, so war das eine lebensgefährliche Herabsetzung seiner Heiligkeit“, schrieb der libanesische Journalist Hazem Saghieh (Asharq al-Awsat, 12. August). Jetzt ist dieses Tabu gebrochen.

Während der massiven Proteste in der Woche nach der Explosion wurden mehr als 700 Menschen verletzt. Angesichts der Gewalttätigkeit auf den Straßen löste der libanesische Premierminister Hassan Diab sein Kabinett auf und beendete seine nur kurze Amtsperiode. Er beendete seine Rücktrittserklärung mit den Worten: „Möge Allah den Libanon beschützen. Möge Allah den Libanon beschützen. Möge Allah den Libanon beschützen.“

Sich Europa zuwenden

48 Stunden nach der Explosion ging der französische Präsident Emmanuel Macron durch Beiruts zerstörte Innenstadt umringt von einer Menschenmenge, die ihren Schmerz und ihre Wut auf ihre eigene Regierung ausdrückte. Einige skandierten: „Helfen Sie uns, Herr Präsident.“ Andere schrien: „Revolution! Revolution!“ Enttäuscht von der Korruption und der Unfähigkeit ihrer eigenen Regierung erschien den Libanesen Macrons sofortiges Erscheinen fast messianisch.

Die Befürchtung ist jedoch, dass alle Hilfsgelder von denselben korrupten Politikern kontrolliert würden, die schon die Finanzen des Landes ruiniert haben. „Ich kann Ihnen garantieren, dass diese Hilfe nicht in die Hände der Korrupten gelegt werden wird und dass sich ein freier Libanon wieder erheben wird.“

Macron vermied es augenfällig, sich mit führenden libanesischen Politikern zu treffen; er wendete sich direkt an die Leute. Wenn es nach ihm geht, wird die internationale Hilfe denselben Weg nehmen.

„Wir werden die internationale Hilfe so organisieren, dass sie die Libanesen unter der Kontrolle der Vereinten Nationen direkt erreicht“, sagte Macron auf eine Pressekonferenz. „Ich bin gekommen, um eine neue politische Initiative zu starten. Ich werde während meiner Treffen eine neue politische Dekade vorschlagen und am 1. September zurückkehren, um alles Weitere zu veranlassen.“

Macron fühlt sich für den Libanon verantwortlich, größten Teils weil dieses Land im Nahen Osten nach dem ersten Weltkrieg ein französisches Protektorat war; seine Beziehungen zu Frankreich reichen bis in die napoleonische Zeit zurück. Während die gängigste Sprache Arabisch ist, ist Französisch die zweite Amtssprache. Am ersten September ist auch das 100. Jubiläum des Libanons unter französischer Verwaltung.

„Wir bitten den französischen Präsidenten, den Libanon wieder zu übernehmen“, sagte ein junger Beiruter der New York Times. „Unsere Regierung können sie vergessen. Wenn die gegenwärtigen Politiker bleiben, haben wir hier keine Zukunft mehr. Wir werden besser wieder eine Kolonie, als hier zu Grunde zu gehen.“ Diese etwas bizarre Forderung nach neuerlicher Kolonisierung beweist, wie ernsthaft frustriert die Libanesen über ihre Anführer sind.

Dass Macron wie ein Held willkommen geheißen wurde, steht in krassem Gegensatz zu der Reaktion der eigenen Regierenden des Libanon. Tage nach der Explosion trauten sich die Chefs der größten politischen Parteien aus Angst vor Übergriffen nicht in dem zerstörten Stadtteil zu erscheinen. Drei Tage nach der Explosion richtete sich Präsident Aoun in einer Rede an die Nation. Wie erwartet, gab er der „ausländischen Einflussnahme“ die Schuld. Das libanesische Volk erkannte in seiner Reaktion nur den Beweis des völligen Versagens der Regierung.

Westliche Journalisten sahen den sofortigen Besuch der ehemaligen Kolonialmacht des Libanon als bizarr an. Eine Schlagzeile der Associated Press lautete: „Wird Frankreich dem Libanon helfen oder versucht es, ihn zurückzuerobern?“ Einige Kritiker stellten ihn als Möchtegernimperator des 21. Jahrhunderts dar: „Macron Bonaparte“. Aber den Libanesen in Beirut und im Rest des Landes erschien das gar nicht bizarr. Er ist, wie manche Leute sagten, „unsere einzige Hoffnung“.

„In so einer Situation ist es sehr verständlich, dass die Leute hoffen, ihre politischen Anführer loszuwerden“, sagte Maximilian Felsh, Professor an der Beiruter Hagazian Universität. „Alles ist besser als das; ich kann deshalb gut verstehen, dass die Mehrheit der Libanesen hofft, dass irgendeine ausländische Macht die Kontrolle im Land übernimmt, wenn das möglich wäre.“

Macrons Besuch markiert einen Wendepunkt. Er zeigte, dass die Libanesen einem ausländischen Präsidenten mehr vertrauen als ihren eigenen Politikern, ganz gleich, ob sie nun Schiiten, Sunniten Drusen oder Christen sind.

Zurück in Frankreich organisierte Macron online eine internationale Spenderkonferenz, die zugesagte Hilfsgelder in Höhe von 300 Millionen Dollar ergab. Das Geld wird der libanesischen Regierung vorenthalten und von einer zukünftigen Mission der Vereinten Nationen verwaltet. Auch die Golfstaaten sind zu Finanzhilfen bereit, aber nicht, solange die Hisbollah noch die beherrschende Kraft im Libanon ist. „Saudi Arabien wird nicht weiter die Rechnungen der Hisbollah bezahlen“, schrieb der prominente saudische Kolumnist Khaled al-Sulaiman im Okaz Daily. „Es ist untragbar für Saudi Arabien, am Morgen Milliarden von Dollar an den Libanon zu zahlen und dafür dann am Abend im dortigen Fernsehen mit Verwünschungen und Spott verhöhnt zu werden.“

Der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump bestätigte, dass jede Hilfe von Seiten der USA nicht durch die Hände der libanesischen Regierung laufen werde. Deutschlands Außenminister unterstützte ebenfalls die Position Frankreichs. Er sagte: „Das ist genau das, worum uns das libanesische Volk zu Recht gebeten hat. Individuelle Interessen und alte Konfliktlinien müssen überwunden werden und das Wohlergehen der gesamten Bevölkerung muss an erster Stelle stehen.“

Einflussreiche Kommentatoren rufen die europäischen Mächte ebenfalls auf, den Libanon zu unterstützen. Ron Prosor, der frühere israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen und dem Vereinigten Königreich, forderte Europa auf, sofort zu handeln, um sicherzustellen, dass „die gesamte humanitäre Hilfe aus dem Ausland, die im Libanon ankommt, auch bei den Leuten ankommt, die sie brauchen und nicht bei Hisbollah“. „Alle notwendigen Mechanismen und Methoden sind bereits vor Ort vorhanden“, schrieb er. „Notwendig ist nur der Wille und die Entschiedenheit, sie auch durchzusetzen. Wir sollten nicht danach fragen, für wen die Glocken läuten – sie läuten klar und deutlich für die führenden Politiker Europas. Wenn sie jetzt nicht handeln, um den Libanon vor Hisbollah und dem Iran zu retten, werden sie vielleicht keine weitere Chance mehr bekommen“ (Jerusalem Post, 9. August; Hervorhebung hinzugefügt).

Auch wenn Europa in der Vergangenheit nicht hart durchgegriffen hat, sieht es jetzt so aus, als würden europäische Mächte in Beirut Geld und Hilfen an der von Hisbollah angeführten Regierung vorbei leiten.

Die Prophetie der Bibel ist im Begriff sich zu erfüllen

Das genaue Szenario, bei dem die europäischen Länder den Libanon dabei unterstützen, das Land aus der Beherrschung durch den Iran zu befreien, stellt die Weichen für die dramatische Erfüllung der Prophezeiungen der Bibel. In den vergangenen zehn Jahren hat der Chefredakteur der Posaune Gerald Flurry vorhergesagt, der Libanon werde den Herrschaftsbereich des Iran verlassen und sich auf die Seite der europäischen und der gemäßigten arabischen Länder schlagen.

Herr Flurry stützte diese Vorhersage auf eine mysteriöse Prophezeiung in Psalm 83. Dieser Psalm beschreibt ein Bündnis, das sich zum Kampf gegen Israel bildet. „Wohlan!, sprechen sie, Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde! Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht“ (Verse 5-6). Welche Völker sind Teil dieser Allianz? Die Verse 7-9 enthalten die Antwort: „Die in den Zelten von Edom und Ismael wohnen, Moab und die Hagariter, Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. Sela.“ Wie Herr Flurry in seiner kostenlosen Broschüre Der König des Südens dokumentiert, gehören die folgenden modernen Länder im Nahen Osten zu dieser Allianz: die Türkei, die Golfstaaten, Jordanien, Syrien und der Libanon (an dieser Bibelstelle Gebal und die Einwohner von Tyrus genannt). Zu der Allianz gehört auch Assur, das moderne Deutschland.

Eine Untersuchung der Geschichte zeigt, dass es nie eine solche Allianz gegen das antike Israel oder seine Nachkommen gegeben hat. Das beweist, dass es sich hier um eine Endzeit-Prophezeiung handelt. Auf Grund dieser Prophezeiung können wir sicher sein, dass der Libanon sich auf die Seite des von Deutschland angeführten Europas schlagen wird.

Aber wegen einer anderen Prophezeiung in Daniel 11, 40-43 wissen wir auch, dass der Libanon nicht länger mit dem Iran verbündet bleiben wird. Diese Bibelstelle beschreibt einen epischen Konflikt zwischen zwei großen Mächten in der Endzeit: „Und zur Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten.“ Wie Gerald Flurry in seiner Broschüre beweist, ist der König des Südens in dieser Prophezeiung der radikale Islam, vor allem angeführt vom Iran. Die andere Macht, der König des Nordens ist das von Deutschland angeführte Europa – von dem in Psalm 83 gesagt wird, es sei mit verschiedenen arabischen Ländern verbündet, unter anderem auch mit dem Libanon.

Die Explosion in Beirut gefolgt von dem von Europa angeführten Versuch, sich wieder davon zu erholen, führt zur Erfüllung dieser Prophezeiung. Es wird für Europa nicht leicht sein, den Iran und die Hisbollah als die beherrschenden ausländischen Mächte im Libanon zu ersetzen. Allerdings zeigen die Wut der libanesischen Öffentlichkeit und die jubilierende Unterstützung für Macron, dass sich im Libanon eine Revolution anbahnt. Und die Prophetie der Bibel zeigt, dass sie letztendlich unvermeidlich sein wird.

Die Posaune hat im Libanon nach den Umständen gesucht, unter denen so eine Revolution möglich wäre. Und die Explosion in Beirut könnte leicht der Auslöser sein. Und sie könnte sogar noch mehr bewirken. Das Eindringen Europas im Nahen Osten wird den Iran mit Sicherheit wütend machen. Daniel 11, 40 sagte, der Iran würde sich mit Europa messen wollen. Könnte das daher kommen, dass Europa wieder im Nahen Osten aktiv wird – schlimmer noch, dass es den iranischen Einfluss im Libanon bekämpft? Und es kommt noch dazu aus Syrien, von dem ebenfalls prophezeit ist, es werde sich mit Europa verbünden?

Lesen Sie den Rest der Prophezeiung von Daniel 11 bis zum Kapitel 12. Dort werden prophetische Ereignisse vorhergesagt, die kurz nacheinander passieren werden, so dass wir tatsächlich in der Lage sein werden, die Tage bis zum Zweiten Kommen Jesu Christi zu zählen! (Daniel 12, 12).

Hat Gott diese gewaltige Explosion in Beirut zugelassen, um uns auf die biblischen Prophezeiungen aufmerksam zu machen, die sich an dieser Stelle der Erde erfüllen? Die dortigen Geschehnisse werden überall im Nahen Osten und in der ganzen Welt widerhallen.

Wenige Wochen nach der Explosion hatten die meisten Leute die Geschehnisse im Libanon bereits wieder vergessen. Seien Sie nicht einer von ihnen. Im übertragenden Sinne ist jetzt nicht der Moment, die Kamera wegzulegen. Ein noch wichtigeres Ereignis als die Explosion von Beirut wird im Libanon stattfinden und Gott will, dass Sie darauf aufmerksam werden.

Tatsächlich will Gott diese sich erfüllenden Prophezeiungen nutzen, damit wir verstehen, dass Seine mächtige Hand das Weltgeschehen beeinflusst. Wie es im Buche Daniel heißt: „Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand“ (Daniel 2, 21). Gott setzt Könige ein und setzt sie auch ab. Die Ereignisse im Libanon werden letztendlich zur Absetzung der Könige des Südens und des Nordens führen. Wenn diese Könige am Ende vernichtet sind, „wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird“ (Vers 44).

Kos De